Donnerstag, 25. April 2019

Marry Me: Hochzeitsbräuche aus Italien

Die Hochzeit ist einer der wichtigsten Momente im Leben eines Paares und die Fotos, die an diesem Tag gemacht werden, gehören zu den schönsten Erinnerungen. Eine Sammlung von Hochzeitsfotografien kann eine ganze Geschichte erzählen. Vom Austauschen der Ringe bis zum ersten gemeinsamen Tanz und die Paare heute möchten ihre eigene Geschichte auf eine ganz persönliche Art erzählen.

Lernt Nikon-Ambassadorin und international gebuchte Hochzeitsfotografin Nadia Meli und Elene Saia kennen, die seit 2012 über Hochzeiten auf Wedding Wonderland bloggt. Die beiden zeigen euch aktuelle Hochzeitsbräuche aus Italien.

Bräutigam Kotey übergibt seiner Braut Mickaela den Brautstrauß von Nadia Meli mit D850 & AF-S NIKKOR 24mm 1:1,4G ED

der geschenkte brautstrauss

In Italien gibt es unterschiedliche Traditionen und Vorstellungen davon, wer den Brautstrauß kaufen sollte. Heute ist es üblich, dass der Brautstrauß der Braut von ihrem Bräutigam übergeben wird und damit das letzte Geschenk an seine Verlobte ist, das er ihr macht, bevor sie seine Frau wird.

Die Braut darf dabei die Farben und die Blumen auswählen, da sie zur Deko und zu ihrem Kleid passen sollten, die ihr Bräutigam ja bis zur Zeremonie nicht zu Gesicht bekommt. Obwohl der zukünftige Ehemann den Brautstrauß nicht sehen kann, obliegt es ihm, die Rechnung zu begleichen und sicherzustellen, dass der Strauß am Tag der Hochzeit rechtzeitig geliefert wird.

Im Norden Italiens überbringt der Bräutigam den Brautstrauß oft selbst seiner zukünftigen Frau. Da es als schlechtes Omen gilt, wenn er die Braut vor der Hochzeit sieht, wartet er vor der Kirche auf sie, bevor er sich für die Zeremonie am Altar aufstellt. Im Süden Italiens ist es oft die Mutter des Bräutigams, die sich um den Brautstrauß kümmert und mit diesem Geschenk die Braut in der Familie willkommen heißt. Beide Traditionen werden jedoch kaum mehr ausgeübt, da die Bräute es heute einfach praktischer finden, sich den Brautstrauß selbst auszusuchen, und sie wissen, was ihnen gefällt.

Die Braut und der Spiegel

In vielen Teilen der Welt gilt es als schlechtes Omen, wenn der Bräutigam die Braut vor der Zeremonie zu Gesicht bekommt. Da macht auch Italien keine Ausnahme und diese Tradition wird von den Paaren im Land auch heute noch sehr ernst genommen. In vielen Teilen des Landes sollten die zukünftigen Eheleute sich nicht einmal am Tag vor der Hochzeit begegnen.

Was ihr aber vermutlich nicht wisst, ist, dass es auch der Braut in bestimmten Regionen Italiens verboten ist, sich selbst zu sehen. Eine alte Tradition, die ursprünglich im Süden Italiens geachtet wurde, besagt, dass die Braut sich nicht im Spiegel ansehen darf, während sie für die Zeremonie gekleidet und geschmückt wird. Sie muss dabei sehr vorsichtig sein und jegliche Art von Spiegel vermeiden, bevor sie ihr Kleid anzieht, und zwar nicht nur am Tag der Hochzeit, sondern auch in den Tagen davor, oder ihre Ehe wird ihr kein Glück bringen.

Wenn sie jedoch einen Blick riskieren und ihre Ausstattung überprüfen möchte, dann muss sie zunächst ein Accessoire ausziehen. Das ist der Grund dafür, warum italienische Bräute sich oft barfuß im Spiegel betrachten. Alternativ können sie aber auch einen Ohrring oder einen Handschuh ausziehen.

Mickaela trägt nur einen Ohring, während sie sich im Spiegel betrachtet, um das Glück nicht auf die Probe zu stellen von Nadia Meli mit D850 & AF-S NIKKOR 35mm 1:1,4G

Mickaela und Kotey von Nadia Meli mit D850 & AF-S NIKKOR 24mm 1:1,4G ED



WIR STELLEN VOR: die hochzeitsexperten

Elena Saia, Gründerin von Wedding Wonderland

ELENA SAIA, Gründerin von Wedding Wonderland

Als Elena vor einigen Jahren ihre eigene Hochzeit vorbereitet hat, war sie restlos begeistert. Auf einmal hat sie nur noch an Hochzeiten gedacht und Anfang 2012 Wedding Wonderland gegründet, einen Blog über kreative Hochzeiten und schöne Fotografien. Wedding Wonderland hat sich schnell zu einem der bekanntesten italienischen Hochzeitsblogs entwickelt und Tausende von Paaren bei der Planung ihrer Hochzeit unterstützt.

