KALT-START: LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE MIT DER NIKON Z 7 IN LAPPLAND

Donnerstag, 21. November 2019

Profifotograf Thomas Momsen zog es (mal wieder) ins winterliche Lappland. Sein wichtigster Begleiter nach seinem Hund Amy: die Nikon Z 7. Was taugt das neue Systemkamera-Flaggschiff bei extremen Minusgraden?

Um was für ein Projekt handelte es sich genau, für das du mit der Nikon Z 7 in Lappland warst?

Auf meiner fotografischen Bucketlist standen Polarlichter schon immer ganz oben. Und direkt auf meiner ersten Reise ins winterliche Lappland vor ein paar Jahren hatte ich Glück und konnte Polarlichter fotografieren. Seitdem zieht es mich jeden Winter auf Fototour in den hohen Norden. Aus den Reisen hat sich unter anderem ein Kontakt zum Reise Know-how Verlag ergeben, dem ich meine Fotos angeboten hatte. Da es noch keinen Reiseführer „Wintertouren durch Lappland“ gibt, hat man mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen solchen zu schreiben und zu bebildern. Ein Kapitel des Buches beschäftigt sich mit der Fotografie und ich war neugierig, wie sich eine spiegellose Kamera bei den vorherrschenden Bedingungen schlägt.

Z 7 | 1/2000s | f/4 | ISO 640

Was waren dort für dich fotografisch die größten Herausforderungen? Und wie hast du sie gemeistert?

Die größte Herausforderung sind sicherlich die extremen Minus-Temperaturen, bei denen man unterwegs ist. In der kältesten Nacht zeigte das Thermometer -32,9 Grad. Auch tagsüber waren es um die –20 Grad. Es ist nicht einfach, mit Schneeschuhen auf Motivsuche durch´s Fjäll zu wandern. Ich ziehe mich immer nach dem Zwiebelprinzip an und trage Schichten aus Merinowolle und Sportshirts, eine dicke Daunenjacke, einen Mundschutz und entsprechende Handschuhe. Bei den Handschuhen habe ich mich für ein Modell entschieden, dass eine Mischung aus Fingerhandschuh und Fäustling ist. Der Zeigefinder ist frei beweglich und so kann ich die Kamera gut bedienen, ohne dass ich die Handschuhe ausziehen müsste.

Wie hat sich die Nikon Z 7 bei Extremtemperaturen geschlagen? Würdest du die Kamera auf einer ähnlichen Expedition nochmals mitnehmen?

Ich muss sagen, dass sich die Z 7 sehr gut geschlagen hat. Allerdings hat man ihr die Temperaturen durchaus angemerkt, denn diese sind nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Technik eine echte Herausforderung. Insbesondere die Akkus leiden unter den tiefen Temperaturen. Darum habe ich versucht, die Akkus immer dicht am Körper zu tragen, um sie warm zu halten. Zudem klemmte die Speicherkarte und die Bedienknöpfe und der Auslöser reagierten “zäher” als sonst. Aber letztendlich zählt die Bildqualität, die sich zu keinem Zeitpunkt verändert hat und immer gleich gut gewesen ist. Hier hat mich die Bildschärfe und Detailgenauigkeit wirklich beeindruckt. Ebenso hat mich die geringe Größe und das geringe Gewicht gegenüber meiner D5 immer wieder zur Z 7 greifen lassen. Ich würde die Kamera auf jeden Fall wieder mitnehmen.

Z 7 | 15s | f/4 | ISO 1600

Was sind deine hauptsächlichen Tätigkeitsbereiche als Profifotograf?

Wenn ich nicht auf Reisen bin, arbeite ich hauptsächlich für die Presse- und Marketingabteilungen von Firmen, Banken und öffentlichen Trägern.


Setzt du bei diesen Aufträgen auch die Nikon Z 7 ein?

Derzeit arbeite ich noch intensiv mit meiner D5 und der D850. Die Z 7 hat mich in der Praxis in Lappland sehr überzeugt und ich plane schon die nächste Reise mit ihr.

Z 7 | 1/2500s | f/4 | ISO 1000

Mehr von Thomas Momsen und Hund Amy könnt ihr hier entdecken:

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