BLICK ZURÜCK: JAPAN FRÜHER UND HEUTE

Donnerstag, 07. März 2019

Constantin Schiller ist gelernter Kaufmann für Marketingkommunikation und führt seit letztem Jahr eine Digitalagentur mit dem Schwerpunkt Influencer Marketing zusammen mit seinem Geschäftspartner. Im Herzen pocht für ihn neben der Werbung auch ganz stark der Wille nach Fotografie, Kunst im Allgemeinen und gutem Design. Kurz um: "Ich bin ein Kreativer der aber auch das raue Business versteht und liebt."

Letzten September hat Constantin ein ganz besonderes, persönliches Projekt umgesetzt: Er war unterwegs in Japan auf der Suche nach den Orten, an denen sein Vater im Jahr 1995 war, als er in Japan lebte und arbeitete. Seine Erlebnisse fotografierte er damals mit der analogen Nikon FE2. Constantin hat die alten Dias seines Vaters digitalisiert und suchte einige der Orte wieder auf, um heraus zu finden, welche Veränderungen von damals (1995) bis heute (2018) zu erkennen sind.

"Der Kinkaku-ji Tempel (2018)."

"Der "#yasakashrine" in Gion, Kyoto (1995). Leider konnte ich nicht zum Sonnenuntergang dort sein. Pluspunkte an das Bild aus 1995????"

Wie ist die Idee der Reise entstanden?

Japan war für mich schon seit langem ein Land, in welchem keiner meiner Bekannten jemals zuvor gewesen ist.

"Der Kinkaku-ji Tempel (1995), auch bekannt als der "Golden Pavilion" ist heute wie auch damals atemberaubend anzusehen. Besonders in der Mittagssonne da dort das Gold richtig ins Auge knallt. Für die meisten Fotografen die Hölle!"

"Der "#yasakashrine" in Gion, Kyoto (2018)."

Hinzu kam, dass mein Vater dort in meinen frühen Kinderjahren des Öfteren in Japan arbeitete und sogar kurz vor meiner Geburt eine Zeit dort lebte. Somit kannte ich viele Geschichten aus Japan, Geschenke, die mein Vater mitbrachte und natürlich die hunderten von Fotos, welche er während seinem längeren Aufenthalt in Japan gemacht hatte. In Japan selber war ich mit zwei Freundinnen unterwegs. Eine von ihnen spricht fließend Japanisch!

Erzähl uns mehr über deinen Vater und seine Leidenschaft zur Fotografie. Waren alle Orte so, wie erwartet?

Wir als Familie hatten früher immer die schönsten Urlaubseindrücke garantiert. Mein Vater wie auch meine Mutter waren und sind keine Fotografen. Jedoch haben sie schon immer die wichtigsten und schönsten Momente mit der Familie eingefangen. Da mein Vater viel unterwegs ist und somit viel sieht, hält er gerne all diese Dinge in Bildern fest. Es ist also eine Leidenschaft fürs Dokumentieren vorhanden und das Interesse, Erlebtes für die Ewigkeit zu bewahren. Die Serie Früher/Heute zeigt zwar, dass fast alle Orte gleich aussehen wie damals, jedoch hatte ich von einigen Orten eine andere Vorstellung wie es dann in der Realität war. Gerade beim Goldenen Tempel hätte ich niemals gedacht, dass sich Massen an Menschen an einen Punkt begeben, um dort genau ein Bild zu machen. Meine Vorstellung war ein versteckter riesiger Garten irgendwo in Japan und mitten darin der Tempel, eingehüllt in pure Stille. Fehlanzeige!

"Der "#yasakashrine" in Gion, Kyoto (1995)."

"Das Wahrzeichen von Kyoto, der "#kyototower" (1995). Hier an der Kyoto-Station kam mein Vater an und fuhr auch wieder weiter nach Osaka."

"Der "#yasakashrine" in Gion, Kyoto (2018). Leider konnte ich nicht zum Sonnenuntergang dort sein. Pluspunkte an das Bild aus 1995????"

Ist alles genau so verlaufen, wie du es dir vorgestellt hast?

Da in Japan alles noch geregelter ist als in Deutschland, konnte ich fast auf die Minute genau jeden einzelnen Schritt planen. Meine Vorstellung wurde zu 100% erfüllt!

"Der Kyoto Tower (2018)."

Was war die herausforderndste Situation vor Ort?

Ganz klar die Subway-Linien bei der Ankunft am Flughafen und in der ersten Tagen vor Ort! Wenn man in einer Stadt wie Tokio ist, in der jedes Jahr weit über 3,1 Milliarden Fahrgäste transportiert werden, dann ist das Transportsystem dementsprechend weitläufig und die Stationen gefühlt so groß wie manch Kleinstadt in Deutschland. Trotzdem hat man sich nach ein paar Tagen in das System eingefunden.

