BELL COLLECTIVE: REISE-FOTOGRAFINNEN ZU BESUCH IN DEN VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN MIT DER NIKON Z 6

Mittwoch, 19. August 2020

Unterwegs mit den neuen Pionierinnen der Reisefotografie! Bell Collective ist ein Zusammenschluss weiblicher Reise-Fotografinnen mit dem Ziel, die Welt zu entdecken und dabei möglichst vielfältige Perspektiven mitzubringen – jenseits von Geschlechter-Klischees. Mit der Nikon Z 6 waren die beiden Bell-Collective-Mitglieder Marion Payr und Alina Rudya letztes Jahr unterwegs in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und haben dort Frauen fotografiert und interviewt.

Wir treffen uns am Flughafen von Dubai – im Gewirr von Dutzenden Taxis finden wir uns endlich, etwas müde von der Anreise, aber voller Vorfreude auf die nächste Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In unseren Rucksäcken: Jeweils die Nikon Z 6 sowie ein Set an Objektiven – vom fantastischen AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8G ED bis zum Tele-Objektiv AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8E FL ED VR für unsere Wüstensafari. Der arabische Oryx steht hoch oben auf unserer Liste als Fotomotiv!

Z 7 | 1/1600s | f/2.8 | ISO 100

Dubai - abseits von Wolkenkratzern und Shopping Malls

Unser Ziel für diese Woche: Wir wollen die Vereinigten Arabischen Emirate auf möglichst neue Art und Weise entdecken, abseits der Shopping Malls und Hochhaus-Schluchten. Gibt es hier denn überhaupt Historisches und Kulturelles zu entdecken? Wie sieht es mit dem Naturerbe der Wüstenmetropole aus? Können wir mit (bevorzugt weiblichen) Emiratis ins Gespräch kommen und einen Einblick in das Leben von Frauen in den VAE gewinnen? Der erste Stopp so spät in der Nacht führt uns aber in unser Hotel – gelegen am Dubai Creek, direkt anschließend an “Al Fahidi”, das sogenannte “Old Dubai”. Schnell wird uns bewusst, dass was alt scheint, nicht unbedingt alt sein muss in Dubai. Das Hotel erinnert zwar optisch detailgetreu an eine alte Fischer-Siedlung, wurde aber erst vor 2 Jahren eröffnet. Auf einer geführten Tour durch Al Fahidi spüren wir rasch, dass vieles hier in Dubai wie eine Kulisse wirkt, aber dafür kommen wir ins Gespräch mit Heba bin Redha, der Gründerin von “Emirati Kashtas”. Hier geht man auf eine Stadtführung mit echten Emiratis – eine Seltenheit in Dubai, wo 90% der Einwohner Immigranten sind, zumeist aus Indien, Pakistan, Bangladesch usw.

Heba bin Redha - Gründerin von Emirati Kashtas

Heba arbeitet eigentlich als Ermittlungsbeamtin in der Finanzbranche, nebenbei hat sie aber mit ihrer Schwester den Tourenanbieter “Emirati Kashtas” gegründet. Sie gibt uns wertvolle Einblicke in die arabische Kultur, in Bräuche wie das Servieren von Kaffee, um wichtige Dinge im engsten Kreis zu besprechen. Die Servicekräfte waren früher in den Emiraten grundsätzlich gehörlos, um zu vermeiden, dass politische Geheimnisse, die beim Kaffeetrinken besprochen werden, ans Tageslicht kommen. Und so wird noch heute mit genau definierten Handgesten vermittelt, wenn man als Gast mehr Kaffee möchte oder fertig getrunken hat. Von ihr bekommen wir erste Einblicke in das Leben als Frau in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Als gläubige Muslimin trägt sie eine Abaya, den traditionellen schwarzen Kaftan, sowie die Shayla, das Kopftuch. Nicht nur ihr Haar trägt sie außer Haus bedeckt, sondern auch ihre Handgelenke. Während sie uns elegant durch den Bazar navigiert, grüßt sie immer wieder andere Emiratis. Die Frauen werden zur Begrüßung umarmt oder geküsst – Männern schüttelt Heba aber nicht die Hand, Körperkontakt ist nicht erwünscht.

