MONA STRIEDER – AUFSTREBENDE BEAUTY- UND PRODUKTFOTOGRAFIN

Montag, 07. Juni 2021

Mona Strieder hat mit ihren 22 Jahren schon vieles erreicht. Mit großer Leidenschaft liegt ihr Fokus auf der Porträt-, der Beauty- und der Produktfotografie. Dabei hatte sie bereits Modelle wie Jacky Wruck vor der Kamera. Mona ist für ihre Fotoshootings mobil in ganz Deutschland unterwegs, bietet aber auch Aufnahmen in ihrem eigenen Studio in Gensingen an. Darüber hinaus gibt sie ihr Wissen in Personal Coachings weiter. Für uns lässt uns Mona hinter die Kulissen blicken und erzählt, welche Eigenschaften für ein erfolgreiches Fotografen-Business wichtig sind.

Die Begeisterung kam schon im Kindesalter

Kameras haben mich schon immer fasziniert. Bereits mit 6 oder 7 Jahren habe ich es geliebt, mit der Digitalkamera meiner Eltern zu fotografieren und zu filmen. Meine erste eigene Kamera gab es dann zur Konfirmation. Das war damals eine Nikon D5100. Los ging es mit Fotos von meiner Familie, von Freunden und von Urlaubsreisen. Zum Ende meiner Abiturzeit habe ich damit begonnen, auch mal „richtige“ Fotoshootings umzusetzen. Dafür habe ich erst einmal viele Freunde und Bekannte gefragt, denn zu Beginn ist es gar nicht so leicht, an gute Models zu kommen. Nach und nach füllte sich mein Portfolio mit neuen Bildern und mit der Zeit kamen schließlich auch Anfragen von erfahreneren Models und die Zusammenarbeit mit Modelagenturen hinzu.

Mona Strieder: Die 22-Jährige hat sich auf die Porträt-, der Beauty- und der Produktfotografie spezialisiert.

Ich mag es, wenn ich mich kreativ austoben kann

Auch wenn die Porträt- und die Produktfotografie sehr unterschiedlich erscheinen, ist es vor allem die Abwechslung, die mir besonders viel Freude macht. Ich liebe es, interessante Gesichter zu entdecken und abzulichten und dabei auch neue Kontakte zu knüpfen. Mit meinen Porträt- und Beautybildern möchte ich etwas Ästhetisches und „Schönes“ festhalten. Dabei bin ich sehr perfektionistisch und achte gerne auf Details im Bild – vor allem die Hautretusche ist mir bei Porträt- und Beauty-Aufnahmen sehr wichtig. In die Retusche investiere ich die meiste Zeit, da ich eine „perfekte“ und dennoch natürlich aussehende Haut erzielen möchte. Das kann, je nach Foto, bis zu drei Stunden dauern. Darüber hinaus mag ich es sehr, wenn ich kreative Elemente in meine Bilder mit einbringen kann. Das können ein besonderer Make-up-Look, ein Hair-Styling oder Accessoires, wie Blumen und andere Dinge sein. Hier macht es großen Spaß, im Team zusammenzuarbeiten und sich gemeinsam spannende Konzepte zu überlegen. Bei Produkten kann man sich hingegen etwas mehr Zeit lassen als vielleicht mit einem Model. Das gibt mir die Möglichkeit, viel mehr zu experimentieren. Die Produktfotografie mache ich ergänzend zur Beautyfotografie – denn bei Beauty stehen Make-up oder Hautpflege im Vordergrund. Hier finde ich es total spannend, zum Beispiel mit Texturen von Produkten zu experimentieren. Es kommt also auch vor, dass Lippenstifte auseinandergenommen werden und die „Masse“ für eine Textur-Aufnahme verwendet wird. So können teilweise sehr abstrakte Fotografien entstehen.

