Mittwoch, 09. Mai 2018

Capture The Journey: Kopenhagen

Nikon-Fotograf Max Leitner hat eine Leidenschaft für Linien, Architekturfotografie und für das Reisen. Dieses Mal hat es ihn in die Dänische Hauptstadt Kopenhagen gezogen, an der ihn besonders die vielen großen Fensterflächen sowie die kreativen Linien der Gebäude gereizt haben. Mit den NIKKOR PC-E Spezialobjektiven im Gepäck sind außergewöhnliche Aufnahmen entstanden.

Wenn eine Aufnahme nach einem einzigartigen Aufnahmewinkel ruft, können mit Spezialobjektiven, wie einem Fisheye-Objektiv, einem PC-E-Objektiv oder einem Objektiv mit manueller Fokussierung besondere Bildkompositionen ganz neuer Art geschaffen werden. Ob das Motiv verzerrt oder begradigt werden soll – mit Spezialobjektiven erhaltet ihr die kreativen Möglichkeiten, euren persönlichen Standpunkt einzunehmen und eurer Sicht der Welt Ausdruck zu verleihen. Die leistungsstarken PC-E-Objektive mit Perspektivkorrektur, auch "Tilt-Shift" genannt, erlauben auf einfache Weise eine Verstellung der Schärfeebene, ohne die Position der Kamera verändern zu müssen. Mit Objektiven dieses Typs könnt ihr eine ganze Landschaft fokussieren, die Tiefenschärfe einer Szene ändern, Motive mit selektivem Fokus aufnehmen oder stürzende Linien korrigieren, die bei Architekturaufnahmen auftreten können. Max Leitner nutzt diese sowie NIKKOR-Weitwinkelobjektive, um das Besondere einer Szene darzustellen.


Ein besonderer Treppenaufgang im Experimentarium, Kopenhagen - Nikon D850 | 1/160s | f/5.6 | ISO 2000

Was ist das Besondere an Kopenhagen?

Kopenhagen ist eine Stadt der Vielfältigkeit. Besonders bemerkt habe ich, wie entspannt die Menschen hier sind, denn selbst bei klirrender Kälte halten sie sich auf den Straßen auf und fahren Rad. Das hat mich sehr beeindruckt.

Kopenhagen war lange auf meiner liste der Städte, die ich fotografisch erkunden wollte. Nicht zuletzt weil Kopenhagen es vermag eine derart menschliche Architektur in modernster Erscheinung zu fördern. In der Retrospektive beeindruckt mich an Kopenhagen primär, wie die Architektur es schafft den Menschen mit der Umgebung in Verbindung zu bringen. Dies geschieht durch verbindende architektonische Linien und viele große Fensterflächen. Auch sind kreative Linien nicht fremd in Kopenhagen, Architekten wagen hier Dinge, die anderswo kaum möglich erscheinen.


Was sollten wir uns bei unserem nächsten Trip nach Kopenhagen unbedingt anschauen?

Kopenhagen ist voller visueller Inspirationen: Wasser, Museen, klassische Gebäude. Am besten ihr schlendert am Wasser entlang, denn da scheint Kopenhagens Hotspot zu sein. Hier reihen sich viele neue und kreative Bauwerke aneinander und bieten interessante Fotomotive. Zu entdecken gibt es außerdem Museen, wie zum Beispiel das Experimentarium mit einem der interessantesten Treppenaufgängen, die ich bislang entdeckt habe. Außerdem ist mir schnell aufgefallen, wie beeindruckend die Dänen früher gebaut haben, als ich durch die Stadt gefahren bin. Besonders schön finde ich die Verwendung von Ziegeln und die verwendeten organischen Farben.

Nikon D850 | 1/100s | f/5.6 | ISO 110

Was macht für dich den Reiz an der Architekturfotografie aus?

Dass ich direkt merke, ob ich beim Fotografieren die richtige Entscheidung getroffen habe. Das bezieht sich nicht nur auf die Komposition, sondern auch auf die Tageszeit sowie auf das Wetter. Mich reizt es, durch die vorhandenen Linien eines Architekten etwas Neues zu erschaffen. Wir sind von interessanten Linien umgeben. Ich war stets von den Möglichkeiten der Fotografie fasziniert, die Umgebung zu dekonstruieren. Mit den Linien zeitgenössischer Architektur lässt sich der Blick des Betrachters führen, um neue Perspektiven aufzuzeigen. Damit kann ich das Alltägliche in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Was ist die größte Herausforderung beim Fotografieren mit PC-E-Objektiven?

