7 TIPPS FÜR PERFEKTE „FLATLAYS“

Donnerstag, 09. Juli 2020

Ihr findet sie bei Instagram, auf Blogs und in vielen Online-Shops – Flatlays sind eine beliebte Aufnahme-Form, um Produkte spannend in Szene zu setzen. Bei Flatlays werden die Motive aus der Vogelperspektive fotografiert. Dadurch entstehen zweidimensionale Aufnahmen, die mit abwechslungsreichen Hintergründen, einer kreativen Anordnung der Produkte und vielen Accessoires zu einem Fotokunstwerk werden. Ihr wollt es selbst ausprobieren? Wir erklären euch, wie ihr mit wenigen Handgriffen einzigartige Flatlays aufnehmt.

1. Eine Geschichte erzählen

Hinter jedem guten Flatlay sollte eine Geschichte stehen. Fragt euch, worum es gehen soll. Möchtet ihr Mode, Essen oder Technik fotografieren? Oder geht es vielleicht um Beauty-Produkte, um Werkzeug oder um Reiseutensilien? Ihr seht schon: Grundsätzlich ist alles möglich. Dennoch ist es hilfreich, das Thema vorab festzulegen, da die weiteren Schritte vom Thema und vom Look abhängig sind, den ihr erzielen möchtet.

2. Aufbau und Untergrund

Am besten arrangiert ihr euer Flatlay auf einem Tisch. Den könnt ihr dann beliebig drehen und verschieben, falls ihr mit Fensterlicht arbeitet und mit dem Lichteinfall noch nicht ganz zufrieden seid. Als Untergrund eignet sich zum Beispiel verschiedenfarbiges Papier, das im Bastelgeschäft teilweise auf Rollen erhältlich ist. Aber auch Holz, Decken, Stoffe oder Dekofolien, die sich auf nicht mehr verwendete Bretter kleben lassen, können der Aufnahme das gewisse Extra verleihen. Denkt bei der Auswahl immer darüber nach, welchen Look ihr erreichen möchtet und welcher Untergrund die Geschichte eurer Aufnahme am besten unterstützt.

5. Die Produkte arrangieren

An dieser Stelle könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Flatlays spannend zu arrangieren. So könnt ihr die Gegenstände zum Beispiel strukturiert in einem Raster anordnen und mit einer klaren Linienführung arbeiten. Dabei müssen die Linien nicht zwingend vertikal und horizontal verlaufen. Sie können auch diagonal durchs Bild gehen. Bei einer anderen Variante liegt das Hauptmotiv in der Bildmitte und die Accessoires werden drumherum arrangiert. Dabei könnt ihr entweder alles innerhalb des Bildrahmens platzieren oder die Accessoires aus dem Bild herauslaufen lassen. Die Accessoires dürfen gerne auch übereinander oder etwas chaotischer liegen, solange die Geschichte und das Hauptmotiv erkennbar bleiben. Möchtet ihr später bei der Präsentation zusätzlich Text einbauen, dann macht es Sinn, bereits bei der Aufnahme einen Platz dafür einzuplanen. Das heißt, dass ihr nicht das gesamte Bild mit Produkten auslegt, sondern gezielt Freiraum lasst. Manchmal werden auch Smartphones und Tablets ins Bild eingebaut, auf deren Bildschirmen später in der Nachbearbeitung Screenshots gezeigt werden. Um eure Komposition zu überprüfen, ist es hilfreich, wenn ihr die Kamera einschaltet und das Bild zwischendurch per Live-View-Ansicht kontrolliert. Versucht, euch am Anfang nicht allzu starr an ein bestimmtes Muster zu halten. Habt den Mut, euren Bildaufbau hin und wieder zu verändern und neue Ideen auszuprobieren.

3. Ein Farbthema wählen

Für eine stimmige Aufnahme empfehlen wir, dass ihr euch vorab für ein bestimmtes Farbthema entscheidet. So kann zum Beispiel eine bestimmte Farbe im Vordergrund stehen, oder vielleicht möchtet ihr gezielt Kontraste durch Komplementärfarben setzen. Ruhig und gemütlich wirken beispielsweise warme Erdtöne. Mit knalligen Farben sorgt ihr dagegen für Aufmerksamkeit. Auch hier ist (fast) alles möglich. Wir geben euch dennoch den Tipp, es nicht zu bunt zu treiben. Wenn ihr viele verschiedene Farben mixt, kann das Bild unruhig wirken.

