DER VIDEO-MODUS DER NIKON Z 6 UND Z 7

Dienstag, 17. Dezember 2019

Die spiegellosen Nikon Z-Modelle Z 6 und Z 7 sind die perfekten Werkzeuge für professionelle Video-Produktionen. Beide Kameras filmen in 4K-/UHD-Auflösung mit flüssigen 30 Bildern in der Sekunde und haben jede Menge professionelle Funktionen wie eine 10-Bit-N-Log-Aufzeichnung und eine Flimmerreduzierung an Bord. Dazu kommen eine sensorbasierte Bildstabilisierung und hochwertige Z-Objektive, die nicht nur schnell, sondern auch leise fokussieren.

4K, Full HD und Zeitlupen

Sowohl die Z 6 als auch die Z 7 zeichnen sich durch ein gestochen scharfes Videobild aus. Das hängt damit zusammen, dass beide Kameras in einer höheren Auflösung aufnehmen als sie am Ende ausgeben. Dieser Vorgang wird auch „Oversampling“ genannt. Bei der Nikon Z 7 wird das 4K-/UHD-Bildmaterial aus einem 8K-Signal erzeugt. Bei der Z 6 bildet ein 6K-Signal die Basis für das finale Videobild. Für eine flüssige Bildwiedergabe werden die 3.840 x 2.160 Pixel mit 30 Bildern in der Sekunde aufgenommen. Wahlweise stehen euch im Film-Menü auch noch die Optionen für 25 und 24 Bilder pro Sekunde zur Wahl. Wenn ihr in Full-HD-Auflösung filmt, habt ihr sogar die Möglichkeit, mit 120 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und das Material in der Nachbearbeitung verlangsamt als Zeitlupe wiederzugeben.

Mit der Nikon Z 6 und Z 7 könnnt ihr Vollformatfilme in 4K/UHD bei 30p aufnehmen.

Die Bedienung individuell anpassen

Um vom Foto- in den Video-Modus zu wechseln, braucht ihr nur den „Foto/Video-Wähler“ umzulegen, der die „Display“-Taste auf der Gehäuserückseite umschließt. Über die Info-Taste „i“ öffnet sich eine Schnellübersicht mit den wichtigsten Grundeinstellungen. Hier könnt ihr unter anderem die Auflösung und die Bildrate festlegen, den Weißabgleich auf die Aufnahmesituation anpassen, den Mikrofonpegel justieren und die Fokusmethode wählen. Sollte euch die Anordnung der angebotenen Funktionen in der Schnellübersicht nicht zusagen oder möchtet ihr die ein oder andere Videofunktion gegen eine für euch wichtigere austauschen, dann könnt ihr das „i“-Menü jederzeit in den „Individualfunktionen“ des Hauptmenüs verändern. Die entsprechenden Einstellungen dafür findet ihr über den Unterpunkt „g1 i-Menü anpassen“. Direkt darunter, also bei „g2 Benutzerdefinierte Funktionszuweisung“, habt ihr außerdem die Möglichkeit, einige Tasten am Gehäuse mit von euch häufig genutzten Funktionen zu belegen. So könnt ihr diese während der Aufnahme schneller erreichen.

Die optimale Fokus-Einstellung

Im Film-Modus habt ihr verschiedene Möglichkeiten, euer Motiv scharfzustellen. Als Fokusmodi stehen euch „AF-S“ (Einzelautofokus), „AF-C“ (kontinuierlicher AF), „AF-F“ (permanenter AF) und „MF“ (manuelle Fokussierung) zur Wahl. Bleiben wir zuerst beim Autofokus. Der Einzelautofokus „AF-S“ bietet sich an, wenn ihr ein Motiv anvisiert, das sich entweder gar nicht oder nur geringfügig bewegt. Dabei könnt ihr sowohl vor als auch während der laufenden Videoaufnahme scharfstellen. Dafür drückt ihr entweder den Kamera-Auslöser halb durch oder ihr wählt den Fokuspunkt mit dem Finger am Touch-Display.

Wollt ihr dagegen eine Bewegung filmen, sind die Modi „AF-C“ und „AF-F“ die bessere Wahl. Der „AF-F“-Modus zieht die Schärfe automatisch und ununterbrochen nach. Im „AF-C“-Modus entscheidet ihr dagegen selbst, ab wann und für wie lange der Fokus automatisch mitgehen soll. Der Autofokus folgt dem Motiv nur so lange, wie ihr den Kamera-Auslöser halb durchdrückt. Lasst ihr den Auslöser wieder los, stoppt auch die kontinuierliche Fokusverlagerung. Dieser Vorgang lässt sich während der Videoaufzeichnung beliebig oft wiederholen.

