LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE MIT DER Z 7: WINTERMOTIVE IM SCHWARZWALD

Freitag, 10. Mai 2019

Viele Fotografen sind im Winter aufgrund der nasskalten Witterung weniger aktiv. Dabei bietet doch gerade diese kalte Jahreszeit tolle Motive: frostige Morgen, nebelige Täler und ein weiches Licht, welches die tiefstehende Sonne sonst nur in südlicheren oder weit nördlicheren Gefilden bietet. Die Nikon-Fotografen Patrick Monatsberger und Kristof Göttling haben sich kurz vor Jahreswechsel auf den Weg in den Schwarzwald begeben, um genau diese Motive festzuhalten. Gekommen ist alles natürlich ganz anders, denn die Landschaftsfotografie ist kein Wunschkonzert,... aber lest selbst!

Z 7 | 1/125s | f/2.8 | ISO 5.000

Der Plan war schnell gefasst: Wintermotive im Schwarzwald einfangen! Schneebedeckte Hügel, über die morgens der Nebel zieht. Wandern in den Wäldern, in denen noch der morgendliche Nebel festhängt. Ab und an einen Wasserfall aufsuchen und im Idealfall eine Dampfbahn fotografieren, die sich durch die schneebedeckten Täler schlängelt. Die Bilder hatten wir gedanklich schon “in der Tasche” oder besser gesagt auf unserer Speicherkarte.

In der Realität hatten wir am ersten Morgen bereits Sonne pur und sind schon auf unserer Wanderung (wenn wir den 20 minütigen Spaziergang als solche bezeichnen möchten) dermaßen ins Schwitzen gekommen, wie wir es Ende Dezember nie erwartet hätten. Mit Handschuhen, Mütze und langer Unterhose bestückt, wurden wir von blauem Himmel und 8 Grad warmer Dauersonne in Empfang genommen. Nicht gerade das, was wir uns unter einer „moody“ Winterlandschaft vorgestellt hatten.

Aber genau darum geht es doch in der Landschaftsfotografie.
Wer nach Plan arbeiten möchte, muss im Studio fotografieren. Draußen geht es darum, auf die Natur einzugehen, zu improvisieren und aus den Gegebenheiten das Beste herraus zu holen. Bitte nicht falsch verstehen: Eine gute Vorarbeit, wie Recherche, Location/Spot-Suche sind goldwert! Wenn es dann aber doch anders kommt, solltet ihr flexibel reagieren können. Es hilft nicht, die Köpfe in den Sand zu stecken, sondern sich über die Herausforderung zu freuen. Wir haben diese angenommen und wurden belohnt! - Auch, wenn es alles andere als einfach war.

Von unserem Startpunkt, der Hornisgrinde aus, hatten wir einen super Blick über den Nord-Schwarzwald. Das von den ersten Sonnenstrahlen gestreichelte Wolkenmeer, welches nur von einzelnen Hügeln durchbrochen werden sollte, war leider nur auf „der falschen Seite“ des Berges vorhanden. Ohne Sonne. Ohne Hügel.

Z 7 | 1/125s | f/2.8 | ISO 320

Z 7 | 1/250s | f/2.8 | ISO 100

Z 7 | 1/200s | f/9 | ISO 400

Was wir dafür entdeckt haben, war ein in Frost gemanteltes Dorf am Fuße der Hornisgrinde. Die ersten Bilder entstanden mit dem AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR. Oben Sonne, unten Frost! Wahnsinn…

Mit dem Nikon AF-S Telekonverter TC-20E III wurden aus den 200mm ganze 400mm, dadurch konnte ich die die Details des kleines Städtchens noch näher heran holen. Ohne den Film “Frozen” je gesehen zu haben, stelle ich mir die Szenerie dort genau so vor. Echt faszinierend. „Dort müssen wir hin“ lautete der Plan, also gingen wir schnell zurück zum Auto, fuhren die Schwarzwald-Hochstraße etwas Richtung Norden zurück und dann in die Täler hinein.

Leider war die Stimmung bei unserer Ankunft längst verflogen. Die Bilder von oben können uns jedoch darüber hinweg trösten. Was nun? Wasserfälle? Na klar, Wasserfälle gehen immer!