Bei Beauty-Aufnahmen ist eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete

Für eine Beauty-Aufnahme sollte man schon vorher darauf achten, dass das Make-up und die Haare perfekt sitzen – denn genau darum geht es bei Beauty. Das Styling dauert hier meistens länger als das eigentliche Shooting. Ein Look für Haare und Make-up kann sogar zwei bis zu drei Stunden in Anspruch nehmen. Bei meinen Beauty-Shooting fotografiere ich immer „tethered“. Ich schließe also meine Kamera mit einem Kabel an den Laptop an, sodass ich die Bilder direkt nach der Aufnahme im Detail ansehen kann. Dafür benutze ich das Programm Capture One. So kann ich sofort kontrollieren, ob alles passt, oder ob ich noch etwas korrigieren muss. Außerdem sollte man sich für die Beautyfotografie mit der Lichtsetzung im Studio auseinandersetzen. Meine Beauty-Aufnahmen entstehen in meinem Fotostudio mit einem One-Light-Studio Setup und einem Reflektor.

Mona Strieder bringt sehr gerne kreative Elemente, wie Blumen, mit in ihre Bilder ein.

Was beim Einstieg in die Selbständig oft schwerfällt, ist die Preisgestaltung. Viele Fotografen posten ihre Preise nicht öffentlich und so hat man nur wenig Vergleichsmöglichkeiten. Anfangs habe ich auch oft gedacht, dass ich nicht viel für ein Shooting verlangen kann, da ich ja keine Ausbildung als Fotografin absolviert habe. Doch darauf kommt es in diesem Beruf gar nicht an – was zählt ist die Qualität der eigenen Arbeit! Mit der Zeit bekommt man schließlich ein immer besseres Gefühl für die richtigen Preise, oder knüpft Kontakte, mit denen man sich darüber austauschen kann. Mir ist es wichtig, dass ich mich fair bezahlt fühle. Heute kann ich natürlich höhere Preise ansetzen als zu Beginn meiner Reise.

Ich bin auf das spiegellose Nikon Z-System umgestiegen

Nach meiner ersten eigenen Kamera, der Nikon D5100, bin ich im Nikon-System geblieben und habe lange sehr gerne mit der D750 fotografiert. Inzwischen bin ich auf die spiegellose Nikon Z 7II umgestiegen. Hier gefällt mir vor allem der hilfreiche Augen-Autofokus. Der funktioniert wirklich sehr gut und nimmt mir viel Arbeit beim Fokussieren ab. Außerdem finde ich es toll, dass ich durch den digitalen Sucher bei Outdoor-Aufnahmen sofort sehe, wie das Foto aussehen wird. So kann ich mich voll und ganz auf das Motiv konzentrieren und muss die Kamera nicht immer absetzen.

Was die Objektive betrifft, nutze ich für Beauty-Shootings fast ausschließlich mein AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED, da mit diesem Makro-Objektiv auch tolle Close-up-Aufnahmen möglich sind. Für Outdoor-Shootings darf es aber auch mal das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G oder das AF-S NIKKOR 85 mm 1:1,8G sein. Hier ist mir die Lichtstärke des Objektivs besonders wichtig, da ich Outdoor gerne einen schönen, unscharfen Hintergrund habe. Damit wird das Model mehr in den Fokus gerückt und das Bild wirkt ruhiger und klarer. Durch den FTZ-Adapter kann ich meine Nikon F-Objektive alle weiterhin an der Z 7II verwenden.

Mein erstes, richtiges Beauty-Shooting entstand im Wohnzimmer meiner Eltern

Eines der für mich bisher spannendsten Projekte war das Shooting mit Jacky Wruck, der Gewinnerin von „Germany‘s next Topmodel“ 2020. Das war mein erstes, richtiges Beauty-Shooting und die erste Zusammenarbeit im großen Team mit Model, Visagistin, Stylistin und einem Videografen. Damit alles reibungslos funktioniert, habe ich gemeinsam mit dem Team im Voraus alle Looks genau durchgeplant und daraus ein Konzept mit entsprechenden Moodboards erarbeitet. Die haben mir, dem Team und auch dem Model beim Shooting sehr geholfen, da sie allen gezeigt haben, in welche Richtung es im Hinblick auf Make-up, Haare, Styling und Posen gehen soll. Damals hatte ich noch kein eigenes Studio und habe daher das ganze Studio-Equipment im Wohnzimmer meiner Eltern aufgebaut. 