Neben der gewünschten Fokusmethode könnt ihr dem Autofokus über die „AF-Messfeldsteuerung“ vorgeben, ober er ganz gezielt auf ein kleines Einzelfeld, auf zwei etwas größere Felder oder auf Motive im gesamten Bild reagieren und scharfstellen soll. Die kleinen und großen Felder lassen sich beliebig über den Joystick auf der Gehäuse-Rückseite oder per Touchscreen im Bildausschnitt verschieben. Bei der automatischen Messfeldsteuerung entscheidet die Kamera dagegen selbstständig, worauf sie fokussiert. Das ist vor allem bei der Aufnahme von Bewegungen hilfreich, wenn ihr vorher nicht wisst, ob euer Motiv möglicherweise die Richtung wechselt. Möchtet ihr ein ganz bestimmtes Motiv im Bild verfolgen, bieten euch die Z-Modelle eine „Tracking“-Funktion an. Hierfür markiert ihr das gewünschte Motiv zu Beginn der Aufnahme mit einem kleinen Fokus-Messfeld. Anschließend bleibt dieses Messfeld auf dem Motiv verankert, solange es sich nicht aus dem Bildausschnitt bewegt.

In manchen Aufnahmesituationen kann es passieren, dass während des „Trackings“ plötzlich weitere Personen im Bild erscheinen. Wenn ihr in dem Fall nicht möchtet, dass euer Autofokus sofort auf die neue Person anspringt, dann könnt ihr in den Individualfunktionen unter „g5 AF-Tracking-Empfindlichkeit“ einstellen, ob der Autofokus sehr schnell oder eben stark verzögert auf neue Objekte reagieren soll.

Möchtet ihr den Schärfepunkt lieber manuell setzen, dann wechselt ihr im Fokus-Modus auf die manuelle Fokussierung „MF“. Damit ihr die Schärfe optimal kontrollieren könnt, habt ihr die Möglichkeit, den anvisierten Bildausschnitt mit der Lupen-Taste elektronisch zu vergrößern. So lassen sich Details besser erkennen.

Für den professionellen Look

Damit das Videomaterial der Nikon Z 6 und Z 7 den hohen Ansprüchen der Profis gerecht wird, bieten beide Kameras die Möglichkeit, über den HDMI-Ausgang mit einer 10-Bit-Farbtiefe und einer N-Log-Einstellung aufzuzeichnen. Damit eröffnet sich ein wesentlich größerer Spielraum in der Nachbearbeitung, wenn es darum geht, Farben, Helligkeit und Kontraste zu korrigieren. Darüber hinaus wurde in beiden Kameras eine Flimmerreduzierung integriert, die ein „Flackern“ der Helligkeit und der Farbtemperatur bei Kunstlicht-Aufnahmen vermeidet. Überbelichtungen lassen sich mithilfe der „Lichter anzeigen“-Funktion unterbinden. Hier könnt ihr in der dazugehörigen Individualeinstellung „g6“ nicht nur das Muster wählen, mit dem euch eine Überbelichtung signalisiert wird. Ihr könnt darüber hinaus sogar entscheiden, ab welchem Schwellenwert für die Lichter die Überbelichtungswarnung aktiv werden soll. Möchtet ihr mit mehreren Z 6- und/oder Z 7-Modellen parallel filmen, empfehlen wir euch zusätzlich die Timecode-Funktion. Mit dieser Zeitangabe lassen sich unterschiedliche Videosequenzen später leichter synchronisieren.


Perfekter Klang

Da Videos nicht nur aus Bildern, sondern auch aus einer Tonspur bestehen, sind die Z 6 und die Z 7 jeweils mit zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüssen für ein externes Mikrofon und einen Kopfhörer ausgestattet. Die Mikrofonempfindlichkeit kann im Menü je nach Aufnahmesituation individuell angepasst werden. Dazu gibt es die Optionen, Windgeräusche zu reduzieren und eine Dämpfung hinzuzuschalten, wenn man vermeiden möchte, dass der Ton durch laute Umgebungsgeräusche verzerrt wird.

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