WILDES POLEN: EINE BESONDERE STIMMUNG – EINGEFANGEN MIT DER NIKON Z 7

Montag, 27. Juli 2020

André Alexander ist professioneller Fotograf und spezialisiert auf stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Mit über 100.000 Followern auf Instagram zählt er zu den bekanntesten Landschaftsfotografen Deutschlands. Diese Fotostrecke hat das Nikon-Family-Mitglied nach Polen geführt – zum ersten Mal. Um genauer zu sein: ins slowakisch-ukrainische Grenzgebiet. Die dortigen Aufnahmen zeigen auf eindrucksvolle Art und Weise, wie naturbelassen dieser Teil Polens auch heute noch ist. Ausgerüstet mit einer Nikon Z 7 und zahlreichen Objektiven, unter anderem mit dem Nikon NIKKOR Z 24–70 mm 1:2,8 S, ging die Reise für ihn bestens vorbereitet los.

„Mittlerweile war ich nun auf einigen Reisen mit der Kamera unterwegs. Zuvor konnte ich auch schon das NIKKOR Z 24–70 mm 1:2,8 S testen und war sehr zufrieden damit. Also kann ich nur Positives darüber berichten. Einmal gab es dabei den Fall, dass ich in heftigen Regen hineingekommen bin und mit einer völlig durchnässten Kamera Bilder machte. So, als hätte ich die Kamera mal eben unter die Dusche gehalten. Dennoch hat die Z 7 performt, als ob nichts gewesen wäre. Zusammen mit dem Objektiv ist die Kamera ein richtiges Arbeitstier und macht hervorragende Aufnahmen.“ Von Nürnberg kommend mit dem Flieger in Krakau gelandet, fuhr er mit dem Mietwagen und seinem Kameraequipment in den südöstlichen Teil Polens, nach Bieszczady, in der Nähe der ukrainischen Grenze. Dort angekommen, erschloss sich ihm direkt die wilde Seite dieses Landes. Vom ersten Tag an faszinierte ihn die eindrucksvolle Szenerie. Als sehr naturbelassen und verwunschen beschreibt er die Landschaftszüge. Eine atemberaubende Kulisse, wie er erzählt. André hatte sich im Vorfeld zwar beim Tourismusverband Informationen über seine Reiseziele eingeholt, eine große Unbekannte war diese Region für ihn aber dennoch. Zum Zeitpunkt seiner Tour, Anfang November, waren die Baumkronen noch in voller Pracht, mit Blättern in klassischen Herbstfarben überzogen. Schließlich ging es ihm darum, die Herbststimmung an diesem Ort bestmöglich einzufangen. So hat er auch die Planung seiner Reiseroute selbst in die Hand genommen. Vor Ort bemerkte der Landschaftsfotograf, dass er wirklich mitten in der Natur steckte, da er zunächst nicht einmal einen Supermarkt ausfindig machen konnte.

André Alexander unterwegs mit der Nikon Z 7 im südwestlichen Teil Polens.

