Neben den typischen Objektiv-Klassen vom Weitwinkel bis zum Tele gibt es einige spezielle Objektive mit besonderen Eigenschaften. Wir zeigen euch, was es mit Fisheye- und Tilt-Shift-Objektiven auf sich hat und wie ihr mit unseren „DC“-Objektiven das Bokeh eurer Aufnahme beeinflussen könnt.

Fisheye-Objektive

Das „Fisheye-Objektiv“ hat seinen Namen in Anlehnung an den Blickwinkel eines Fischauges erhalten. Fische sind in der Lage, einen wesentlich größeren Raum zu sehen als wir Menschen. Das gilt auch für unsere Fishyeye-Objektive. Das AF Fisheye-NIKKOR 16 mm 1:2,8 D, das AF DX Fisheye-NIKKOR 10,5 mm 1:2,8G ED und das AF-S Fisheye-NIKKOR 8–15 mm 1:3,5–4,5E ED sind alle drei in der Lage, einen Bildwinkel von 180 Grad abzudecken. Dabei wird zwischen diagonalen und zirkularen Fisheye-Objektiven unterschiedenen. Ein zirkulares Fisheye gibt das Motiv kreisförmig wieder. Innerhalb des Kreises werden vom Bildmittelpunkt in alle Richtungen 180 Grad abgebildet. Durch die kreisrunde Darstellung kommt es allerdings zu schwarzen Rändern, da der Sensor rechteckig gebaut ist und durch das Objektiv nur ein Teil des Sensors belichtet wird. Anders verhält es sich mit dem diagonalen Fisheye-Objektiv. Hier wird der Sensor vollständig belichtet. Es entstehen also keine schwarzen Ränder. Der Unterschied liegt darin, dass in diesem Fall nur von einer Bildecke bis zur diagonal gegenüberliegenden Ecke 180 Grad abgebildet werden. An den Bildseiten ist der Aufnahmewinkel kleiner. Mit dem Fisheye-Zoom AF-S Fisheye-NIKKOR 8–15 mm 1:3,5–4,5E ED sind gleich beide Charakteristiken möglich. Bei 8 mm ist die Darstellung an unseren Vollformat-DSLRs kreisrund. Wird auf 15 mm gezoomt, zeigt es die Charakteristik eines diagonalen Fisheyes. Bei beiden Fisheye-Kategorien kommt es zu den in dieser Objektiv-Klasse typischen Verzeichnungen. Dabei werden Linien umso stärker gekrümmt, je weiter sie vom Bildmittelpunkt entfernt liegen.

Für kreative Fotografen haben Fisheye-Objektive aus genau diesen Gründen einen besonderen Reiz. Sie zeigen eine außergewöhnliche Perspektive, die auf diese Weise mit keiner anderen Objektiv-Gattung möglich ist. Davon abgesehen haben Fisheye-Objektive eine sehr kurze Naheinstellgrenze, was sehr spannende Effekte ermöglicht. Geht ihr zum Beispiel mit dem Gesicht sehr nah an das Objektiv heran, wirkt euer Kopf riesig und der restliche Körper vergleichsweise klein. Fisheye-Objektive werden auch gerne in der Landschaftsfotografie eingesetzt. Mit nur vier 180-Grad-Bildern lässt sich ein 360-Grad-Panorama erstellen.

Mit dem AF-S FISHEYE-NIKKOR 8-15 mm 1:3,5-4,5 E ED könnt ihr von der kreisförmigen Perspektive zur Vollbilddarstellung wechseln.

Tilt-Shift-Objektive ermöglichen das Verschieben und Schwenken des Linsensystems und bieten damit eine Vielzahl an kreativen Gestaltungsmöglichkeiten.

Tilt-Shift-Objektive

Mit Tilt- und Shift-Objektiven seid ihr in der Lage, sowohl die Perspektive als auch die Schärfentiefe einer Aufnahme zu beeinflussen. „Shiften“ bedeutet übersetzt „verschieben“ und beschreibt im Falle eines Tilt- und Shift-Objektivs, dass das Linsensystem parallel zum Sensor verschoben wird. Anders verhält es sich bei der „Tilt“-Bewegung, also beim „Verschwenken“. Hier wird das Linsensystem gekippt. Beide Anpassungen können gleichzeitig angewendet werden. Wo liegt der Vorteil? Mit einem Tilt- und Shift-Objektiv ist es zum Beispiel möglich, stürzende Linien auszugleichen, wie sie vor allem bei weitwinkligen Brennweiten entstehen. Aus diesem Grund sind Objektive, wie unser PC NIKKOR 19 mm 1:4E ED und das PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED unter Architekturfotografen sehr beliebt. Längere Brennweiten, wie beim PC-E Micro-NIKKOR 45 mm 1:2,8D ED und beim PC-E Micro-NIKKOR 85 mm 1:2,8D eignen sich dagegen sehr gut für die Produktfotografie. Dabei ist vor allem die Tilt-Bewegung sehr hilfreich, da sie Einfluss auf die Schärfentiefe nimmt. Je nachdem, wie stark das Linsensystem gekippt wird, nimmt die Schärfentiefe ab, oder wird umgekehrt ausgedehnt. So lässt sich bei Produktaufnahmen die Schärfentiefe vergrößern, ohne dass dafür die Blende geschlossen werden muss. Bei weitwinkligen Brennweiten führt die Tilt-Bewegung darüber hinaus zu einem spannenden Effekt, wenn von einem erhöhten Standpunkt nach unten fotografiert wird. Durch eine gezielte Verringerung der Schärfentiefe und dem zugleich gekippten Linsensystem kann die Schärfe auf einen kleinen Bereich im Bild gelegt werden, während das restliche Bild zunehmend in Unschärfe verschwindet. Das erzeugt eine Art „Miniatur“-Effekt, als würde man auf eine kleine Modell-Welt schauen.

Das Bokeh anpassen

Unsere Spezial-Objektive AF DC-NIKKOR 105 mm 1:2D und AF DC-NIKKOR 135 mm 1:2D sind mit einer so genannten „Defocus Image Control“ (DC) ausgestattet. Neben dem klassischen Blendenring besitzen beide DC-Objektive einen zusätzlichen „Defocus Image Control“-Ring. Über ihn habt ihr Einfluss auf die sphärische Aberration. Die sphärische Aberration gilt eigentlich als Abbildungsfehler. Je stärker sie auftritt, desto weicher wird ein Bild. Es ist zwar scharf, wirkt aber recht kontrastarm. In den DC-Objektiven nutzen wir diesen Effekt ganz gezielt, um die Wirkung der Vorder- und Hintergrundunschärfe zu beeinflussen. Bei beiden Objektiven steht euch der „Defocus Control“-Effekt im Blendenbereich zwischen f/2 und f/5,6 zur Verfügung. Durch die Bedienung des DC-Rings könnt ihr das Bokeh eurer Bilder entweder weicher weicher oder kontrastreicher gestalten. Da beide Objektive in den leichten Tele-Bereich fallen, eignen sie sich vor allem für die Porträt-Fotografie.

Mit dem AF DC-NIKKOR 105 mm 1:2D die könnt ihr die Wirkung der Vorder- und Hintergrundunschärfe beeinflussen.

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