Einfach gesagt, ermöglichen PC-E oder auch Tilt-Shift-Objektive das Begradigen von Linien in der Fotografie. Das "Tilt" sorgt dafür, dass die Schärfeebende verlagert werden kann. Diese verläuft dann nicht mehr parallel zum Sensor, sondern schief. So können gezielt Schärfebereiche im Bild festgelegt werden, was unheimlich kreative Möglichkeiten bietet. In der Architekturfotografie hat es jedoch auch den Vorteil, dass ihr durch die gezielte Verlagerung der Schärfeebene ein Objekt von vorne bis hinten scharf stellen könnt.

Mit "Shift" kann die Projektionseben verschoben werden, ihr könnt damit also stürzende Linien in eurem Bild entfernen, ein besonders wichtiges Feature für die Architekturfotografie. Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr Gebäude fotografiert: neigt ihr die Kamera nach oben, neigen sich automatisch alle Linien zur Mitte hin. Dies könnt ihr, Dank des Shifts, korrigieren und die Linien begradigen.

Die Herausforderung liegt also darin, die richtige Einstellung für beide Ebenen zu wählen. Einsteigern kann ich nur dazu raten sich viel Zeit zu nehmen und langsam zu arbeiten. Ihr solltet auch auf keinen Fall auf ein Stativ verzichten. In der finalen Bearbeitung solltet ihr darauf achten, welche Elemente sich an den Rändern des Bildes befinden. Sollte euch etwas stören, dann probiert einen anderen Bildausschnitt zu wählen.

Nikon D850 | 1/16s | f/9 | ISO 64

Welches Equipment hast du bei einem solchen Trip immer dabei?

Ich tendiere zu weitwinkligeren Bildern, daher sind neben speziellen Objektiven auch immer das AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8E ED VR, AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED und auf jeden Fall das PC NIKKOR 19 mm 1:4E ED in meinem Rucksack. Je nachdem wie das Gebäude aussieht, wähle ich ein anderes PC-E Objektiv wie bspw. das PC-E NIKKOR 24 mm 1:3,5D ED.

Ein Tipp in Sachen Equipment: Ihr solltet ein solides Carbon-Stativ dabei haben, dass auch bei windigen Wetterverhältnissen nicht wackelt. Außerdem könnte ich auf meinen Arca Swiss D4 Getriebeneiger nicht verzichten.

Was sind deine 3 Top-Tipps zur Architektur-Fotografie?

Für jeden, der anfängt sich mit gebauten Linien auseinander zu setzen, habe ich folgende drei Tipps:

1. Verschiebung der Umgebung je nach Position: es gibt immer eine Position, bei der störende Objekte so verschoben sind, dass sie kaum noch auffallen. Die ist wichtig, damit das fotografierte Objekt möglichst viel Aufmerksamkeit erhält.

2. Das Verständnis von einer absolut akkuraten Weise der Fotografie: Gerade Linien, horizontal und vertikal, sind entscheidend für das perfekte Foto.

3. Das kreative Brechen dieser Gesetze und das fördern neuer Kompositionen: seid mutig & kreativ in der Bildgestaltung!

Außerdem solltet ihr euren Trip zeitlich nach dem perfekten Wetter ausrichten. Ich hatte meine Reise auf April gelegt, um den Anfang des Frühlings abzupassen. Jedoch macht der April was er will und ich kam genau als die Temperaturen eingebrochen waren. Draussen zu fotografieren, ließ mich einige Male die frisch gebildeten Eiszapfen, welche einst Hände waren, kaum noch spüren. ;) Handschuhe sind bei solch feinen Justierungen kaum von Vorteil. Obendrauf kam noch das anscheinend "gute Wetter" ohne eine Wolke am Himmel. Gute Fotos in der Architekturfotografie brauchen meiner Meinung nach Wolken, denn diese schmücken das Foto mit einem Klecks Besonderheit.

Entdeckt mehr von Max und seinen beeindruckend inszenierten Fotos auf seinem Instagram-Kanal:

@maxleitner

 
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