MIT DER NIKON Z 6 UNTERWEGS IN DEN SCHWEIZER ALPEN

Freitag, 31. Juli 2020

Michael André Ankermüller, 31, ist der Kopf hinter „Blog.Bohème". Wir haben mit dem Reise- und Lifestyle-Blogger über sein Leben als digitaler Nomade, die Renaissance der Bloggerszene und sein erstes Shooting mit der Nikon Z 6 im schweizerischen Bergdorf Vals gesprochen – einem Traumziel für urbane Weltflüchtige.

Michael, wie bist du zum Bloggen gekommen?

Das war 2010 – und eine glückliche Fügung. Ursprünglich habe ich Kultur- und Medienwissenschaften sowie Journalistik und Philosophie studiert und schon während der Studienzeit mit Blog.Bohème angefangen - im Rahmen eines Uni-Seminars. Es hat mir Spaß gemacht, und dann habe ich gedacht, jetzt mache ich einfach weiter. Jetzt mache ich das seit mittlerweile fünf Jahren hauptberuflich und bin immer noch da.

Wie sieht dein Businessmodell aus?

Es ist eine Mischung aus journalistischer Arbeit und bezahlten und als solchen auch gekennzeichneten PR-Inhalten. Darüber hinaus berate ich mit meiner Agentur.Bohème Firmen in Sachen PR, strategische Kommunikation und Content Marketing.

In den letzten Jahren ist es ruhiger geworden um die Blogger-Szene. Hat das Format seinen Aufmerksamkeits-Zenit nicht längst überschritten?

Fakt ist: In den letzten Jahren hat sich die Aufmerksamkeit mehr in Richtung schnellerer, vorwiegend visueller Medien verlagert, davon hat vor allem Instagram profitiert. An einem bestimmten Punkt ist sehr viel Geld in Richtung Influencer-Marketing geflossen – und teilweise auch verbrannt worden. Ich hatte mit meinem Blog allerdings von Anfang an eine langfristige Perspektive vor Augen – und das hat sich ausgezahlt, denn sowohl die Leser als auch die Anzeigenkunden halten mir größtenteils die Stange. Seit einiger Zeit habe ich zudem das Gefühl, dass Blogs ein Revival erleben, denn neben der Reichweite, also der puren Zahl der Follower, wird auch der Relevanz, also der Tiefe der Verankerung bei bestimmten Zielgruppen, ein wachsender Stellenwert beigemessen. Ich glaube immer noch fest an den Blog als mediales Format, das nicht nur von Bildern, sondern auch von pointierten, persönlichen Texten lebt.

Dennoch spielen die Bilder in deinem Blog eine gewichtige Rolle. Mit welchen Aufnahmegeräten arbeitest du?

Bis vor Kurzem habe ich überwiegend mein Smartphone und eine MFT-Kamera genutzt. Seit ein paar Monaten bin ich auf die Nikon Z 6 umgestiegen.

Warum?

Fast alle Kameras machen inzwischen ganz gute Bilder, sogar Smartphones. Ich wollte aber die technische wie auch die gestalterische Qualität meiner Aufnahmen steigern, deshalb habe ich mehrere Kameras ausprobiert und bin schließlich bei der Z 6 hängengeblieben.

Z 6 | 1/640s | f/9 | ISO 100

Was schätzt du an der Nikon Z 6 besonders?

Die intuitive Bedienung und das Handling. Ich bin nicht so der Technikfreak, ich will mich in erster Linie auf die Bildgestaltung konzentrieren. Die Nikon Z 6 ist wahnsinnig intuitiv. Das Benutzer-Interface finde ich sehr gelungen, außerdem liegt die Kamera super in der Hand. Als Spiegellose ist sie spürbar leichter als Vollformat-DSLRs, aber sie ist eben auch nicht zu leicht. Hinzu kommt, wie gesagt, die sichtlich bessere Bildqualität „out of the box“. Das liegt zum einen sicherlich am Vollformatsensor und dem modernen Prozessor, zweifellos trägt aber auch die hohe Abbildungsqualität der NIKKOR-Objektive zur hohen Bildqualität bei.

Z 6 | 1/320s | f/6.3 | ISO 100

Welche Objektive nutzt du denn hauptsächlich?

Ich arbeite sehr viel mit dem NIKKOR Z 24-70mm 1:4 S, das schön kompakt ist und ein flexibles Agieren ermöglicht, gerade, wenn es mal schneller gehen muss. Im Indoorbereich und für People-Aufnahmen nutze ich überwiegend das NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S, das viele Lichtreserven und ein wirklich wunderschönes Bokeh liefert. Bei Architektur, Stadtlandschafts- und Naturaufnahmen kommt das NIKKOR Z 14–30 mm 1:4 S zum Einsatz, das als Ultraweitwinkelzoom eine meiner Erfahrung nach überragende Abbildungsleistung bietet.

Wie sieht dein Workflow aus?

