Dienstag, 23. April 2019

Marry Me: Hochzeitsbräuche aus Großbritannien

Die Hochzeit ist einer der wichtigsten Momente im Leben eines Paares und die Fotos, die an diesem Tag gemacht werden, gehören zu den schönsten Erinnerungen. Eine Sammlung von Hochzeitsfotografien kann eine ganze Geschichte erzählen. Vom Austauschen der Ringe bis zum ersten gemeinsamen Tanz und die Paare heute möchten ihre eigene Geschichte auf eine ganz persönliche Art erzählen.

Lernt den mehrfach ausgezeichneten Hochzeitsfotografen Ross Harvey und Bloggerin Louise von B.LOVED kennen. Sie berichten über aktuelle Trends aus Großbritannien und fotografische Stilrichtungen.

Das Paar küsst sich bei ihrem Eröffnungstanz von Ross Harvey mit D850 & AF-S NIKKOR 24-70mm 1:2,8G ED

Louises Hochzeitsbräuche aus Großbritannien

Die Hochzeitstorte

Die Tradition der Hochzeitstorte begann in England als Statussymbol und Ausdruck der Feier. Im England des Mittelalters wurden die Torten so hoch wie möglich aufgestockt. Braut & Bräutigam mussten dann versuchen, sich direkt über der Torte zu küssen, wenn ihnen das gelang, war das ein Zeichen dafür, dass sie eine gute Ehe führen würden. Englische Hochzeitstorten werden normalerweise aus Früchtestollen gefertigt und durch Säulen getrennt, übereinander gestapelt, während in Amerika die einzelnen Torten direkt aufeinandergelegt werden. Im viktorianischen Zeitalter wurde die weiße Glasur als Symbol für Wohlstand und gesellschaftlichen Status hinzugefügt.

Das Paar schneidet die Hochzeitstorte an von Ross Harvey mit D850 & AF-S NIKKOR 24-70mm 1:2,8G ED

Heute entscheidet sich das jeweilige Brautpaar für den Geschmack und die Art der Torte, um persönliche Vorlieben und den eigenen Stil zu repräsentieren. Neben Käsekuchen und Buttercremetorten gibt es auch ganze Tische, die mit süßen Köstlichkeiten vollgestellt werden. Traditionell schneidet das Brautpaar die Torte gemeinsam an, um damit symbolisch auf ihre Verbindung und den Wunsch, immer füreinander da zu sein, hinzuweisen.

Der Eröffnungstanz

Wir freuen uns schon alle auf den ersten Tanz des Hochzeitspaares, bei dem das Paar seine Liebe füreinander zum Ausdruck bringt. In früheren Zeiten stahl der Bräutigam seine Braut, um sie dann vor seinen Freunden rund um das Feuer zu wirbeln, bevor die eigentliche Zeremonie begann. Der Tanz gilt aber auch als Erinnerung an formelle Bälle, auf denen die Ehrengäste (in diesem Fall Braut und Bräutigam) den Tanz mit einem Walzer eröffneten. Heute entscheiden sich die meisten Paare eher für einen Song, der ihnen am Herzen liegt, als für den traditionellen Walzer. Dabei überraschen einige mutige Paare die Gäste sogar mit vorher einstudierten anspruchsvollen Choreographien.


Die Festreden

Auf britischen Hochzeiten gehören die Festreden oft zum Höhepunkt des Banketts. Die Gäste genießen die einzelnen Anekdoten und lachen und prosten den Rednern zu. Als Gastgeber obliegt es dem Vater der Braut, das Brautpaar mit der ersten Rede zu ehren. Oft werden dabei Erinnerungen an die Kindheit der Braut mit in die Rede eingeflochten, bevor er den Bräutigam in seiner Familie willkommen heißt und den anwesenden Gästen für ihr Erscheinen dankt. Dann dankt der Bräutigam der Familie der Braut, den Gästen und den Eltern, bevor er die Vorzüge seiner Angetrauten lobt und den Brautjungfern seinen Dank dafür ausspricht, dass sie seiner Frau so wunderbar zur Seite gestanden haben.

Die Braut lacht und weint während der Festreden auf ihrer Hochzeitsfeier von Ross Harvey mit D850 & AF-S NIKKOR 24-70mm 1:2,8G ED

Die Ansprache des Trauzeugen ist in der Regel mit den meisten Pointen gespickt. Er darf einen Einblick in das Junggesellenleben des Bräutigams geben und erzählt dabei auch den einen oder anderen Witz, oft zulasten des Bräutigams. Wichtig ist es dabei, einen Ton zu treffen, der alle anspricht. Der niemanden beleidigt und dennoch unterhaltsam ist und am Ende als die beste Rede des Tages gilt.



