FOTOGRAFIE VERSTEHEN: SO STELLT IHR EURE NIKON-KAMERA RICHTIG EIN

Donnerstag, 04. Juni 2020

Wenn ihr eure Nikon-Kamera das erste Mal in der Hand haltet, ist die Freude natürlich groß. Bevor ihr euch aber auf die Suche nach den ersten schönen Motiven begebt, gibt es ein paar Details, die ihr an eurer Nikon einstellen könnt, um sie ganz nach euren Wünschen zu konfigurieren. 

Das Erste, was euch auffallen wird, ist das Modus-Wahlrad, das sich auf der Oberseite eurer Nikon-Kamera befindet. Hier könnt ihr einstellen, für welches Motiv die Kamera ihre Einstellungen automatisch optimieren soll. Dafür verwendet ihr am besten die Scene-Modi. Das ist die einfachste und schnellste Möglichkeit, direkt loszufotografieren. Immer dabei sind die Voreinstellungen für Landschaft, Porträt, Sport und Makro. Viele Nikon-Kameras können aber auch für Kinder, nächtliche Landschaften oder sogar Partys optimieren.

Wenn ihr schon gut Bescheid wisst und direkt viele Einstellungen selber treffen möchtet, nutzt ihr die Profi-Einstellungen für mehr Kontrolle. Das geht in den Modi P, A, S und M. Der P-Modus zum Beispiel ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Intelligenz eurer Nikon-Kamera mit euren kreativen Vorstellungen zu kombinieren. Die Programmautomatik, so der volle Name, ist im Kern eine Automatik, in der ihr auf zahlreiche Details aber schon viel Einfluss nehmen könnt. So könnt ihr hier auswählen, mit welchem Fokuspunkt die Kamera arbeitet oder die Belichtungskorrektur nutzen, die bei komplexen Lichtsituationen viel kreativen Spielraum bietet.

Mit Nikons einzigartigen Picture-Control-System könnt ihr Einstellungen wie Scharfzeichnung, Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung und Farbton zwischen kompatiblen Geräten und Programmen austauschen und weitergeben.

Elementare Einstellungen eurer Nikon

Farben nach eurem Geschmack

Dazu lässt sich nun auch die Picture Control eurer Kamera im Menü einstellen: Eine Funktion, die es in sich hat. Picture Control ermöglicht euch, direkt in der Kamera einzustellen, wie viel Kontrast oder Sättigung eure Bilder haben und wie sie nachgeschärft werden. Mit einem Druck auf die rechte Steuerkreuz-Taste (Anp.) lässt er sich noch individueller einstellen. Eine Funktion, die oftmals Nachbearbeitung überflüssig macht und gleichzeitig dafür sorgt, dass ihr direkt die besten Bilder in eurem Stil aus eurer Nikon-Kamera bekommt.

Wenn ihr trotzdem noch am heimischen Rechner nachbearbeiten möchtet, stellt ihr eure Kamera am besten ins RAW-(NEF)-Dateiformat. Das geht ebenfalls im Menü unter dem Punkt Bildqualität. Das NEF-Format speichert alle Dynamik-Informationen, die unsere hochempfindlichen Sensoren aufzeichnen und ermöglicht daher eine sehr umfassende Bearbeitung.

Grundsätzlich kommt ihr mit den bisher genannten Einstellungen eurer Nikon-Kamera schon recht weit. Wenn ihr aber auch die Belichtungsparameter einstellen und so die vollen kreativen Möglichkeiten nutzen möchtet, könnt ihr das Moduswahlrad noch etwas weiterdrehen. Im P-Modus könnt ihr zwar noch den ISO-Wert, also die Lichtempfindlichkeit, einstellen, das wirkt sich aber vor allem auf die Bildqualität aus: Ein niedriger ISO verspricht ein rauscharmes Bild, gegenwärtige Nikon-Kameras vertragen aber auch hohe ISO-Zahlen. Wie hoch, ist auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Wenn ihr die Blende einstellen möchtet, nutzt ihr dafür den Modus A. Er verhält sich grundlegend wie der P-Modus, nur ergänzt um die Möglichkeit der Blendensteuerung. Eine offene Blende wird durch eine niedrige Zahl (F2.8) gekennzeichnet und bedeutet eine attraktive, künstlerische Hintergrundunschärfe. Wenn ihr dagegen mit Bewegungen arbeiten möchtet, ist der Modus S richtig. Hier stellt ihr die Verschlusszeit ein. Eine lange Verschlusszeit liegt meist unterhalb einer 1/100-Sekunde und ermöglicht es euch, Bewegungen von fahrenden Autos oder Wasser auf dem Bild festzuhalten. Wollt ihr dagegen Bewegung einfrieren, wählt eine Zeit von 1/1.000 oder kürzer.

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