Die Bildwelten in den sozialen Medien entfremden sich immer weiter von der Realität, das gefällt mir persönlich immer weniger. Ich möchte meinen Bildern einen möglichst natürlichen Look geben, deshalb beschränke ich mich in meiner Bildbearbeitung, die ich in Adobe Lightroom oder ACDSee Photo Studio Professional erledige, auf das wirklich Wesentliche: Nachschärfen, Kontrast erhöhen, hier und da die Helligkeit anpassen.

Deine erste größere Bildstrecke mit diesem Nikon-Set-up hast du im Februar im schweizerischen Vals geschossen. Wie war’s?

Grandios, Vals ist ein toller Ort. Ich wollte schon lange etwas zum Thema Eskapismus, also gekonnte Weltflucht, machen, Vals schien mir da die richtige Location, und sie hat mich nicht enttäuscht. Schon die Anreise zu diesem auf 1.250 Metern Höhe gelegenen Bergdorf ist abenteuerlich und braucht Zeit. Vor Ort erlebt man dann gerade als Städter – ich wohne in Berlin – die völlige Entschleunigung. 1.000 Dorfbewohner, 1.000 Schafe, 1.000 Gästebetten und dennoch keine Spur von Massentourismus.

Was macht man als Tourist vor Ort?

Man tut das, was man in vielen anderen Bergdörfern auch tut, nämlich Skifahren, Langlaufen und Wandern. Aber Vals bietet viel mehr, inmitten dieser großartigen, stillen Landschaft herrscht so etwas wie ein urbaner Spirit, der neben (Winter-)sportlern auch viele Kulturinteressierte anzieht. Da ist etwa die Brücke 49 – ein international renommiertes Bed & Breakfast mit skandinavischer Inneneinrichtung. Hier habe ich unter anderem einen Hotelbesitzer aus Mexiko und ein altes Pärchen aus den USA kennengelernt. Andererseits habe ich auch mit einem Bergbauern gesprochen, der Alpakas züchtet und abgeschieden lebt, gleichzeitig aber von Berlin begeistert ist und einmal im Jahr hinfährt. Und dann ist da natürlich noch die einzigartige 7132 Therme Vals des Star-Architekten Peter Zumthor. Dieses aus Naturgneis erbaute Thermalbad lebt von der Reduktion auf das Wesentliche, auf die vor Ort vorhandenen Elemente Stein, Wasser und Licht und zieht mit diesem minimalistischen, ortstreuen Konzept viele Architekturbegeisterte und Kreative an. Ein atemberaubend schöner Ort, an dem leider gilt: Fotografieren verboten.

Du beschäftigst dich auf deinem Blog auch mit feuilletonistischen und Lifestyle-Themen wie Literatur, Fotografie, Musik, Mode und Design, dein Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Thema Reisen. Wie viele Tage bist du im Jahr unterwegs – und wo?

Rund 100 Tage. 2019 war ich unter anderem auf einer 12-tägigen Marokko-Rundreise und dort auch in der Wüste. Zuletzt bin ich aber vor allem zu näheren Destinationen gereist, etwa nach Linz, Zürich, Luzern oder in die Kleinstadt Radebeul in den sächsischen Weinbergen, wo ich unter anderem Hotels besucht und rezensiert habe.

Wie sieht deine Arbeit unterwegs aus?

Vor Ort sammle ich vor allem Eindrücke und mache Bilder, die Blogposts erstelle ich meist erst, wenn ich wieder zuhause in Berlin bin. Und anschließend geht es dann auch schon wieder los. Ich verstehe mich als digitaler Nomade, als moderner Bohemien und ich liebe diese Art von Leben und Arbeiten on the road wirklich, denn sie bedeutet ein Maximum an Freiheit. Außerdem lernt man unterwegs viele interessante Menschen kennen.

Wie finanzierst du deine Reisen?

Die meisten meiner Reisen – wie etwa die nach Vals – plane ich in Eigenregie, werde bei den Reise- und Unterkunftskosten aber von lokalen Partnern unterstützt. Das Ganze ist meistens ein Nullsummenspiel, aus dem sich aber fast immer auch Auftrags-Reportagen ergeben – etwa für Tourismus-Ämter.

Wie beeinflusst die aktuelle Situation dich und deine Arbeit vor diesem Hintergrund?

Es schwierig, momentan darauf eine Antwort zu geben, an Reisen ist natürlich im Moment nicht zu denken, und das wird wohl eine Zeitlang noch so bleiben. Ich will diese Zwangspause allerdings kreativ nutzen, auch um die Art, wie wir – und wie letztlich auch ich – reisen zu hinterfragen. Andererseits bin ich, auch nach Gesprächen mit Geschäftsführern großer Reiseunternehmen, davon überzeugt, dass der Tourismus nach der Corona-Krise explodieren wird, einfach weil es so viel Nachholbedarf gibt.

Wirst du für zukünftige Projekte wieder die Nikon Z 6 einsetzen?

Ja klar, die höhere Bildqualität, die ich mit der Kamera realisieren kann, ist natürlich gerade bei werblichen Aufträgen sehr hilfreich.

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