Von Anfang an war es Elena ein Anliegen, zukünftigen Bräuten und ihren Partnern eine Hochzeit zu bieten, die ganz auf deren persönlichen Vorlieben abgestimmt ist. Fünf Jahre später hat sie aus ihrer Begeisterung einen Beruf gemacht. Elena beschreibt sich selbst als ausgesprochen zufrieden, weil sie mehrere Stunden am Tag die Fotos von verliebten Paaren ansehen darf.


Warum hast du dich für die Karriere einer Hochzeitsfotografin entschieden?

Das war wirklich reiner Zufall. Wedding Wonderland war am Anfang mehr ein Hobby, wenn auch eines, das mich schon ziemlich bald viel Zeit gekostet hat. Ich habe aber immer daran geglaubt, dass ich mehr daraus machen könnte. Ich liebe den Markt rund um die Hochzeitsfeiern: Ich bin immer von Schönheit umgeben und darf jeden Tag etwas ganz Neues schaffen.

Welche der Hochzeiten, die du auf deinem Blog beschreibst, gefällt dir am besten?

Ach, da gibt es so viele! Wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde die Wahl auf die fantastische Hochzeit mit dem Titel "Ein Sommernachtstraum", die ich Anfang des Jahres beschrieben habe, fallen. Sie umfasst alles, was mich begeistert: einen Empfang im Wald, leuchtende Farben, einen langen Tisch im Feenlicht, einen Hauch Gold und viele weitere kreative Details.

Wie wichtig sind deiner Meinung nach die Fotos bei einer Hochzeit?

Nun, Hochzeitsfotografie ist ein ausgesprochen wichtiges Thema. Die Bräute verbringen oft viel Zeit damit, alles bis ins Detail zu planen: das Kleid, die Blumen, die Geschenke für die Gäste und so weiter. Aber dann kommt der Tag der Hochzeit und alles ist so schnell vorbei. Alle Paare haben einen großartigen Fotografen verdient, der diese wunderbaren und einzigartigen Momente für sie festhält.

NADIA MELI, Hochzeitsfotografin

Nadia wurde in Italien geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und lebt heute in Brighton in England. Vor acht Jahren gründete sie ihr Studio für Hochzeitsfotografie und nimmt heute Hochzeiten auf der ganzen Welt auf. Dazu gehört auch, dass sie jedes Jahr im Sommer in Italien die Schönheit und Magie italienischer Hochzeitsfeiern fotografiert. Ihr erklärtes Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen sich geliebt fühlen. Das gelingt ihr, indem sie die Schönheit des Ganzen erfasst, denn Nadias Meinung nach ist Schönheit nichts anderes als Liebe, die gezeigt wird.

Ihr Stil ist stark von ihrer Vision und ihrem Motto geprägt: dazugehören. Sie kann sich für Menschen, ihre Geschichten, ihr Leben wirklich begeistern und sorgt dafür, dass diese auch den entsprechenden Rahmen bekommen. Um das zu verwirklichen, hat sie damit begonnen, eigene Workshops und Onlinekurse zu leiten, die sich damit beschäftigen, eine Vision für Fotografen zu entwickeln und nicht nur einen Stil.

NADIA MELI, Hochzeitsfotografin

Wie kamst du zur Hochzeitsfotografie?

Ich war 19, als ich nach London zog und meine erste Kamera bekam. Ich habe damals begonnen, erste Bilder in der Stadt aufzunehmen und habe mich dabei sowohl in London als auch in die Fotografie verliebt. Die Jahre darauf habe ich eigentlich nur aus Spaß fotografiert, für mich selbst. Nachdem ich meinen Abschluss als Theologin in der Tasche hatte, wurde mir bewusst, dass mir nichts so viel Spaß machte wie das Fotografieren und dass ich das gerne auch beruflich umsetzen wollte. Also habe ich eine Firma gegründet und mein einziger Geschäftsplan war, so viele Fotos zu machen, wie irgend möglich. Im März 2010 habe ich dann die Hochzeit einer Freundin fotografiert und damit fing alles an. Ich halte gerne auch Workshops für andere Fotografen ab und ich konzentriere mich dabei darauf, dass sie ihren eigenen Stil und eine eigene Vision entwickeln.

Welchen Hochzeitsbrauch nimmst du am Liebsten auf?

Da gibt es so viele, ich wüsste gar nicht, welcher davon mir am besten gefällt. Besonders schön finde ich es, wenn das frisch verheiratete Paar mit Konfetti beworfen wird, das wird immer ein tolles Bild! Aber auch die Reden mag ich sehr gerne. Es gefällt mir, wie gefühlvoll sie oft sind.

Was ist für dich die größte Herausforderung, wenn du eine Hochzeit fotografierst?

Nun, man muss schnell sein und irgendwie immer gleichzeitig an mehreren Orten. Die meisten Momente bei einer Hochzeit haben etwas Einzigartiges an sich und man kann sie nicht wiederholen. Ich muss also die ganze Zeit konzentriert darauf achten, wo sich gerade was abspielt, und das ist manchmal ganz schön anstrengend. Aber normalerweise merke ich gar nicht, wie sehr ich unter Druck stehe, bis alles vorbei ist!


 
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