KONSTA PUNKKA: MIT DER Z 7II UNTERWEGS IN FINNLANDS WILDNIS

Dienstag, 08. Dezember 2020

Seit fünf Jahren fotografiere ich hier in Finnland Wildtiere, insbesondere Säugetiere. Die Motive variieren von Füchsen über Elche bis hin zu Wölfen und Bären. Als ich hörte, dass ich die neue spiegellose Nikon Z 7II mit Objektiven der Z-Serie ausprobieren kann, wusste ich sofort, dass ich die Ausrüstung gerne bei Aufnahmen eines Wolfsrudels hier in Ostfinnland testen möchte. Ich habe in diesem Jahr schon einige Male einheimische Wölfe an der finnisch-russischen Grenze fotografiert. In diesem Frühjahr wurden in dem Rudel zwei Jungtiere geboren. Ich habe ihr Heranwachsen sehr intensiv beobachtet und dokumentiert. Wenn man in Finnland Wölfe und Bären fotografieren möchte, braucht man bei diesen scheuen Tieren ein gutes Versteck. Als Versteck dient eine kleine unauffällige Holzhütte mit Aussparungen für die Kamera und kleinen Fenstern, um die einheimische Tierwelt beobachten zu können. Unser Plan bestand darin, einige Tage in den Verstecken zu bleiben und abzuwarten, was die Natur für uns bereithält.

Für den ersten Tag haben wir uns für ein Versteck in der Nähe eines örtlichen Sumpfgebiets entschieden. In diesem Gebiet waren in den letzten Tagen häufiger Bären und Wölfe gesichtet worden. Ich war also guter Dinge, dass wir Glück haben. Nach einigen Stunden des Wartens zeigte sich endlich der erste Bär. Ich hatte meine Nikon Z 7II über den FTZ-Adapter mit meinem AF-S NIKKOR 400 mm 1:2,8E FL ED VR kombiniert. Langsam, aber sicher gelang es mir, einige erste schöne Bilder aufzunehmen. Eine lange Tele-Brennweite ist für Nahaufnahmen von Bären und Wölfen sehr hilfreich, da die Tiere teilweise bis zu 100 Meter entfernt am Versteck vorbeilaufen. Meistens nutze ich nur einen einzigen Fokuspunkt. Ich fokussiere erst das Tier und passe den Bildausschnitt anschließend so an, wie ich ihn gerne hätte. Da sich der Bär bewegte, entschied ich mich für den kontinuierlichen AF, um das Tier besser scharf zu stellen, während es durch das Gebüsch lief.

Um die Nikon Z 7II ausführlich zu testen, habe ich auch die AF-Augenerkennung für Tiere ausprobiert. Die hat vor allem bei Wölfen hervorragend funktioniert. Neben den Tele-Aufnahmen mit dem 400 mm wollte ich zusätzlich gerne einige weitwinklige Bilder der Bären und Wölfe fotografieren. Dazu kam mir die Idee, eine zweite Nikon Z 7II mit dem neuen NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S außerhalb des Verstecks auf ein Stativ zu stellen und fernzusteuern. Ich habe das Stativ hinter Zweigen und Blättern versteckt und in der Kamera den Bluetooth-Modus aktiviert. So war es möglich, die Nikon Z 7II über die Snapbridge-App zu steuern. Anschließend ging ich zurück ins Versteck. Sobald ein Tier vorbeikam, holte ich die Kamera für ein Foto über die App aus dem Stand-by-Modus. Da es recht früh dunkel wurde, habe ich im Modus „Blendenpriorität" gearbeitet. So war es mir möglich, die Blende manuell einzustellen. Die Kamera hat die zur Lichtsituation passende Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit ganz automatisch gewählt. Da wir unser Versteck sechs Stunden lang nicht verlassen konnten, war es nicht möglich, zwischendurch zur zweiten Kamera zu laufen oder die Akkus zu tauschen. Daher war ich sehr erfreut, dass die Kamera während der gesamten Zeit problemlos via Bluetooth erreichbar war und sich stets problemlos über die Snapbridge-App aus dem Stand-by-Modus wecken ließ. Auch die Akkulaufzeit hat mir sehr gut gefallen.

Z 7II | 1/800s | f/4.5 | ISO 2500

Konsta Punkka in Action mit der Nikon Z 7II

Nach dem erfolgreichen ersten Tag, an dem wir schon einige Bären und Wölfe gesehen haben, beschlossen wir am Tag darauf, den Standort an ein Teichgebiet zu verlagern, um die Tiere in einer anderen Umgebung zu zeigen. Wie sich herausstellte, war das eine sehr gute Idee! Am neuen Standort angekommen, kam dort das ganze Wolfsrudel zusammen. Sie spielten am Teich und rannten um den Sumpf herum. So aktiv habe ich die Wölfe selten gesehen. Ich hatte meine Nikon Z 7II wieder mit dem 400-mm-Tele-Objektiv im Einsatz. Dazu hatte ich die zweite ferngesteuerte Kamera mit dem Weitwinkelzoom NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S auf der anderen Seite des Teichs aufgestellt. Nach ein paar Stunden, in denen ich bereits Hunderte Fotos der Wölfe aufgenommen hatte, sah ich plötzlich, wie ein Steinadler in der Nähe landete. Ich wechselte schnell vom Einzelfeldfokus zum 3D-Fokus mit der kontinuierlichen AF-Schärfenachführung, um so viel wie möglich vom Flug dieses wunderschönen Adlers einzufangen. Obwohl der Steinadler zwischen den Bäumen flog, behielt die Nikon Z 7II den Fokus perfekt auf dem Tier. So konnte ich die gesamte Flugsequenz einfangen.

