MAKROFOTOGRAFIE ZU HAUSE

Donnerstag, 14. Mai 2020

Ein Fotospaziergang durch eure Wohnung, über euren Balkon oder durch euren Garten – gerade jetzt im Frühling werdet ihr eine Vielzahl schöner Motive finden, wenn ihr nur genau hinschaut. Bei schönem Wetter können es draußen z.B. Blüten oder Insekten sein. Aber auch wenn ihr nicht nach draußen könnt, finden sich viele schöne Dinge wie Schmuck oder Gewürze in euren vier Wänden – selbst ganz triviale Dinge entfalten aus der Nähe ihren besonderen Reiz. Wir möchten euch mit diesem Artikel dazu inspirieren, ein paar naheliegende Motive zu entdecken und in Szene zu setzen. Und wir meinen wirklich nah...

Die Hardware

Für die klassische Makrofotografie im engeren Sinn braucht ihr ein Makroobjektiv, bei uns Micro-NIKKOR genannt. Diese Objektive ermöglichen es euch, auf sehr viel nähere Abstände zu fokussieren als mit euren "normalen" Objektiven. Alle Micro-NIKKOR-Objektive bieten einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Das bedeutet, dass das Bild auf dem Sensor maximal genau so groß sein kann wie euer Motiv. Oder umgekehrt gedacht: Ihr könnt damit Dinge mit einer Abmessung von 24 x 36 mm formatfüllend aufnehmen (bzw. sogar ca. 16 x 24 cm mit einer DX-Format-Kamera). Das AF-S Micro-NIKKOR 60 mm 1:2,8G ED ist eines der Makro-Spezialisten im aktuellen NIKKOR-Programm. Weitere sind das AF-S VR Micro-NIKKOR 105 mm 1:2,8G IF-ED, das AF-S DX Micro-NIKKOR 85 mm 1:3,5G ED VR und das AF-S DX Micro-NIKKOR 40 mm 1:2,8G.

Aber auch ohne ein Extra-Objektiv könnt ihr euch diesem Genre nähern. Viele COOLPIX-Kameras bieten eine sehr kurze Naheinstellgrenze. Für einen Abbildungsmaßstab von 1:1 reicht das zwar nicht ganz, aber auch mit diesen Kameras könnt ihr sehr nah an euer Motiv heranrücken.

Aufgenommen mit dem AF-S DX Micro-NIKKOR 40 mm 1:2,8G

Wenn ihr eine Z-Kamera besitzt, könnt ihr mittels Bajonettadapter FTZ  die oben genannten Micro-NIKKORe mit F-Bajonettanschluss nutzen. Aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Aufgrund ihres Multi-Focusing-Systems (Mehrgruppenfokussierung) können Z-NIKKORe kürzere Aufnahmedistanzen und zugleich noch bessere Abbildungsleistungen erreichen als ihre Entsprechungen im F-System. Probiert eure Z-NIKKORe einmal an ihrer Naheinstellgrenze aus. Vielleicht ist das für eure Motive schon nah genug.

Noch näher kann man seinem Motiv mit dem Licht nicht kommen. Das Makroblitz-Kit R1C1 umfasst zwei kabellos gesteuerte Blitzgeräte, eine Steuereinheit und vielfältiges Zubehör für eine sehr freie und kreative Lichtsetzung.

Einstellungssache

Wesentlich in der Makrofotografie ist das Spiel mit der Tiefenschärfe. Einerseits lässt sich durch eine enge Tiefenschärfe sehr schön der Blick aufs Motiv lenken. Andererseits ist die Tiefenschärfe bei sehr kurzen Aufnahmedistanzen aus optischen Gründen ohnehin besonders eng. Oft ist moderates Abblenden (also das Einstellen einer höheren Blendenzahl) deshalb auch dann sinnvoll, wenn ihr wenig Tiefenschärfe haben möchtet. Probiert am besten eine Blendenreihe aus und findet das für euch richtige Maß. Viele Makromotive vertragen kräftige Farben. Hierfür könnt ihr die Picture-Control-Konfigurationen Landschaft oder Brillant optimal nutzen.

Licht

Das Lichtsetzen ist in der Makrofotografie besonders einfach, da die Motive so klein sind und man keine großen Räume auszuleuchten braucht. Besonders gut eignen sich Nikon-Systemblitzgeräte, die ihr im Rahmen des Advanced Wireless Lighting entfesselt und kabellos ansteuern könnt. Bei vielen Nikon-Kameras könnt ihr dafür das integrierte Blitzgerät als Master verwenden. Aber auch mit DIY-Lösungen wie Pappen, Spiegel und Klemmen lassen sich schnell effektive Aufheller und Blenden herstellen. Wenn euch die Liebe zur Makrofotografie so richtig gepackt hat, solltet ihr aber auf jeden Fall unseren Spezialisten für das Makrolicht kennenlernen: Das R1C1.

Noch ein paar Tipps

Makrofotografie ist fast immer Stativfotografie. Nehmt euch Zeit und verwendet viel Sorgfalt auf das Fokussieren. Wählt für statische Motive den Einzelautofokus AF-S und die Einzelfeldsteuerung. So könnt ihr die Lage der Schärfe präzise steuern. Gegebenenfalls kann auch manuelles Fokussieren sinnvoll sein. Für eine sehr gute Beurteilung der Schärfelage nutzt die vergrößerte Ansicht im Live View. Wenn ihr frei aus der Hand fotografiert, etwa um schwärmende Bienen in eurem Blumenkasten zu erwischen, nutzt für die Fokussierung die dynamische Messfeldsteuerung und gegen Verwacklungsunschärfe die VR-Funktion eurer Nikon-Kamera oder eures NIKKOR-Objektivs. Apropos Bienen: Wenn ihr primär Insekten fotografieren wollt, achtet bei der Auswahl eures Makroobjektivs auf einen großen freien Arbeitsabstand. So nennt man den Abstand, der zwischen Frontlinse und Motiv bleibt. Generell gilt: Je länger die Brennweite, desto größer ist (bei gleichem Abbildungsmaßstab) auch der freie Arbeitsabstand. Wenn der nicht reicht, rückt ihr ansonsten euren Motiven zu dicht auf den Panzer und sie flüchten aus eurem Bildfeld.

Für eine frischere Bildwirkung wirkt ein einfacher Zerstäuber mit etwas Wasser Wunder.

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