Mit YouTube und Workshops die eigenen Fähigkeiten verbessern

Ich habe mir meine Art der Fotografie Stück für Stück selbst erarbeitet. Dabei hat mir YouTube als Lernplattform sehr geholfen. Ich kann nur jedem empfehlen, sich hier viel Zeit zu nehmen, da man von den vielen Videos echt total viel lernen kann! Vor allem am Anfang habe ich mir dort viele “behind-the-scenes“-Videos von Fotoshootings angeschaut, um zu sehen, wie ein professionelles Shooting ablaufen kann. Dabei hilft es auch, genau darauf zu achten, wie man als Fotograf einem Model effektiv Anweisungen für das Posing gibt, wie man Licht gezielt einsetzen kann und vieles mehr. Außerdem gibt es online viele Videos zur Bildbearbeitung und der richtigen Lichtsetzung im Studio. Als weiteren Tipp kann ich nur jedem raten, an Workshops teilzunehmen. Hier müsst zwar teilweise etwas mehr Geld investieren, aber ihr habt den Vorteil, dass ihr Rückfragen stellen könnt, einen praktischen Bezug habt und neue Leute kennenlernt, mit denen ihr euch über die Fotografie austauschen könnt. Vielleicht entstehen hier sogar Freundschaften und ihr trefft euch zum gemeinsamen Fotografieren. Ansonsten gilt wie bei Allem – Übung macht den Meister!

Man sollte sich unterstützen und voneinander lernen

Oft vergleicht man sich als Berufseinsteiger mit anderen Fotografen. Das ist einerseits gut, kann aber auch hinderlich sein. Ihr solltet euch immer von anderen inspirieren lassen und von ihnen lernen, um so auch mal Neues auszuprobieren und über sich selbst hinauszuwachsen. Ihr solltet aber, meiner Meinung nach, unbedingt davon absehen, euch zu sehr mit „erfahrenen“ Fotografen zu vergleichen. Es ist wichtiger, sich selbst und den eigenen Stil weiterzuentwickeln und stets motiviert zu bleiben. Außerdem bin ich total gegen Konkurrenzdenken unter Fotografen! Ich finde, man sollte sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Wir haben alle dieselbe Leidenschaft und es ist viel schöner, sich mit anderen auszutauschen, als einen Konkurrenzkampf daraus zu machen. Ich habe daher erfahrene Fotografen nie als Konkurrenz angesehen, sondern viel mehr als Inspiration und Motivation, dieses fotografische Level ebenfalls zu erreichen. 

Vor dem Shooting war ich dann natürlich total aufgeregt. Es lief aber alles super, das Team war toll und die Ergebnisse lassen sich sehen! Am Ende haben alle applaudiert und es war ein toller Tag, der mir immer in Erinnerung bleiben wird und mich motiviert hat, viele weitere solcher Projekte umzusetzen.

In Zukunft würde ich gerne große Kampagnen für Marken fotografieren. Dabei hat man ganz andere Möglichkeiten, da man hier im Team mit Profis aus anderen Bereichen zusammenarbeitet. Die Teamarbeit macht mir sehr viel Spaß und führt zu perfekteren Ergebnissen. Mein Traum ist es, irgendwann durch die Stadt zu laufen und dort in den Schaufenstern bekannter Unternehmen wie Douglas meine Bilder zu sehen.

Es ist wichtig, ehrgeizig und motiviert zu sein

In meinen Augen ist es entscheidend, aktiv zu bleiben und sich immer wieder selbst herauszufordern. Insbesondere, wenn ihr eure Bilder auf Social-Media-Kanälen teilt und hier eine größere Reichweite erzielen möchtet, solltet ihr so oft wie möglich neuen und hochwertigen Content posten. Dabei ist es auch wichtig, sich ab und zu selbst zu zeigen. Das fällt auch mir häufig schwer, denn gerade als Fotograf steht man doch oft eher hinter der Kamera. Für den Betrachter und den möglichen Kunden wirkt es aber viel persönlicher und die Leute erinnern sich nicht nur an die Fotos, sondern auch an die Person hinter der Kamera. Wer als Fotograf/in langfristig erfolgreich sein möchte, dem empfehle ich, ehrgeizig und motiviert zu sein und vor allem viel Leidenschaft mitzubringen.

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