Welches Equipment hattest du dabei?

Für meine Reise in eines der interessantesten Länder der Welt habe ich mich für die Nikon D850 entschieden, da sie zuverlässig und schnell arbeitet mit dem Wissen auf ein immer gutes Ergebnis. Mit dabei waren die Objektive AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,4G als meine Allzweckwaffe bei Architektur, Natur und Portraitaufnahmen sowie das AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR für Architekturdetails und Menschenaufnahmen aus der Ferne.

"Tokio City (2018). Irgendwo zwischen knapp 10 Mio. anderen Menschen und Lichtern. Damals wie auch heute: voll, voll, voller Menschen."

"Tokio City (1995)."

Hast du alle Orte wieder gefunden?

Ich habe alle Orte wieder gefunden, da mein Vater alle Fotos beschriftet hat und man somit nur die Stationen ablaufen musste. Was mir gefehlt hat, war die Japanische Natur, die wunderschön ist. Das kommende Mal werde ich den Fokus auf kleine Städte und Dörfer außerhalb der Großstädte legen.

Was ist das Besondere an Japan? Warum sollten wir dort mal hin fahren?

Das Besondere an Japan sind die Gepflogenheiten.

Sei es die Begrüßung, wie man zu essen hat, wie man sich an einer vollen Metrostation verhält oder der allgemeine Umgangston untereinander. Zudem ist die Kultur eine vollkommen andere als die der Westler. Ich konnte kaum Parallelen oder Ähnlichkeiten entdecken. Das spiegelt sich in der Architektur wieder und auch ganz stark beim Essen. Ein vollkommen anderer Geschmack.

Was hat deinen Vater damals genau nach Japan gezogen?

Mein Vater war damals in Japan über ein dreiviertel Jahr für einen Automobilhersteller. Er lebte und arbeitete vor Ort als einer der wenigen und ersten aus seinem Bereich. Somit bekam er viele Eindrücke aus der Japanische Arbeitskultur und dem Alltagsleben mit.

"Tsukiji Police Station Sukiyabashi Police Box (2018)."

"Nakagin Capsule Tower (2018)."

"Kyoto in den Abendstunden (1995)."

"Tsukiji Police Station Sukiyabashi Police Box (1995)."

Was sollten wir uns in Japan unbedingt mal ansehen?

Zum einen lohnen sich die Gärten der Tempelanlagen immer, zum anderen muss man einmal in einer Japanischen Spielhalle gewesen sein! Beides ein Must Have!


Hast du Reisetipps für unsere Leser?

Stellt euch auf weite Strecken ein zum Laufen oder auch zum Fahren. Japans Städte sind riesig und weitläufig. Packt also direkt den bequemsten Sneaker ein und viel Wasser. Denn es ist immerzu heiß und feucht. Außer ihr fahrt in die Berge Japans. Vergesst Gooogle Maps und teuere SIM-Karten und lasst euch einfach treiben. Ein Analoger Metroplan reicht, um alle Punkte zu erreichen. Der Rest ergibt sich ganz voll allein.

"Nakagin Capsule Tower (1995)"

"Kyoto in den Abendstunden. Relativ ruhig und entspannt im Gegensatz zu Bild 2 von vor über 20 Jahren (2018)."

Was planst du in Zukunft – kannst du uns da schon etwas verraten?

In diesem Jahr arbeite ich weiter an meinem eigenen Stil, um ihn zu verfeinern. Zudem überlege ich, wie die Fotografie im Allgemeinen besser und anders ausgestellt werden kann. Der normale Druck im Rahmen hat für mich ausgedient. Konkrete Ergebnisse erwarte ich in 2020 ?

"Kyoto Hauptbahnhof, auch bekannt als "#KyotoStation"(2018). Wie ihr seht, ist der Bahnsteig praktisch unverändert. Nur der #Shinkansen und die Absperrung sind neu. Nächster Halt: Osaka??????"

UND zum schluss: Hast du ein Lieblingsfoto aus japan?

Ich muss tatsächlich zugeben, das letzte Bild der Serie auf dem ich bin ist mein Lieblingsbild. Warum? Weil das Pendent dazu ein Bild von meinem Vater ist, als er auch in Japan war!

"Ich in Tokio (September 2018). Sweete Bois würde ich sagen oder? Somit Endet hier meine Reise, es geht zurück nach Europa, direkt auf den nächsten Trip denn: always Jetset?? Danke an @nikondeutschland für die Unterstützung."

"Kyoto Hauptbahnhof, auch bekannt als "#KyotoStation"(1995)."

"Mein Vater in Kyoto (1995)."

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