DIE NIKON Z-SERIE: DIE BEDIENUNG IM DETAIL

Dienstag, 13. August 2019

Die spiegellosen Z-Modelle bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten, damit ihr für jede noch so ausgefallene Aufnahme-Idee bestens gerüstet seid. Wir erklären euch die wichtigsten Bedienelemente.

Das Funktionswählrad

Hier wird festgelegt, in welchem Grundprogramm ihr arbeiten möchtet. Neben der Vollautomatik („Auto“), die alle wichtigen Kameraeinstellungen selbständig festlegt und auch auf die verfügbaren Szenemodi zugreift, gibt es zusätzlich reichlich Optionen, die Einstellungen selbst in die Hand zu nehmen. In der Programmautomatik „P“ werden die Verschlusszeit und die Blende zwar ebenfalls von der Kamera automatisch gewählt, hier habt ihr aber zusätzlich die Möglichkeit, zum Beispiel die ISO-Empfindlichkeit selbst zu wählen und eine manuelle Über- oder Unterbelichtung einzustellen, falls es das Motiv erfordert. Noch mehr manuelle Kontrolle gibt es in den „S“- und „A“-Modi. Ist die Zeitautomatik „A“ ausgewählt, bestimmt ihr die Blende manuell. Die Kamera reagiert danach auf eure Eingabe und wählt dazu automatisch die passende Verschlusszeit für eine optimale Belichtung. In der Blendenautomatik „S“ ist es genau umgekehrt. Hier wird die Verschlusszeit manuell eingegeben und die Kamera sucht automatisch nach der idealen Blendenöffnung. Im manuellen Modus „M“ erhaltet ihr schließlich die volle Kontrolle über die Belichtungssteuerung. Die zusätzlichen Optionen „U1, U2 und U3“ eröffnen euch die Möglichkeit, benutzerdefinierte Einstellungen nach euren Vorlieben zu speichern. Um den Modus wechseln zu können, drückt ihr gleichzeitig die Entriegelungstaste herunter. Sie verhindert, dass sich der gewählte Programmodus im Eifer des Gefechts versehentlich verstellt.

Nikon-Fotografin Alina Rudya und die Nikon Z 7

Der Zubehörschuh

Über diesen Anschluss oben auf der Kamera könnt ihr die Z 6 und die Z 7 mit zusätzlichem Equipment erweitern. Dank der verbauten Kontakte lassen sich hier zum Beispiel alle Systemblitze aus dem Nikon-Portfolio anschließen. Ob SB-5000 oder SB-500 – der Zubehöranschluss unterstützt alle zur Verfügung stehenden Funktionen. Auch im Video-Bereich kann er sehr nützlich sein. So lassen sich beispielsweise externe Mikrofone, Videoleuchten und Monitore am Zubehörschuh befestigen.

Das Schulterdisplay

Das Display auf der Kameraschulter zeigt euch wichtige Aufnahmeeinstellungen auf einen Blick. Von der Belichtungszeit über die Blende, den Programmmodus und die ISO-Empfindlichkeit bis hin zur verbleibenden Anzahl der möglichen Aufnahmen und der Akkulaufzeit habt ihr hier alles Nötige kurz und knapp zusammengefasst. Bei schwachem Umgebungslicht kann die Displayanzeige beleuchtet werden.

Taste zur Filmaufnahme

Über diese kleine, mit einem roten Punkt markierte Taste startet ihr die Videoaufnahme.

Der Ein-/Ausschalter samt Auslöser

Mit dem Ein-/Ausschalter wird die Stromversorgung der Kamera aktiviert und wieder deaktiviert. Der Schalter umschließt zudem den Kameraauslöser. Ihr könnt ihn entweder einzeln für eine Aufnahme drücken, oder ihn gedrückt halten, wenn ihr im Serienbildmodus eine Bilderreihe aufnehmen möchtet.

