DER BILDSTABILISATOR DER NIKON Z 6 UND DER Z 7

Mittwoch, 18. September 2019

Aufnahmen bei schwachem Umgebungslicht sind grundsätzlich eine Herausforderung. Möchtet ihr die ISO-Empfindlichkeit eurer Nikon Z 6 und Z 7 möglichst niedrig halten, führen dunkle Lichtverhältnisse schnell zu einer Verlängerung der Belichtungszeit. Vor allem bei langen Brennweiten im Telebereich kann das zu verwackelten Bildern führen. Um das zu verhindern, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Ein einfacher Tipp ist die Verwendung eines Stativs. Habt ihr kein Stativ zur Hand, hilft auch ein fester Untergrund, wie eine kleine Mauer oder ein Fels. Es gibt jedoch auch viele Situationen, in denen euch keine dieser Optionen zur Verfügung steht. Damit ihr dennoch optimal vorbereitet seid und selbst während der Dämmerung noch scharfe Bilder aus der Hand aufnehmen könnt, sind die Z 6 und die Z 7 mit einer Bildstabilisierung direkt am Bildsensor ausgestattet. Dabei ist der Sensor beweglich gelagert und kann feine Richtungsänderungen während der Belichtung durch eine entsprechende Gegenbewegung korrigieren.

Ausgleich auf fünf Achsen

Der sensorbasierte Bildstabilisator der Nikon Z 6 und der Z 7 kann Bewegungen auf fünf Achsen ausgleichen. Dazu zählen Verschiebungen auf der horizontalen und der vertikalen Achse, Kippbewegungen, sowie auch eine Verdrehung der Kamera im oder gegen den Uhrzeigersinn. Da die Stabilisierung direkt in der Kamera verbaut ist, kommt ihr erstmals im Nikon-Vollformat auch dann in den Genuss einer Verwacklungskorrektur, wenn das Objektiv selbst nicht stabilisiert ist. Das gilt auch für die Verwendung von Nikon-F-Objektiven aus dem DSLR-Segment, die mithilfe des FTZ-Objektivadapters an den Z-Modellen adaptiert werden.

Wirksamkeit um bis zu fünf Lichtwerte

Neben der möglichen Ausgleichsbewegung ist vor allem die Effektivität ein wichtiges Kriterium. So ist der sensorbasierte Bildstabilisator der Z 6 und Z 7 in der Lage, in Kombination mit Z-Objektiven bis zu fünf Lichtwertstufen auszugleichen. Ein Lichtwert entspricht einer Halbierung des Belichtungswertes und damit einer Verdoppelung der Belichtungszeit. 

Der 5-Achsen-Bildstabilisator (VR) ist in die Kamera integriert und kompensiert Kamera-Verwacklungen in fünf Richtungen.

Ein Beispiel: Ohne aktive Bildstabilisierung geht man davon aus, dass ihr ein verwacklungsfreies Bild aufnehmen könnt, wenn ihr nicht länger belichtet, als der Kehrwert der verwendeten Brennweite. Bei einem 50 mm Vollformatobjektiv ist damit also eine 1/50 Sekunde noch ohne Stabilisator möglich. Möchtet ihr einen Lichtwert länger belichten, entspricht das einer 1/25 Sekunde. Da der sensorbasierte Bildstabilisator bis zu fünf Lichtwerte ausgleicht, wären in dem Fall sogar Freihand-Aufnahmen mit einer langen Belichtungszeit von rund 1,6 Sekunden möglich. Natürlich solltet ihr den Bildstabilisator dahingehend unterstützen, dass ihr die Kamera möglichst ruhig haltet. Bei F-Objektiven, die per FTZ-Adapter angeschlossen werden, ist die Effektivität der Stabilisierung nicht ganz so hoch, wie bei den systemeigenen Z-Objektiven.

Die wichtigsten Grundeinstellungen

Im Hauptmenü, wie auch im Info-Menü, das ihr über die Taste „i“ erreicht, könnt ihr entscheiden, ob ihr den Stabilisator ein- oder ausschalten möchtet. Soll er aktiv eingreifen, habt ihr die Optionen „Normal“ und „Sport“. Bei „Normal“ werden alle fünf Achsen ausgeglichen. „Sport“ eignet sich dagegen für Mitzieher, wenn ihr zum Beispiel ein fahrendes Auto verfolgen möchtet. In dem Fall gleicht der Bildstabilisator ungewollte Bewegungen auf der vertikalen Achse aus. Der Ausgleich auf der horizontalen Achse ist deaktiviert, um den Mitzieher auf eben jener horizontalen Achse nicht zu beeinflussen. Das Menü für den Bildstabilisator gibt euch noch eine weitere Option, die sich „Gemäß Fotoeinstellungen“ nennt. Die kann dann für euch interessant sein, wenn ihr häufig zwischen dem Foto- und dem Filmmodus wechselt und dabei die gleichen Einstellungen verwenden möchtet. Ist diese Option ausgewählt, wird der im Fotomodus eingestellte Bildstabilisator-Modus „Normal“, „Sport“ oder „Aus“ automatisch auch für den Filmmodus übernommen. Macht es Sinn, den Stabilisator hin und wieder auszuschalten? Ja, das macht es. Wir empfehlen euch eine Deaktivierung, wenn ihr, wie eingangs erwähnt, vom Stativ oder einem festen Untergrund fotografiert.

Die Stabilisierung im Film-Modus

Im Film-Modus könnt ihr den sensorbasierten Bildstabilisator mit einer digitalen Stabilisierung „Digital-VR“ kombinieren. Das erhöht zusätzlich die Stabilisierungswirkung, führt aber auch zu einem leichten Verlängerungsfaktor, da Abschnitte am Rand des Sensors für die Umsetzung des „Digital-VR“ benötigt werden. Dadurch wirkt die Brennweite des angesetzten Objektivs etwas länger, als sie tatsächlich ist. Im Telebereich bringt euch das den Vorteil, dass ihr eine etwas längere Brennweite nutzen könnt, als es das Objektiv ursprünglich ermöglicht.

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