Nikon-Fotografin Sarah Pour hat bereits im Alter von 7 Jahren ihre Liebe zur Fotografie entdeckt. Die junge Fotografin liebt die Natur und das Reisen mit Gleichgesinnten. Ihre Fotos vermitteln eine ganz besondere verträumte, melancholische Atmosphäre, die einladen länger auf ihren Fotos zu verweilen.

Wie & wann bist du zur Fotografie gekommen?

Man kann fast schon sagen, es wurde mir in die Wiege gelegt. Als Kind, mit etwa 7/8 Jahren habe ich von meinen Eltern eine pinke Analog-Kamera geschenkt bekommen und war direkt Feuer und Flamme. Wir sind damals schon als Familie viel gereist, wenn auch etwas anders als ich es heute machen würde - und da habe ich immer viel fotografiert und das festgehalten, was mir von all den Eindrücken, die ich vernommen habe, gefallen hat. Mit etwa 14 Jahren hatte ich die Lust dann doch wieder verloren, bis ich mit 22 in Köln zum Studieren gelandet bin und irgendwie unzufrieden mit der Stadt war. Da habe ich mir selbst ein kleines Projekt zusammengestellt und bin mehrmals die Woche mit meinem Handy durch Köln gezogen, um die Stadt bildlich festgehalten. So wollte ich Köln von einer anderen Seite kennenlernen, um der Stadt eine Chance zu geben, mich zu überzeugen. Was sie dann auch tatsächlich hat. Und kurz darauf habe ich mir meine erste richtige Kamera gekauft und seither kann ich mir gar kein Leben mehr ohne Kamera vorstellen.

Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung?

Neben meiner Nikon Z 7 und dem 24-70 mm 2.8 & 28mm 1.4 besitze ich auch eine Mavic Air Drohne, welche gerne zum Einsatz kommt, wenn ich mal einen anderen Blickwinkel von dem Ort, an dem ich bin, bekommen möchte. Am liebsten fotografiere ich mit meinem 24-70mm 2.8, weil es den größten Teil an Brennweiten abdeckt. Da ich auf meinen Reisen ohnehin schon schwer bepackt bin, spare ich auf diese Weise an Gewicht, muss aber auf nichts verzichten. Zumal die Blende auch schon ein großartiges Bokeh erzeugen kann. Daneben habe ich aber auch eine analoge Kamera und eine Polaroid. Die beiden letzten benutze ich sehr gerne, wenn auch mit Bedacht. Dann natürlich ein Stativ, um meine Selbstportraits aufnehmen zu können. Aber im gesamten ist meine Fotoausrüstung eher klein gehalten; ich möchte nicht allzu viel mit mir „herumschleppen“.


Was treibt dich an? Woher nimmst du deine Inspiration?

Das sind tatsächlich meine Gefühle, bei denen ich gar nicht wüsste, wie ich sie auf eine andere Art ausdrücken könnte. Ich betrachte meine Bilder, vor allem in Kombination mit den dazugehörigen Titeln, als eher melancholisch.

Wann, wie und wo fotografierst du am liebsten?

Am liebsten fotografiere ich zu Sonnenauf- oder untergang. Da ist das Licht wie verzaubert. „Wo und was“ ist mir fast schon egal. Ich fotografiere nebenbei auch sehr gerne noch analog und da halte ich fast schon die wirklich wahren Momente von anderen Menschen fest. Wenn der Auslöser gedrückt ist, ist das Bild schon fast fertig. Bei der digitalen Fotografie kann ich immer noch weitere Bilder machen, wenn ich sie im ersten Moment versemmelt habe. Am liebsten fotografiere ich allerdings draußen bei natürlichem Licht. Studiofotografie hat mich noch nie wirklich angezogen.

Was macht dich zu einem Original?