Z 7 | 1/200s | f/7.1 | ISO 100

In der Region um Bieszczady herum war seine erste Anlaufstelle ein kleines Örtchen mit einer Hügellandschaft; fast zu vergleichen mit der Toskana. Hinzu kamen Nebel und eine ikonische Kirche in der Mitte dieses Landschaftsstreifens. Vom Berg Sokolica aus hatte er einen unglaublichen Blick in die Schlucht hinein und auf einzelne Bäume, die in diese Schlucht hineinragen. Die Wanderung zum Ausblickspunkt dauert etwa 30 bis 50 Minuten. Ein perfektes Motiv zum Fotografieren, für das sich der Weg lohnt. „In der dortigen Umgebung habe ich dann auch mehrere wild lebende Wölfe getroffen. Außerdem nahm ich eines Morgens an einer Safari teil, da mir im Vorfeld wild lebende Bisons versprochen wurden. Das konnte ich zunächst nicht glauben, bis ich gegen 5:30 Uhr morgens tatsächlich mit eigenen Augen eine Herde von 20 bis 30 Exemplaren dieser tollen Tiere sehen konnte. Das hat mich sehr beeindruckt, da ich es zuvor nicht für möglich gehalten habe. Leider konnte ich in diesem Moment keine Fotos schießen, weil es dafür einfach noch zu dunkel war.“ Insgesamt war André drei Tage in und um Bieszczady unterwegs. In dieser Zeit hat er während seiner Wanderungen, die er dort unternommen hat, vor allem Landschaften fotografiert. Rückblickend hätte er gerne noch weitere Tieraufnahmen gemacht. Durch den knappen Zeitplan und die zahlreichen Fußmärsche blieb ihm allerdings nicht die Zeit, sich auf die Lauer zu legen, wie er sagte. Das machte die Tierfotografie für ihn schwierig. Unabhängig davon war der Eindruck vor Ort genau so, wie André es sich gewünscht hat. Jeden Tag präsentierte sich die prachtvolle Szenerie mit sehr stimmungsvollen, in Nebel gehüllten Sonnenauf- und Sonnenuntergängen. Sein Spezialgebiet, wie André erzählt.

Als Nächstes ging die Tour weiter entlang der Grenze in Richtung Süden nach Zakopane. Etwa zwei Tage dauerte die Weiterfahrt. Dort angekommen, übertraf der für Wintersport bekannte Ort Andrés Erwartungen vollkommen. Zwar war er zuvor schon in verschiedenen anderen Gebirgsorten unterwegs gewesen, allerdings hinterließ bislang keiner davon einen solch bleibenden Eindruck bei ihm wie dieser. Zuvor für ihn nahezu unbekannt, erschloss sich dem Fotografen eine moderne, fortschrittliche Stadt mit einer sehr guten Infrastruktur, die von einer atemberaubenden Landschaft umgeben ist. Nach einer Anfahrt von lediglich 15 Minuten vom Stadtzentrum aus wartet eine der schönsten Naturszenerien auf den Betrachter. Ein sehr beeindruckendes Bild im Süden von Polen mit Blick auf das Tatra-Gebirge, das mit zwei Dritteln zur Slowakei und einem Drittel zu Polen zählt. 

Die dortigen Bergspitzen sind bis zu 2.700 Meter hoch und prägen das Gesamtbild stets mit. Gut ausgebaute und saubere Wanderwege sorgen für Märsche von 30 bis 45 Minuten. Ein Paradies für Fotografen, denn in Zakopane braucht es keinen bestimmten Ort, um gute Motive zu erhalten. Es reicht, wenn ihr euch ein bisschen aus der Stadt herausbewegt. Dann eröffnet sich der Blick in die Täler und auf die Berge. Eine spezielle Planung ist an der Stelle also nicht notwendig. Einfach früh aufstehen, losziehen und treiben lassen. Viele Menschen traf André dort hingegen nicht. Lediglich einige Polen waren stets früh unterwegs, um die Szenerie und den Sonnenaufgang zu genießen. Deutsche hat er vor Ort nicht getroffen. „Ich hatte also das Glück, ungestört fotografieren zu können. Im Nachhinein gesehen ist es eine sehr reizvolle Stadt, die nur etwas über eine Flugstunde von Nürnberg entfernt ist.“ Angenehm überrascht war André allerdings über Polen an sich: „Zunächst habe ich gedacht, dass Polen vielleicht rückschrittlicher ist. Dem war aber gar nicht so. Im Gegenteil: Die Infrastruktur ist mit Deutschland vergleichbar.“ Was allerdings ebenfalls auf einem Niveau ist, sind die dortigen Preise. Selbst in Bieszczady, wo fast nur Einheimische leben, hat sich am Preisniveau im Vergleich zu Zakopane, das häufig von Touristen besucht wird, nichts geändert.

