Die dynamischen Bewegungen von Sportlern sind ein unglaublich reizvolles Motiv – aber auch eines, das an Fotograf und Equipment hohe Anforderungen stellt. Wir zeigen euch, wie euch eure Bilder mindestens so atemberaubend gelingen wie die Action vor eurem Objektiv. Und natürlich, welche Nikon-Objektive das überhaupt sein sollten und welches Equipment ihr sonst noch idealerweise für die Sportfotografie einsetzt.

Für ein gutes Action-Foto kommt man als Fotograf schon mal selbst ins Schwitzen. Generell werden euch die besten Fotos bei Sportarten gelingen, für die ihr selbst brennt. Wie diese Story Keith Ladzinski zeigt.

Welche Kamera überhaupt?

Je schneller die Action, desto höher ist die Anforderung an eure Nikon. Bei Motiven, die sich schnell bewegen, sind zwei Dinge besonders wichtig: Erstens ein zuverlässiger und schneller Autofokus, der auch noch dann die Schärfe sicher nachführt, wenn sich ein Motiv kreuz und quer durchs Bildfeld bewegt. Und zweitens eine hohe Serienbildrate, sodass bei euren Aufnahmen genau der eine perfekte Moment auch abgedeckt ist. Unter anderem diese beiden Punkte sind wichtige Gründe, weshalb gerade unter Sportfotograf*innen die professionelle D6 so beliebt ist.

Aber auch mit einer Nikon aus der Semiprofi- oder Amateurklasse wie der Z 6II, D780, D500 oder D7500 könnt ihr AF-Modi und die AF-Messfeldsteuerung gezielt für euer jeweiliges Motiv abstimmen und werdet zuverlässig zu beeindruckenden Ergebnissen kommen.

Nah dran sein oder nah ranholen?

Immer dann, wenn ihr der Action wirklich nah sein könnt, zum Beispiel mit einer Hintertorkamera, ist ein Weitwinkel oder Ultraweitwinkel perfekt. Normalbrennweiten kommen in diesem Genre eher selten zum Einsatz. Es ist wie mit den Motiven: Extrem ist manchmal besser.

Achtet auf Objektive mit einem schnellen Autofokusantrieb, sodass die AF-Nachführung eurer Kamera voll unterstützt wird. Im Prinzip sind alle lichtstarken AF-S- und Z-NIKKORe sehr gut geeignet. Einige Empfehlungen:

Der neue Maßstab im Profisport: Die Nikon D6

Action lebt von Nähe. Das spiegelt sich direkt in der Auswahl eurer Nikon-Objektive bzw. deren Brennweiten wider. Generell ist die Sportfotografie eine typische Domäne der Telebrennweiten, da die Action oft weiter weg stattfindet. Dann ist es der Job eures Objektivs, das Motiv für euch heranzuholen. Bei Hallensportarten ist das klassische 70–200-mm-Zoom meist die perfekte Wahl. Beim Fußball darf es für die fernere Spielfeldhälfte auch schon einmal ein 500er sein.

Das Mitziehen und die dafür richtige Zeit erfordern viel Übung. Joel Marklund hat das perfekt umgesetzt. (Foto: Joel Marklund)

Alles eine Frage der Zeit

Ein paar Tipps für Einsteiger in dieses Genre: Nutzt den kontinuierlichen Autofokus (AF-C) und zunächst die Messfeldgruppensteuerung eurer Kamera. Damit seid ihr für die meisten Action-Motive gut gerüstet. Sobald ihr die Autofokus-Optionen sicher beherrscht, konzentriert euch auf die Belichtungszeiten. Hier ist es wie mit den Brennweiten: Der Mittelweg ist meist nichts für Action. Entweder die Belichtungszeit ist kurz genug, um die Action gestochen scharf einzufrieren (das ist gut) – oder sie ist lang genug, sodass der Hintergrund beim Mitziehen mit dem Motiv deutlich verwischt (das ist oft noch besser). Aber ein bisschen Unschärfe? Das sieht immer blöd aus. Nutzt die Blendenautomatik oder die manuelle Belichtungssteuerung, sodass ihr selbst die Belichtungszeit unter Kontrolle behaltet.

Die Extras

Für manche Aufnahmen ist es nicht möglich oder zu gefährlich, wenn ihr selbst sehr nah am Geschehen seid. Hier können Lösungen für die Fernauslösung helfen, zum Beispiel unser Funkfernauslöse-Zubehör WR-1, WR-R10 und WR-T10. Für lange Teleaufnahmen nutzt ein Stativ oder, für mehr Flexibilität, ein Einbeinstativ. Damit sind eure Bilder schärfer und ihr selbst haltet länger durch, als wenn ihr freihand arbeitet. Wenn ihr den Sport, den ihr fotografiert, nicht selbst betreibt und noch nicht gut kennt, sprecht mit den Aktiven! Sie wissen, wo die Action passiert und ihre Tipps zu Standorten oder Perspektiven sind oft Gold wert.

Und denkt daran: Die Sportler, die ihr vor dem Objektiv habt, waren auch nicht beim ersten Versuch so gut. Was das angeht, ist Fotografie nicht anders als Sport. Sagten wir schon, dass Üben hilft?

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