Ich finde die Antwort auf die Frage wirklich sehr schwer. Aber ich greife hier mal am besten auf die Worte bzw. Komplimente zurück, die ich immer wieder von anderen bekomme. Die Mischung aus verträumter und melancholischer Atmosphäre, die meine Bilder ausstrahlen, wird immer wieder angesprochen. Ich schätze, genau das macht meinen Stil und meine Bildsprache aus.

Wir sehen dich oft selbst in deinen Fotos. Wie viel Persönlichkeit steckt in deinen Bildern?

Da ich meine Fotos selbst plane, umsetze und auch bearbeite, würde ich sagen, meine Persönlichkeit steckt in meinen Fotos „durch und durch“. Es kommt allerdings auch schon mal vor, was allerdings wirklich eher selten ist, dass ich einen mitreisenden Fotografen bitte, ein Bild zu machen, bei dem ich vorab ein Foto schieße, den Bildausschnitt somit festlege und zeige. Das passiert aber auch nur wenn es mal ‚schneller‘ gehen soll bei Aufträgen zum Beispiel.

Wie verbindest du deinen Job als Art Director mit deiner Fotografie?

Ich glaube, dass mir das Einiges erleichtert. Sowohl in der Planung vorab als auch beim Fotografieren selbst. Wirklich verbinde ich die „zwei Welten“ allerdings nicht. In meiner Arbeit als Art&Creative Director bin ich sehr minimalistisch, was bei meinen Fotografien eher weniger der Fall ist. Aber den Workflow habe ich sicher daher entnommen, was mir einiges an Zeit spart.

Wie verknüpfst du Landschafts- und Lifestylefotografie in deinen Bildern?

Ich persönlich kann da ehrlich gesagt keinen Unterschied ziehen. Klar, ich lebe in einer Stadt und hier habe ich natürlich keine Berge oder das Meer. Nichtsdestotrotz, sobald ich auf Reisen bin und da meine Bilder schieße, ist das ein Teil meines Lifestyles und somit direkt mit der Landschaftsfotografie verknüpft. Nur Landschaftsfotos finde ich zum Teil auch sehr faszinierend, aber sehr häufig merke ich, dass mir da irgendetwas fehlt. Die Story oder die Emotionen.


Was war für dich die bisher herausforderndste Situation als Fotograf?

Das war tatsächlich der Moment, als ich auf Teneriffa an einen Strand gelaufen oder eher runter geklettert bin, über mehrere Felsen und Steine, und erst unten realisiert habe, dass ich mein Stativ im Auto vergessen habe. Da fehlte mir allerdings die Muße und das Licht war viel zu gut, als dass ich in Kauf genommen hätte, noch mal zurück zu gehen. Also habe ich mit Steinen und meinem Rucksack versucht, die Kamera irgendwie zu stabilisieren, um per Fernauslöser ein Bild von mir am Strand und den aufschlagenden Wellen zu machen. Leider ist der Fokus in dem ersten Bild danebengegangen, aber ich mag genau dieses Bild dennoch am meisten.

Anfang Oktober bin ich in Sri Lanka und das wird auf jeden Fall auch noch mal eine Herausforderung für mich sein, da ich bisher die tropischen Länder nicht wirklich besucht habe. Neben Surfen und der Zeit im Wasser darf meine Kamera natürlich nicht fehlen. Ich bin schon gespannt, ob und wie ich diese Art von Fotos umsetzen kann. Einige Ideen habe ich schon im Kopf, wie die Umsetzung dann sein wird, werde ich vor Ort erst sehen.

Mit wem gehst du gerne auf Fotoreisen?

Am liebsten reise ich mit Gleichgesinnten. Mit anderen Fotografen und Kreativen. Mir fällt es teilweise schwer, wenn man es nicht nachempfinden kann, dass ich Fotos machen möchte von meinen Reisen oder auch einfach von meinem Alltag, einem Moment. Und da möchte ich mir die Zeit nehmen, ohne dass ich gehetzt werde, weil es meine Begleitung nervt, dass ich mein Leben sozusagen durch einen Sucher sehe.

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