Die ISO-Taste

Mithilfe dieser Taste wählt ihr die gewünschte ISO-Empfindlichkeit von ISO 64 bis hinauf zu ISO 25.600 bei der Z 7 und sogar bis auf ISO 51.200 bei der Z 6. Die ISO-Taste wurde ganz bewusst direkt neben dem Auslöser platziert, da die ISO-Empfindlichkeit, vor allem im manuellen Betrieb, häufig gewechselt wird.

Die Belichtungskorrektur

Über die +/- Taste habt ihr die Möglichkeit, die von der Kamera vorgeschlagene Belichtung zu korrigieren. Das funktioniert in allen Aufnahmemodi mit Ausnahme der Vollautomatik „Auto“. Dabei steht euch ein großer Änderungsspielraum von +5 Lichtwerten für eine Überbelichtung bis zu -5 Lichtwerten für eine Unterbelichtung zur Verfügung.

Nikon-Fotograf Max Leitner und die Nikon Z 7

Das hintere Einstellrad

Mit dem großen Einstellrad auf der Oberseite des Gehäuses können die Belichtungszeit und die Blende angepasst werden. In Kombination mit anderen Tasten sind damit auch noch weitere Einstellungen möglich.

Das vordere Einstellrad

Es bietet die gleiche Funktionalität wie das hintere Einstellrad. Ihr könnt damit die Belichtungszeit, die Blende, sowie weitere Funktionen steuern.

Die Funktionstasten Fn1 und Fn2

Funktionstasten können von euch mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Standardmäßig greift ihr mit der Fn1-Taste auf den Weißabgleich zu. Die Fn2-Taste ist üblicherweise mit der Wahl des Fokusmodus und der AF-Messfeldsteuerung belegt. Ihr könnt diese Auswahl aber jederzeit im Kameramenü über die Individualfunktionen unter „f2“ verändern.

Die Bildwiedergabe

Über die Taste mit dem Dreieck gelangt ihr in die Bildwiedergabe. Hier könnt ihr die gespeicherten Bilder kontrollieren, löschen und kleinere Änderungen vornehmen. Auch die gefilmten Videos sind hier zu finden und können direkt in der Wiedergabe abgespielt werden.

Das Bajonett

Bei den spiegellosen Z-Modellen setzt Nikon auf ein neues Bajonett. Dessen größerer Durchmesser im Vergleich zu üblichen Bajonetten der Vollformatklasse erlaubt es den Ingenieuren, mehr Licht bis an die Ränder des Sensors zu bringen. Außerdem ist es dadurch möglich, sehr lichtstarke Objektive, wie das NIKKOR Z 58 mm 1:0,95 S Noct zu konstruieren.

Die Objektiventriegelung

Diese Taste wird gedrückt, wenn ihr das angesetzte Objektiv wechseln möchtet. Dabei wird die Verriegelung gelöst und ihr könnt das Objektiv anschließend drehen und abnehmen.

Der Papierkorb

Mit Hilfe der Papierkorb-Taste könnt ihr nicht mehr benötigte Bilder und Videos von der Speicherkarte löschen. Keine Sorge: Ein versehentliches Löschen wird dadurch verhindert, dass ihr den Löschvorgang nach dem Betätigen der Papierkorb-Taste nochmals mit dem Papierkorb bestätigen müsst. Neben Einzelaufnahmen lassen sich hier auch mehrere Dateien auf einmal löschen.

Der Sucher

Die Z 6 und die Z 7 sind mit einem hochauflösenden elektronischen Sucher ausgestattet. Er greift das gesamte Bild des Vollformatsensors ab und blendet alle wichtigen Aufnahmeinformation direkt im Sucherbild ein. So habt ihr eure Einstellung auch im Sucherbetrieb stets im Blick. Über dem Sucher befindet sich ein Augensensor. Ist er aktiviert, reagiert die Kamera sobald ihr euch mit dem Auge dem Sucher nähert. Ist das der Fall, schalten die Z-Modelle das Hauptdisplay ab und verlegen das Aufnahmebild in den Sucher. Nehmt ihr die Kamera wieder vom Auge, wechselt die Anzeige automatisch vom Sucher zurück auf das Hauptdisplay.