Von seinen Wünschen, Ergebnissen und Highlights erzählt uns André mehr im kurzen Interview:

Z 7 | 1/200s | f/5.6 | ISO 100

Z 7 | 1/100s | f/3.2 | ISO 100

Welche Motive hast du gesucht, als du in der Region unterwegs warst?

Vor meinen Reiseabenteuern gehe ich jedes Mal auf Motivsuche. Oft über die sozialen Netzwerke wie Instagram und Facebook. Dort war auch diesmal wieder einiges zu finden, wenn man ein wenig präziser nachsieht. Über die Suche hatte ich das Glück, auf einige polnische Fotografen zu stoßen, die ich kennenlernte. Tipps inbegriffen. So bin ich letztendlich auf die Spots gekommen. Zusätzlich habe ich einige Informationen über Google rausgesucht und mich vor Ort mit zwei Fotografen getroffen, die auf Instagram aktiv sind. Über diese Schnittstelle wurden mir dann weitere Tipps gegeben. Auf diese Weise kam ich an die entsprechenden Örtlichkeiten und Aufnahmen, wie beispielsweise die Kirche auf der Hügellandschaft.

Im Nachhinein bist du also mit mehr nach Hause gekommen, als du erwartet hast?

Tatsächlich bin ich mit viel mehr wieder gegangen, als ich erwartet habe. Meine Erwartungen waren doch deutlich geringer als das, was zum Schluss dabei herumgekommen ist. Natürlich hatte ich im Vorfeld gewisse Spots im Auge, die ich mir ausgesucht habe. Dadurch dass man sich aufgrund der perfekten Gesamtstimmung aber so treiben lassen konnte, kamen einige Überraschungen zustande. Persönlich liebe ich einfach diese Wälder oder Bäume im Nebel und bei Sonnenaufgang. Besonders, wenn Sonnenstrahlen hindurchbrechen.

Hast du ein Foto-Highlight, das du auf jeden Fall mitnehmen wirst?

Generell haben mich diese Landschaften, die unberührte Natur und die perfekten Stimmungen überrascht, die ich tatsächlich jeden Tag hatte. So gesehen war eigentlich jeder Tag ein Highlight. Es gibt nicht diesen einen Spot, der mir in Erinnerung geblieben ist, sondern wirklich das Gesamtpaket. Weil jeder Tag einfach wirklich perfekt war. Sonnenaufgang mit Nebel, Herbststimmung und Herbstfarben.

Wenn es allerdings ein Lieblingsbild gibt, dann das einer Holzkirche an der Grenze zu Polen in Zakopane. Eine ziemlich goldfarbene Aufnahme, die auch schon von Nikon geteilt wurde. Diese Holzkirchen sind da eigentlich sehr vorherrschend. Allerdings ist gerade diese Kirche besonders schön gelegen, da der Betrachter im Hintergrund einen Blick auf das Tatra-Gebirge hat. Aber es gibt dann auch durchaus noch eine ganz besondere Aufnahme in Bieszczady. Der erste Morgen, an dem ich angekommen bin und wir in dieses kleine Örtchen mit der frostigen Landschaft gekommen sind. Dort ist dann der Sonnenaufgang über den Ort hereingebrochen. Zusammen mit dem Bodennebel gab das ein Motiv, welches ebenfalls zu meinen Favoriten zählt.

In jedem Fall möchte ich noch einmal im Winter nach Zakopane zurück, weil ich in Verbindung mit Schnee und diesen Landschaftszügen ebenfalls schöne Bilder gesehen habe. Polen ist nah, aber dann doch wieder so fern, weil man sich mit dem Land wenig beschäftigt. Aber es ist auf jeden Fall eine Reise wert und man kommt vor Ort prima zurecht. Viele Leute sprechen sehr gut Englisch und sind gerne behilflich. Außerdem gibt es dort einige Landschaftsfotografen, die wirklich gute Arbeiten machen und auch gerne weiterhelfen.

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