Z 6 | 1/6400s | f/2.8 | ISO 400

Auf Entdeckungstour in der Wüste

Am nächsten Tag geht es für uns auf Wüstensafari mit “Platinum Heritage”. In alten Land Rovern aus den 50ern und 60ern brechen wir auf unsere 2-tägige Wüstentour auf. Auch hier merken wir schnell, dass alles ein bisschen weniger “ursprünglich” ist, als man von den Fotos vermuten würde. Die “Expedition” gleicht einer durchgetakteten Show, Hunderte Besucher werden hier tagtäglich durch die Wüste gebracht, man begegnet minutiös geplant dem Arabischen Oryx, sieht eine Falkenshow, abends werden Shisha-Pfeifen, Hennamalerei und Tanzvorführungen angeboten. Erst als ein Großteil der Gruppe das Bedouinen-Camp verlässt und das Lagerfeuer brennt, kehrt etwas von der berühmten Stille ein, die die Wüste so einzigartig macht. Wir schlafen in dem Wüstencamp und können so zumindest ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen, wie das Leben der Nomaden früher vor der Vereinigung in den Emiraten war. Der Sand ist erbarmungslos und kommt durch jede Ritze. Zum Glück sind unsere Nikon-Kameras gut versiegelt und trotzen so der Witterung!

Mit dem Heißluftballon über Dubais Wüste

Am nächsten Morgen fliegen wir mit dem Heißluftballon über die Wüste und sehen in der Ferne die Skyline von Dubai. Die Glitzermetropole versteckt sich in der sandgeschwängerten Luft und vermittelt aus der Ferne etwas Skurriles, ja fast schon Entrücktes. Während Millionen Einwanderer hierherkommen, um ihr Leben (oder vielmehr das ihrer Kinder) auch nur ein kleines Stück zu verbessern, genießen Besucher den übertriebenen Luxus, den Dubai für Touristen bietet. Während unser Taxifahrer erzählt, dass er gut ein Drittel seines Gehalts für die Miete in einem Zimmer mit 7 anderen Mitbewohnern ausgeben muss, versuchen wir zu reflektieren, was wir hier erleben. Die Emiratis fahren an uns mit den luxuriösesten Autos vorbei, Dutzende neue Hochhäuser entstehen parallel, die U-Bahn-Toilette ist so sauber, dass man vom Boden essen könnte. Die Kontraste könnten kaum größer sein!

Huda bin Redha - Anwältin und Fotografin

Abends treffen wir Huda bin Redha - eine Anwältin und Fotografin aus Dubai. Gemeinsam fotografieren wir den Sonnenuntergang über Dubais Skyline und diskutieren mit ihr unsere Eindrücke. Sie ist viel gereist, war zuletzt auch zu Besuch in Wien – ihre Mutter ist aus Ägypten eingewandert und hat Huda geprägt. Huda ist eine aufgeklärte junge Frau, nicht bereit zu heiraten, nur weil es die Tradition für Frauen in ihrem Alter schon längst so vorgesehen hätte. Sie fokussiert sich auf ihre Karriere als Anwältin, reist als Fotografin um die Welt und liefert spektakuläre Aufnahmen, die sie mit ihrer Drohne kreiert. Huda vermittelt einen ganz anderen Eindruck als ihre Schwester Heba, sie spricht offen über Dating in den VAE. Je nach familiärer Tradition dürfen junge Leute sich teilweise nur unter Aufsicht treffen. Nur in liberaleren Familien können Dates auch alleine stattfinden. Manche Paare werden nach nur wenigen Treffen verheiratet – die Arrangements trifft in konservativen Kreisen immer noch die Familie. Für Huda scheint so eine Art von Heirat unvorstellbar!

Fazit unserer Reise

Unser Fazit nach einer Woche steht fest: Wir haben kaum an der Oberfläche gekratzt, unsere Gespräche mit Emiratis, erfolgreichen Expats und einfachen Immigranten zeichnen ein sehr unterschiedliches Bild von den VAE. Speziell das Leben von Frauen in den Emiraten hängt extrem von den familiären Strukturen ab. Während die Stadt im Wüstensand glitzert und den Anschein unendlichen Reichtums weckt, spielen sich hinter den Türen mancher Häuser Geschichten ab, die aus dem westlichen Blickwinkel nur schwer vorstellbar sind. Und so lohnt sich ein Besuch, um ein paar der Geschichten aus erster Hand zu hören und zu verstehen.

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