4. Mit Accessoires arbeiten

Flatlays werden durch die gewählten Accessoires mit Leben gefüllt. Wenn ihr euch unsicher seid, welche Gegenstände gut mit eurem Hauptmotiv harmonieren könnten, dann findet ihr im Netz zahlreiche Inspirationen. Unser Tipp: Lauft einfach durch eure Wohnung und sucht nach Gegenständen, die thematisch und auch farblich zu eurem Thema passen könnten. Dabei ist es hilfreich, wenn ihr sowohl größere als auch kleinere Accessoires zusammensucht. Mit den kleineren Gegenständen könnt ihr später unter anderem Lücken in eurer Bildkomposition leichter füllen. Bei einem Food-Flatlay bieten sich zum Beispiel Teller, Schüsseln, Deckchen und Besteck als Accessoires an. Aber auch einzelne Zutaten, die zur fotografierten Mahlzeit passen, oder Beilagen sind eine gute Wahl. Am besten sammelt ihr erst einmal alles zusammen und wählt dann gezielter aus, wenn es an die Bildkomposition geht.

6. Das Licht

Am natürlichsten wirkt für unser Auge das Tageslicht. Ihr könnt es euch einfach machen und euren Aufnahmetisch an ein Fenster stellen. Versucht, einen eher bewölkten Tag zu wählen und allzu hartes, also direktes, Sonnenlicht zu vermeiden. Die Wolken wirken wie ein Diffusor und sorgen für eine weichere Ausleuchtung mit weniger harten Schatten. Apropos Schatten: Die könnt ihr beispielsweise mit einem Reflektor oder mit einer leichten und preiswerten Styroporplatte von der gegenüberliegenden Seite aufhellen. Wahlweise könnt ihr auch mit Tageslichtlampen und Diffusoren arbeiten, wenn ihr ganz unabhängig von der Sonne agieren möchtet.

7. Das Equipment

Bei Flatlays ist es hilfreich, wenn ihr mit einem Stativ arbeitet und eure Nikon-Kamera darauf nach unten ausrichtet. Auf diese Weise habt ihr die Möglichkeit, eure Bildkomposition optimal und ganz in Ruhe auszurichten und am Kamera-Display zu überprüfen. Bei der Objektivwahl sind NIKKOR-Standardzooms oder -Festbrennweiten mit 24, 35 oder 50 mm empfehlenswert. Längere Brennweiten könnten aufgrund der Vogelperspektive schwierig werden, da ihr einen vom Objektiv abhängigen Mindestaufnahmeabstand einhalten müsst, der bei Tele-Brennweiten üblicherweise länger ausfällt. Bei der Wahl eurer Nikon-Kamera gibt es keine Einschränkungen. Ob Vollformat-, APS-C- oder Kompaktkamera – alles ist möglich.

Zum Abschluss gibt es nochmal alle Tipps im Überblick:

  • Überlegt euch eine Geschichte, die ihr mit eurer Aufnahme erzählen möchtet.
  • Am besten arbeitet ihr auf einem Tisch, der sich flexibel verschieben und drehen lässt, falls das erforderlich wird.
  • Beim Bildhintergrund könnt ihr mit farbigem Papier, Holz, Tüchern, Decken und anderen Materialien arbeiten, die euer Produkt thematisch unterstützen.
  • Wählt ein stimmiges Farbthema und versucht euch auf einige wenige Farben zu beschränken. Bei allzu vielen Farben kann das Bild chaotisch wirken.
  • Sucht in der Wohnung nach Accessoires, die farblich und thematisch zu eurem Produkt passen. Dabei ist es hilfreich, wenn ihr größere und kleinere Gegenstände miteinander kombiniert.
  • Bei der Bildkomposition gibt es viele Möglichkeiten. Ob strukturiert mit klaren Linien, mit dem Hauptmotiv in der Mitte und darum herum platzierten Accessoires oder mit einer freieren Anordnung – eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Arbeitet mit Fensterlicht und hellt Schatten mit Reflektoren oder günstigen Styroporplatten auf. Wahlweise könnt ihr auch Tageslichtlampen und Diffusoren verwenden.
  • Spannende Flatlays lassen sich mit so ziemlich jeder Nikon-Kamera aufnehmen. Die Sensorgröße ist dabei nicht ausschlaggebend. Wichtiger sind die Brennweite und der damit zusammenhängende Mindestaufnahmeabstand. Wir empfehlen Standardzoom-NIKKOR-Objektive oder Festbrennweiten mit 24, 35 oder 50 mm.

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