WIR STELLEN VOR: DIE Hochzeitsexperten

LOUISE BEUKES, Herausgeberin von B.LOVED

Louise, die eigentlich aus dem Bereich Innenarchitektur kommt, gibt seit nunmehr sieben Jahren den preisgekrönten Lifestyle-Blog B.LOVED heraus. In diesem Blog beschreibt sie die schönsten und aktuellsten Trends für Hochzeiten, Dekoration der Innenräume, Famile, Mode und Schönheit. Ihre Kreationen wurden bereits in verschiedenen Hochzeitszeitschriften weltweit veröffentlicht und sie gilt auf dem Hochzeitsmarkt inzwischen als eine der wichtigsten Inspirationen mit einem zukunftsorientierten Blick.

Warum hast du das Thema Hochzeit zu deinem Beruf gemacht?

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben verändern.  Bei mir war es der Moment, als ich in meinem ersten Blog an einem kühlen Vormittag im Mai 2011 auf Veröffentlichen geklickt habe. Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, das dieser kleine Schritt mich in die verrückte Welt der Hochzeitsvorbereitungen katapultieren würde. Auf einmal musste ich einen anstrengenden Vollzeitjob, einen schnell wachsenden Blog und mein Leben als frisch verheiratete Ehefrau unter einen Hut bringen.

In den nächsten Jahren habe ich endlose Stunden investiert, um die Marke B.LOVED zu etablieren, neue Leser hinzuzugewinnen und ein talentiertes, treues Netzwerk an hervorragenden Fachleuten aus dem Hochzeitsmarkt aufzubauen. 2014 habe ich mich endlich getraut und meinem Arbeitgeber gekündigt. Was ich jetzt tat, war mir viel wichtiger und ich habe Herz und Seele investiert, um diesen Bereich weiter auszubauen.

LOUISE BEUKES, Herausgeberin von B.LOVED

Welche der vielen Hochzeiten, die auf deinem Blog beschreibst, ist deine Lieblingshochzeit?

Im Laufe der Jahre habe ich mich wirklich in alle Hochzeiten, die ich auf B.LOVED beschreibe, verliebt. Aber die absolut schönste bis heute war die britisch-brasilianische Fusion-Hochzeit von Eduardo und Clareana auf dem Gelände von Eduardos Großvater mit seinem herrlichen Blick auf die South-Downs. Diese Hochzeit vereint traditionelle, englische Elemente mit dem Party-Ambiente Brasiliens. Clareanas modernes Brautkleid des britischen Designers Self Portrait war einfach ein Hingucker, während das offene Festzelt mit englischen Rosen, Hortensien und Pfingstrosen geschmückt und so eine wunderbare Kulisse für das Bankett geschaffen wurde. Der Kuchen kam mit dem Flugzeug direkt aus Brasilien und bis weit nach 1 Uhr morgens wurde zum Tanz aufgespielt.

Wie wichtig sind deiner Meinung nach die Fotos bei einer Hochzeit?

Wenn das letzte Stück Kuchen verputzt, das letzte Blütenblatt des Brautstraußes verblüht und die Romantik des ersten Kusses nur noch eine ferne Erinnerung ist, dann sorgen Fotografien dafür, dass dieser besondere Tag in uns weiterhin lebendig bleibt.  Der Moment, in dem man sich die Aufnahmen von der Feier anschaut, ist fast so aufregend wie der Tag selbst. Jetzt kann kann das Brautpaar diese ganzen Momente noch einmal erleben, sich die Hochzeit noch einmal aus einer anderen Perspektive ansehen, die Liebe und das Lachen auf den Gesichtern der Gäste anschauen und die kleinen Details bewundern, die viele Monate vorher liebevoll ausgesucht wurden. Fotografien und Alben sind nicht nur etwas, das sie sich in den kommenden Jahren immer wieder anschauen können, sondern sie stellen auch für zukünftige Generationen eine wichtige Quelle dar, um mehr über die Vergangenheit zu erfahren.

ROSS HARVEY, Hochzeitsfotograf

ROSS HARVEY, Hochzeitsfotograf

Ross Harvey fotografiert elegante Hochzeiten rund um die Welt und ist für seinen ungezwungenen, wunderschönen und kreativen Stil bekannt. Sein Blog gilt innerhalb des Gewerbes als Quelle der Inspiration und er hält ausverkaufte Workshops in aller Herren Länder. Ross wurde bereits mit mehreren internationalen Auszeichnungen geehrt und sitzt heute in der Jury verschiedener erstklassiger Wettbewerbe für Hochzeitsfotografie.

Mehr von Ross und seinen Hochzeitsfotografien erfahrt ihr in einem kommenden Artikel.

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@nikondeutschland

 
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