STARKE FRAUEN: KANTIGE HIGH FASHION INSZENIERUNGEN

Donnerstag, 30. August 2018

Wir haben gemeinsam mit unserem Partner Edition F drei Fotografinnen gebeten, ganz persönliche Fotoprojekte umzusetzen. Die Fotografin Theresa Kaindl hat ein "moody" High Fashion-Shooting umgesetzt. Wir zeigen ihre Bilder im letzten Teil unserer Serie.

Die Frau(en) hinter DER Kamera

Komplett frei, keine Vorgaben: Gemeinsam mit unserem Partner Ediiton F haben wir drei jungen Fotografinnen die Möglichkeit gegeben, ein persönliches Projekt umzusetzen. Dafür haben wir sie mit einem umfangreichen Kamera-Equipment – inklusive der Nikon D850 – ausgestattet und sie ganz unabhängig entscheiden lassen, was sie wo und wie fotografieren. Cathleen Wolf hat sich in ihren Bildern mit ihrem persönlichen Blick auf Frauen auseinandergesetzt, Andrea Lavezzaro hat Momente des ganz normalen Lebens der Menschen in Israel und in den Palästinensergebieten festgehalten. Die österreichische Fotografin Theresa Kaindl hat das gemacht, was sie am liebsten macht: eine Fotostrecke mit ganz zeitgenössischer, stylischer Mode. Wir haben mit ihr über ihre Aufnahmen und „gute“ Modefotografie gesprochen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

„Meine Liebe zur Fotografie habe ich durch einen glücklichen Zufall entdeckt: Eine Lehrerin ermutigte mich bei einem Jugendwettbewerb in Österreich teilzunehmen und das Ergebnis war, dass ich den Wettbewerbspreis, den Austrian Youth Championship Award, zweimal hintereinander in der Disziplin Fotografie gewann. Von da an ging es sehr schnell. Mein Vater kaufte mir meine erste Kamera, ich absolvierte die Schule, hatte meine erste Ausstellung und mein erstes Feature in einem Magazin. 2015 beschloss ich meinen Traum zu verfolgen und nach New York zu ziehen. In dem Jahr dort baute ich mir einige Kontakte und ein recht starkes Portfolio auf. Zurück in Europa standen mir dann einige Türen offen. Ich arbeitete zunächst für eine Agentur als Social-Media-Fotografin, bevor ich mich dazu entschied, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Seit Anfang 2017 stehe ich nun schon auf meinen eigenen Beinen und entwickle mich in meiner Fotografie immer weiter.“

Wie oder wo ordnest du dich als Fotografie ein? Als was für eine Art von Fotografie verstehst du deine Bilder?

„Ich bezeichne mich primär als Fashion-Fotografin. Seit Beginn fotografiere ich Menschen und verbinde das mit der Mode. Ich denke, dass meine Stärke darin liegt, diese Fusion auf meine unverwechselbare Art und Weise darzustellen.“


Was ist die Idee hinter dem Fotoprojekt, das du mit der Kamera von Nikon umgesetzt hast?

„Ich liebe es Fashion-Editorials zu fotografieren. Deswegen stand für mich sofort fest, dass ich für mein Nikon-Editorial ein starkes Team suchen werde, um etwas Einzigartiges zu produzieren. Als Location habe ich mich für London entschieden, weil ich ein großer Fan von all den Möglichkeiten bin, die einem diese Stadt bietet. Mir war wichtig, mich inhaltlich auf den Sommer zu beziehen, weil das die aktuelle Saison ist. Da das Wetter in London allerdings nicht super sonnig und freundlich war, als wir dort waren, habe ich Lackleder in das Shooting integriert, zumal das momentan in der Mode ebenfalls ein sehr präsentes Thema ist.“

Nach was für einem Ausdruck suchst du in deinen Bildern und der Mode, die du zeigst?

„Ich liebe es bei Editorial-Shootings, etwas freier zu sein und nicht zu kommerziell zu fotografieren. Ich möchte dabei immer eine gewisse Leichtigkeit rüberbringen und bestimmte Momente einfangen. Die Mode sollte das Ganze unterstreichen. Ich habe mittlerweile meinen Stil gefunden und weiß immer recht schnell, wie und wo ich meine Ideen umsetzen möchte. Ich bervorzuge eine etwas düstere ‚moody‘ Atmosphäre. Ich mag es, ‚High Fashion‘ etwas kantiger zu inszenieren.“

Was macht deiner Meinung nach gute Modefotografie aus?

„Es gibt ja ein Meer an Bildern. Im Grunde hat es fast alles schon einmal in irgendwelcher Form gegeben. Ich finde es besonders wichtig, nicht zu kopieren – insofern das eben noch möglich ist – sondern möglichst einzigartig zu fotografieren und sich seinem Stil sicher zu sein. Wenn man den gefunden hat, kann man sich immer noch von anderen inspirieren lassen und schafft trotzdem sein eigenes Werk. Gute Modefotografie ist deshalb für mich, die erfolgreiche Fusion von ästhetischer Mode und dem individuellen Stil der*s Fotograf*in in einem Bild.“

Verstehst du deine Bilder als feministisch?

„Ich würde schon sagen, dass meine Bilder feministisch sind, jedoch eher stark und vielleicht sogar etwas kühler als lieblich und warm.“

Hast du eine bestimmte Vorgehensweise, mit der du dich auf das Shooting vorbereitet hast?

„Früher habe ich eher relativ spontan fotografiert. Mittlerweile ist es mir wichtig, ein Team zu haben, in dem jede*r seine Aufgabe übernimmt, um das Beste aus dem Ganzen rauszuholen. Von daher steckt recht viel Vorplanung in so einem Shooting. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mehr Zeit in die Planung als in das Shooting selber investier, haha.“

Wie war es, komplett frei ohne Vorgaben dein Shooting umzusetzen?

„Ich habe mich sehr darüber gefreut, mal wieder komplett frei zu entscheiden, wo, wie und was ich fotografieren möchte. Den Art-Direction-Teil übernehme ich auch richtig gerne.“

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