Seit Anbeginn der Fotografie gestalten Fotografen ihre Bilder mit Belichtungszeit, Empfindlichkeit und Blende. In dieser Serie werfen wir einen Blick auf die kreativen Möglichkeiten dieser Einstellungen. Den Anfang macht die Blende.

Die Blende ist ein mechanisches Bauteil im Objektiv eurer Nikon-Kamera und reguliert, wie viel Licht in die Kamera gelangt. Sie besteht in der Regel aus acht bis zehn abgerundeten Blendenlamellen, die dafür sorgen, dass die Öffnung im Objektiv auch kreisförmig bleibt. Ihr könnt die Blende eurer Nikon-Kamera im A-Modus ganz einfach selbst öffnen oder schließen. Wofür das gut ist, beschreiben wir gleich.

Zunächst solltet ihr wissen, dass die Größe der Blendenöffnung mit der Blendenzahl angegeben wird. Zahlen wie f/1.8, f/2.8 oder f/5.6 kommen da häufig vor. An dieser Stelle ist es wichtig zu verstehen: Je höher die Zahl ist, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt in die Kamera! Schließlich handelt es sich dabei um einen Bruch: 1/4 ist immerhin auch weniger als 1/2. Kleine Zahl, große Öffnung, viel Licht – große Zahl, kleine Öffnung, wenig Licht – diesen Satz müsst ihr euch bitte gut merken.

Welche Blendenzahlen ihr einstellen könnt, hängt vom verwendeten Objektiv ab. Ein gutes Zoom-Objektiv wie das AF-S DX NIKKOR 16-80 mm 1:2,8-4E ED VR bietet eine Lichtstärke von f/2.8 im Weitwinkel und f/4 im Telebereich. Lichtstarke Festbrennweiten-Vertreter wie das beliebte AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G starten, wie der Name schon vermuten lässt, bei f/1.8. Eine Festbrennweite kann durch den Verzicht auf Zoom-Bauteile mehr Licht durchlassen und ist daher immer eine gute Investition.

Je höher die Blendenzahl ist, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt in die Kamera.

Die Blende richtig einstellen

Um die Blende einzustellen, müsst ihr entweder in den manuellen oder in den A-Modus eurer Nikon-Kamera gehen. Letzterer hat den Vorteil, dass ihr euch hier nur um die Blende kümmern müsst, die Kamera erledigt die „richtige“ Belichtung. Denn wenn ihr die Blende öffnet oder schließt, kommt mehr oder weniger Licht in die Kamera. Eure Nikon korrigiert an dieser Stelle die Belichtung, damit die Bilder nicht zu hell oder dunkel werden, sondern genau richtig. Im A-Modus (steht für Aperture Priority, also Blendenpriorität) verstellt ihr die Blende ganz einfach mit dem Daumen-Einstellrad. Probiert das zunächst mal aus und schaut, wo auf dem Display ihr den Blendenwert sehen könnt. Ihr solltet auch direkt testen, was die maximalen Werte sind.

So nutzt ihr die Blende für bessere Fotos

Die Blende eurer Nikon-Kamera hilft euch in gleich zwei Fällen, deutlich ansprechendere Bilder zu machen. Den ersten Fall haben wir bereits angesprochen: Die Blende bringt mehr Licht in die Kamera, auf den Sensor und damit auch ins Bild. Gerade abends oder auf Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ist Licht leider Mangelware und muss mit längeren Belichtungszeiten (Verwacklungsgefahr) und hohem ISO (Rauschen) ausgeglichen werden. Wir empfehlen daher jedem, der in solchen Situationen unterwegs ist, in eine Festbrennweite oder ein lichtstarkes Zoom-Objektiv zu investieren. Die Bildqualität profitiert davon sehr stark. Klare und scharfe Bilder bei wenig Licht entstehen immer mit einer Festbrennweite. Grund zur Freude: Es gibt von Nikon gleich mehrere Objektive wie das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G, die eine hohe Lichtstärke, ausgezeichnete Bildqualität und einen sehr fairen Preis vereinen.

Die Tatsache, dass durch eine offene Blende mehr Licht fällt, ist aber oft nicht mal der Hauptgrund für eine Festbrennweite. Mit der Blende könnt ihr steuern, wie tief die räumliche Schärfe ist oder andersherum, wie unscharf der Hintergrund wird. Bestimmt sind euch schon Bilder mit sehr künstlerisch-verträumten Hintergründen aufgefallen: Diesen Effekt erzielt eine lichtstarke Festbrennweite, wenn die Blende komplett offen ist. Umgekehrt: Brauche ich eine hohe Schärfe, zum Beispiel als Produktfotograf, kann ich die Blende schließen. Dann ist bei einem Gesicht zum Beispiel nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr im Fokus. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn du etwas näher an das Motiv heran gehst. Außerdem erzeugt eine geschlossene Blende sogenannte Sonnensterne, also die sternförmigen Strahlen aus einer Lichtquelle. Probiere es einfach mal aus!

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