Donnerstag, 03. Mai 2018

Dark & Moody Food-Fotografie mit Janine Hegendorf

Auf ihrem Blog „nutsandblueberries“ schreibt Janine Hegendorf seit 2015 über die Themen Vegetarismus, Gesundheit, Safari und Tierschutz. Als leidenschaftliche Food-Fotografin fotografiert Janine vegetarische Köstlichkeiten und teilt ihre Rezepte auf ihrem Blog. Ihre Spezialisierung liegt hier auf der rustikalen und stimmungsvollen Food-Fotografie, auch „Dark and Moody"-Food-Fotografie genannt. Lernt Janine & ihren besonderen Fotostil kennen und lasst euch von ihren Tipps isnpirieren!

Janine fotografiert ihre "Snickers-Muffins" mit der D750.

Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 58 mm 1:1,4G | 1/15s | f/4.5 | ISO 100

Der Begriff "Dark and Moody"-Food-Fotografie steht für einen starken hell-dunkel Kontrast, der sich in all ihren Bildern wiederfindet. So natürlich ein rustikales Food-Foto auch wirken mag, steckt der Teufel doch im Detail: Props, Accessoires, Hintergründe und Food-Styling müssen genau geplant werden und die Lichtverhältnisse optimal auf die Kameraeinstellungen abgestimmt werden. „Es war anfangs gar nicht so einfach, seinen eigenen Fotografie-Stil zu finden“, teilt die gebürtige Niederrheinerin mit. „Ich habe viel ausprobiert, fand die „Dark and Moody Food-Fotografie“ schon immer sehr spannend und habe mich deswegen intensiv mit dem Thema beschäftigt.“

Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G | 1/25s | f/3.5 | ISO 100

Janine's Equipment

Von Anfang an setzt die Bloggerin Nikon Equipment ein. Begonnen hat sie mit dem Einsteigermodell D5200. Mittlerweile setzt sie auf die Nikon D750. Vor allem der neigbare Monitor begeistert Janine, da sie für Flatlay-Aufnahmen (das sind Aufnahmen aus der Vogelperspektive) oft ein über 2m hohes Stativ benutzt. Die WIFI Funktion ist ebenfalls ein toller Benefit, da hiermit die Möglichkeit besteht, die Bilder sofort auf Handy oder Tablet zu übertragen. Darüber hinaus nutzt die Bloggerin gerne die Serienaufnahmen von bis zu 6,5 Bilder/s.

Fast seit Beginn fotografiert Janine ihre Food-Fotos ausschließlich mit Festbrennweiten. So kommt z.B. das Objektiv AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G und das lichtstarke AF-S NIKKOR 58 mm 1:1,4G zum Einsatz.

Janine’s Tipps zur rustikalen und stimmungsvollen Food-Fotografie

In das Thema Food-Styling und -Fotografie hat die Bloggerin sich in den letzten 3 Jahren intensiv eingearbeitet, Bücher gelesen und viel mit der Kamera experimentiert. Ihre Top-Tipps sind:


1.    Food-Model
Für Food-Fotografie eignen sich hervorragend Gerichte, die ihr kalt fotografieren könnt. So habt ihr genügend Zeit, mit den Lichtverhältnissen zu spielen und verschiedene Perspektiven auszuprobieren. Wenn mal ein eigentlich warmes Gericht fotografiert werden soll, koche ich eine Portion mehr und lasse das Gericht abkühlen, um es zu fotografieren.

2.    Lichtverhältnisse
Essen fotografiert ihr optimalerweise immer im natürlichen Tageslicht. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu grell und wirft zu extreme Schatten. Durch direkte Sonneneinstrahlung bekommt das Bild darüber hinaus einen orangen Ton, der eher unvorteilhaft ist. Ich fotografiere grundsätzlich am liebsten in den Nachmittagsstunden an einem Nordfenster, komme jedoch auch an einem Südfenster bei bewölktem Wetter gut zurecht.

3.    Props, Accessoires, Hintergründe
Als sehr naturverbundener Mensch setze ich ausschließlich natürliche Accessoires ein. Dazu gehören Servietten aus Leinen, Steingut Geschirr und Pflanzen. Natürliche Töne, wie braun, grün, grau kommen daher häufig zum Einsatz. Von der lieben Oma habe ich alten Becket geerbt und von der Schwiegermutter einen alten Eichentisch, den ich fast ausschließlich als Untergrund verwende. Um mehr Lebendigkeit in das Bild zu bringen, setze ich sehr gerne meine Hände ein.

4.    Foodstyling
Das Foodstyling ist ein wichtiger Bestandteil in der rustikalen und stimmungsvollen Food-Fotografie. Besonders die Farben stimme ich häufig aufeinander ab, damit das Gesamtbild harmonisch wirkt.

Für diese Snickers Cupcakes habe ich einen starken Kontrast zwischen dem Gebäck und dem Frosting hergestellt. Ein dunkles Frosting hätte zu dem dunklen Gebäck nicht gewirkt. Ein paar Zutaten vor oder neben das Food-Model zu platzieren wirkt ebenfalls immer sehr lebendig.

5.    Kameraeinstellungen
Mit der Zeit habe ich gelernt, meine Kamera manuell einzustellen. Hier ist vor allem die Blendeneinstellung wichtig. Das hat den Vorteil, dass ich die Tiefenunschärfe selbst bestimmen kann. Ein gutes Beispiel dafür stellen diese beiden Aufnahmen dar. Das erste wurde mit einer Blende von 4.5 fotografiert. Das zweite mit einer Blendeneinstellung von 2.0. Bei der zweiten Aufnahme könnt ihr klar den Unterschied erkennen. Es ist im Vorder- und Hintergrund viel unschärfer. Mit einer guten Kamera seid ihr flexibel und werdet mit der Zeit immer eigenständiger, probiert es aus!

Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 58 mm 1:1,4G | 1/25s | f/4.5 | ISO 100

Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 58 mm 1:1,4G | 1/25s | f/2 | ISO 100

6.    Bildbearbeitung
In der „Dark and Moody Food-Fotografie“ liegt der Fokus klar auf dem starken Kontrast. Mit dem richtigen Tageslichteinfall und dem richtigen Kamera-Equipment könnt ihr bereits viel erreichen. Jedoch hilft es, zusätzlich die Bilder etwas nachzubearbeiten. Mit Adobe Lightroom geht das über individuelle Voreinstellungen (sogenannte Presets) sehr einfach. Klarheit, Kontrast und Farbe sind die wichtigsten Merkmale, die ich für meine Bearbeitung verwende.

Entdeckt weitere Fotos sowie leckere Rezepte von Janine auf ihren Instagram Kanal & Blog:

Janine's Blog

@nutsandblueberries

 
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