K 7II | 400 mm | 1/640 Sek | f/4,5 | ISO 3200

Z 7II | 400 mm | 1/320 Sek | f/4,0 | ISO 4000

Die zwei Tage im finnisch-russischen Grenzgebiet gehörten schließlich zu den erfolgreichsten, die ich mit dem Wolfsrudel erlebt habe. Begegnungen aus nächster Nähe und Actionsequenzen – es war alles dabei, wovon ich geträumt hatte. Während der zwei Tage im Versteck überzeugte mich die Nikon Z 7II mit einer sehr guten Akkulaufzeit. Durch die zwei Prozessoren ist die Kamera so schnell, dass ich keine wichtigen Momente verpasse. Und dank der beiden Kartenfächer hatte ich stets genug Speicher, ohne ständig die Karte wechseln zu müssen. Ich kann es kaum erwarten, mit dieser Ausrüstung wieder auf Reisen zu gehen!

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Nikon School Tipps: Leistungsstarke Autofokus-Optionen

Unterstützt von zwei Expeed 6 Prozessoren bietet die neue Z 7II leistungsstarke Autofokus-Optionen und eine großartige AF-Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Hier sind ein paar Tipps, wie man mit den AF-Modi beginnen kann:

Verwendet bei statischen Motiven den Einzel-AF-Modus und nutzt eines der 493 AF-Messfelder, um den Fokus genau dort zu platzieren, wo ihr ihn benötigt. Wenn sich das Motiv leicht bewegt, wie zum Beispiel ein im Wind wehendes Blatt an einem Baum, wechselt vom „AF-S"-Modus (Einzel-AF) zum „AF-C"-Modus (kontinuierlicher AF). Haltet den Auslöser halb gedrückt oder drückt die AF-On-Taste, und die Kamera führt den Fokus automatisch nach, solange das Motiv über den aktiven Fokuspunkt oder einen Fokusbereich anvisiert bleibt.

Die Z 7II bietet viele Möglichkeiten, um sich bewegende Motive zu verfolgen. Dazu gehören die vier AF-Messfeldmodi „Dynamisch“, „Wides-S“, „Wide-L“ und „Automatische Messfeldsteuerung“. Um schnell mit der Verfolgung von Motiven zu beginnen, wählt AF-C und dann einen der automatischen Messfeld-Modi. Falls Menschen und Tiere im Bild sind, könnt ihr bei „Automatischer Messfeldsteuerung“ auch den Augen-Autofokus aktivieren.

Für mehr Flexibilität, oder wenn ihr etwas anderes als einen Menschen oder ein Tier verfolgen möchtet, drückt bei „Automatischer Messfeldsteuerung“ einfach die „OK"-Taste auf der Rückseite der Kamera. In dem Fall wird die Tracking-Funktion zur Motivverfolgung hinzugeschaltet. Wenn ihr durch euren Sucher oder auf den hinteren LCD-Bildschirm schaut, seht ihr jetzt ein weißes Kästchen, das ihr mit dem Mehrfachwahlschalter auf der Rückseite der Kamera oder einfach durch Antippen des Motivs auf eurem Touchscreen bewegen könnt. Der Kasten färbt sich gelb und verfolgt das gewählte Motiv, während es sich innerhalb des großen AF-Feld-Rahmens bewegt. Um die Nachführung zu stoppen oder ein anderes Motiv zu verfolgen, drückt einfach noch einmal die „OK"-Taste und positioniert das AF-Feld nach euren Wünschen neu.

Mit der AF-ON-Taste könnt ihr die Fokussierung an den Z-Kameras auf eine separate Taste auf der Gehäuse-Rückseite legen und damit vom Auslöser „entkoppeln“. Das kann vor allem bei Motiven hilfreich sein, die sich schnell bewegen. Wenn ihr die "AF-ON"-Taste gedrückt haltet, wird das Motiv kontinuierlich scharf gestellt. Dadurch spart ihr beim Auslösen Zeit, weil bereits über die AF-ON-Taste vorab scharf gestellt wurde und das Motiv nicht erst beim Auslösen fokussiert werden muss. Um die Leistung des Autofokussystems zu steigern, besteht die Möglichkeit, über die benutzerdefinierten Einstellungen im Kameramenü die Nachführempfindlichkeit anzupassen, um festzulegen, wie die Kamera auf plötzlich im Bild erscheinende Objekte reagieren soll. Um mehr über diese Einstellung zu erfahren und um das Beste aus eurer Z-Serie-Kamera herauszuholen, nehmt an einem unserer Nikon School Online-Kurse teil. Hier führen wir euch durch alle erweiterten Einstellungen eurer Z-Kamera.

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