Das Hauptdisplay

Das 3,2 Zoll große Display auf der Rückseite der Kamera lässt sich nach oben und unten neigen und ermöglicht damit sehr flexible Aufnahmepositionen. Da es gleichzeitig auch ein Touchscreen ist, können viele Einstellungen, darunter auch der Autofokus, direkt per Berührung mit dem Finger am Monitor eingestellt werden.

Die Display-Taste und der Foto/Video-Wähler

Mit der Display-Taste könnt ihr entscheiden, ob ihr alle verfügbaren Aufnahmeeinstellungen einblenden lassen möchtet, nur einen Teil davon, oder ob ihr für einen möglichst störungsfreien Eindruck eures Motivs lieber alles ausblendet. Mit dem Wählschalter, der die Display-Taste umschließt, entscheidet ihr außerdem ganz grundsätzlich darüber, ob ihr im Foto- oder im Video-Modus arbeiten möchtet. Um die vielen manuellen Videoeinstellungen nutzen zu können, solltet ihr hier auf jeden Fall in den dafür vorgesehenen Video-Modus wechseln.

Die AF-ON-Taste

Wie bei vielen Kameras wird im Autofokusbetrieb auch bei der Z 6 und der Z 7 standardmäßig über einen halb durchgedrückten Auslöser scharfgestellt. Da das nicht jedem Fotografen gefällt, ist es bei Nikon möglich, den Autofokus auf die AF-ON-Taste zu legen. Der Vorteil: Wird der Autofokus auf die AF-ON-Taste ausgelagert, muss nicht mehr bei jedem Auslösen der Kamera neu scharfgestellt werden. Ihr könnt den Fokus bequem über die AF-ON-Taste halten. Ist der Auslösevorgang nicht mehr mit dem Autofokus gekoppelt, kann die Kamera außerdem schneller auslösen.

Der Sub-Wähler

Mit dem kleinen Joystick rechts vom Display könnt ihr viele Einstellungen noch schneller erreichen. Vor allem bei der Wahl des Fokusfeldes ist er eine große Hilfe.

Schnelle Korrekturen

Möchtet ihr Einstellungen anpassen, könnt ihr über die „i“-Taste direkt in das Schnellmenü wechseln. In zwei Reihen werden wichtige Funktionen dargestellt, auf die ihr sofort zugreifen könnt, ohne dass ihr dafür extra in das Hauptmenü der Kamera wechseln müsst. Das Schöne dabei: Ihr könnt das Schnellmenü nach Belieben konfigurieren und selbst entscheiden, welche Funktionen nach der Betätigung der „i“-Taste angezeigt werden sollen.

Die OK-Taste und der Multifunktionswähler

Mit dem Multifunktionswähler könnt ihr sämtliche Funktionen bedienen und die Auswahl anschließend über die mittig platzierte OK-Taste bestätigen.

Die Lupen-Tasten

Wer häufig manuell scharfstellt, wird die Lupen-Tasten zu schätzen wissen. Bei der Aufnahme könnt ihr durch Drücken der Lupe mit dem Pluszeichen digital in das Bild hineinzoomen. Dank dieser Vergrößerung ist es viel leichter, den Fokus manuell an die richtige Stelle zu setzen. Im Bildwiedergabemodus könnt ihr zudem in die aufgenommenen Bilder hineinzoomen und so zum Beispiel kontrollieren, ob die Schärfe auch tatsächlich dort sitzt, wo ihr sie haben wolltet. Über die daneben platzierte Lupen-Taste mit dem Minuszeichen könnt ihr die Vergrößerung wieder verkleinern und aus dem Bild hinauszoomen. In der Bildwiedergabe gelangt ihr mit dieser Taste auch in die Miniaturansicht eurer gespeicherten Bilder.

Das Menü

Über die Menü-Taste gelangt ihr in das Hauptmenü der Kameras.

Serienbild und Selbstauslöser

Über diese Taste könnt ihr bei Action-Aufnahmen den gewünschten Serienbildmodus einstellen. Für Selbstporträts oder Langzeitbelichtungen ohne Fernauslöser habt ihr zudem die Möglichkeit, mithilfe dieser Taste den Selbstauslöser zu aktivieren.


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