Z 7 | 1/1.000s | f/2.8 | ISO 100

Leider war die Stimmung bei unserer Ankunft längst verflogen. Die Bilder von oben können uns jedoch darüber hinweg trösten. Was nun? Wasserfälle? Na klar, Wasserfälle gehen immer!

Kristof | D850 | 1/250s | f/2.8 | ISO 100

Wir machten uns als nächstes auf den Weg zu den Edelfrauengrabwasserfälle, die durch ihre Lage ganz in der Nähe schnell zu erreichen waren. Leider hatten wir auch dort Pech, denn im Wald war bereits jede Lichtstimmung verschwunden: kein Nebel, kein Frost - pure Langeweile! Daher entschieden wir uns direkt weiter zu fahren, denn schon von der Autobahn aus konnten wir das Schlossgut Rodeck entdecken und wollten dies gerne näher erkunden.

Schön umhüllt von Nebel sah das Gebäude sehr mystisch aus und mit dem nebeligen Wald im Hintergrund hatten wir top Bedingungen für unsere Fotos. Die Schwierigkeit: Wie fotografieren wir das Schloss mitten im Wohngebiet? Ich hab mich einfach für eine tiefe Kameraposition entschieden, um so durch die entstehende Unschärfe mehr Tiefe ins Bild zu bringen. Der Positiver Nebeneffekt: mit den Grasbüscheln konnte ich sehr gut die angrenzende Wohnhäuser verdecken.

Z 7 | 1/160s | f/4 | ISO 100

Z 7 | 1/320s | f/2.8 | ISO 100

Nach all dem Pech mussten wir ja auch irgendwann mal wieder Glück haben und das kam direkt ein paar Ortschaften weiter! Ein netter Bauer hat uns beim Fotografieren entdeckt, uns in ein Gespräch verwickelt und mit auf seine Koppel zu seinen Hochland-Rindern genommen. Nebenbei: Verrückte Tiere!
Ihr denkt jetzt vielleicht, dass diese Tiere vor Selbstvertrauen und Mumm nur so strotzen, doch es sind sehr schreckhafte und zurückhaltende Tiere. Umso faszinierender, dass sie sogar auf Bauer Simons Pfiff gehört haben! Neben tollen Bildern (die Lichtstimmung musste natürlich etwas retuschiert werden ;-) ) haben wir sehr spontan einen netten und aufgeschlossenen Bauern kennen gelernt, mit dem wir uns noch lange über alles mögliche unterhalten haben. Ein voller Erfolg!

Die Belohnung für die vielen gefahrenen Kilometer und den wenigen Schlaf hat lange auf sich warten lassen: Ganz am Schluss, kurz vor Sonnenuntergang und kurz vor Ende unserer Reise hatten wir endlich die Bedingungen, die wir uns für alle Tage bereits gewünscht hatten. Plötzlich war der Nebel überall zwischen den Bäumen und wurde immer dichter.  Da das Licht aber auch immer weniger wurde, musste es jetzt schnell gehen! Parkbucht suchen, AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8E ED VR aufschrauben und dann ab in den Wald.

So sind wir am Ende nicht nur mit den Bildern belohnt worden, die wir sowieso haben geplant hatten, sondern haben auch noch viele weitere tolle Motive vor die Linse bekommen. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten war es ein gelungener Ausflug, der jedoch nicht nur an den finalen Fotos festzumachen ist, sondern auch an den Menschen, die wir kennen lernen durften und an der Zeit, die wir miteinader verbracht haben! Wir hatten Spaß, und das sollte immer das Wichtigste sein!

Z 7 | 1/125s f/2.8 | ISO 320

Tipp: Gerade im Wald bietet es sich an, natürliche Rahmen zu suchen. Baumstämme, Blätter, Äste oder Felsen sind fast überall zu finden und lassen sich als unscharfen „Störer“ super in die Komposition integrieren. Und sollte es mit den Hauptmotiven mal überhaupt nicht funktionieren: haltet die Augen offen und achtet auf die kleinen Details, denn auch diese bieten meist wundervolle Motive.

Z 7 | 1/200s | f/4 | ISO 2.800

Die Nikon Z 7 und das NIKKOR Z 24–70 mm 1:4 S

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