Donnerstag, 14. März 2019

Capture the Journey: Mit dem Campervan auf Teneriffa

Der Outdoor- und Landschaftsfotograf Simon Vilgertshofer kommt vom schönen Ammersee, der ca. 50 Kilometer westlich von München liegt. Inzwischen ist er meist in den Alpen fernab großer Städte unterwegs, im Herbst letzten Jahres zog es ihn jedoch auf die größte Insel der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln vor der Küste Westafrikas: Teneriffa. Mit seiner Freundin und einem Campervan erkundete er den Norden & Süden des Landes.

Wie ist die Idee für die Reise auf Teneriffa entstanden?

Seit Anfang des Jahres habe ich in sämtlichen Medien Eindrücke sammeln können und wurde so von der unvergleichlichen Schönheit Teneriffas angezogen. Die günstige geographische Lage der Kanaren gibt einem bei relativ kurzen Flugzeiten das Gefühl, auf einem anderen Kontinent zu sein. Dieses Gefühl wollte ich daher zum Herbstbeginn erhaschen und konnte somit noch ein letztes Mal in diesem Jahr den nahenden kalten Jahreszeiten entfliehen, wobei zur gleichen Zeit in Deutschland schon die Bäume ihre Farbe gewechselt haben und T-Shirts mit Jacken ausgetauscht wurden.

Die Kanaren bestehen insgesamt aus sieben Inseln und bieten überall verschiedenste Verhältnisse. Nach langer Recherche habe ich mich für die größte der kanarischen Inseln, Teneriffa, entschieden. Sie wird auch die Insel des ewigen Frühlings genannt. Die Vielfalt der Natur und die wunderschönen Strände dort haben mich im Voraus sehr beeindruckt.

Warum hast du dich für eine Woche im Campervan entschieden und wie sieht dabei der Urlaub aus?

Auf der Suche nach einer passenden Unterkunft und Mietwagen bin ich auf einen Anbieter von alten VW Bussen gestoßen. Nachdem wir in dieser einen Woche die gesamte Insel erkunden und auch die Sonnenauf- und untergänge an den schönsten Orten genießen wollten, war der Van für uns die perfekte Wahl. Wir entschieden uns für einen grünen VW T3 Baujahr 1984, der vom Vermieter liebevoll Mr. Spock genannt wird.

Jeder Roadtrip, auf dem ich bisher unterwegs war, hatte seine Höhen und Tiefen, doch auf Teneriffa war es anfangs das reinste Wechselbad der Gefühle. Zugegeben, wir waren im Voraus nicht ganz darauf eingestellt, was uns erwarten sollte: Anfangs war das Fahrverhalten und der Komfort des Autos sehr gewöhnungsbedürftig, woran wir uns dann aber im Laufe der Woche anpassen konnten. Das zu Beginn fehlende Urlaubsgefühl, wurde dann aber am ersten Abend beim Abendessen direkt am Meer unter einem gigantischen Sternenhimmel geweckt.

Teneriffa ist zudem der erste Ort, den ich bereist habe, an dem man so gut wie überall parken darf und dafür meist nichts bezahlen muss. Direkt an einem traumhaften schwarzen Sandstrand oder am Fuße des Vulkans Teide zu schlafen ist gleichzeitig atemberaubend und für Fotografen sehr vorteilhaft.

Was macht Teneriffa für dich so besonders?

Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen auf der Insel hatten wir schon nach einigen Kilometern das Gefühl, eine neue Welt zu betreten. Über den immer sonnigen, aber windigen Süden ging unsere Reise an der Küste entlang in das Anaga-Gebirge im Nord-Osten der Insel. Die feucht verhangene Luft zwischen saftig grünen Bäumen lies mich denken, ich wäre im tropischen Regenwald. Die Nordküste der Insel bietet sowohl weitläufige Strände und kleine Buchten, als auch schwindelerregende Klippen, die sich bei angenehmen Temperaturen erkunden lassen. Besonders beeindruckt hat mich die Fahrt zum Fuße des höchsten Bergs Spaniens, dem Vulkan Teide.

Nach etwa einer Stunde durch Kakteen bewachsene Serpentinen und mystische neblige Wälder, durchbrachen wir ziemlich plötzlich die tiefhängende Wolkendecke und hatten prompt eine so atemberaubende Landschaft vor uns, die uns glauben lies, direkt auf dem Mars gelandet zu sein.

Hast du einen Lieblingsspot auf der Insel?

Ich konnte mich für keine einzige Location entscheiden; für mich ist es der Mix an besonderen Orten, der die Insel so besonders macht. Generell hat es mir aber im Norden besser als im Süden gefallen. Die vielfältige Natur und die wunderschönen Strände haben wirklich Eindruck hinterlassen.

Welches Equipment hast du auf reisen gerne dabei?

Ich darf eine Nikon D850 meinen treuen Begleiter nennen und verwende diese zumeist mit dem AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8E ED VR. Zudem hatte ich auf meiner Reise das sehr leichte und extrem Lichtstarke AF-S NIKKOR 20 mm 1:1,8G ED für Nachtaufnahmen, sowie das AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR dabei. Die Kombination dieser drei Linsen gibt mir zusammen mit der D850 eine unglaubliche Flexibilität und ich kann mich an jede Situation anpassen.

Ein weiteres Mal besonders beeindruckt hat mich das AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR, mit dem ich in der Lage war einige Surfer an diversen Stränden zu fotografieren. Da es auch mit Offenblende knackscharf ist, konnte ich genau den Bildlook erlangen, den ich mir vorgestellt habe.

Deine Top 3 Fototipps für Teneriffa?

  1. Wie als Fotograf üblich lohnt es sich immer früh aufzustehen, um die schönste Morgenstimmung einfangen zu können und dem touristischen Trubel zu entgehen.
  2. Das Equipment möglich klein halten, um auch eine Wanderung durchs Anaga Gebirge einfach zu gestalten. Mir reichen meist mein Body und zwei bis drei Objektive.

3. Unbedingt nachts die Kamera auf einem Stativ befestigen und den Sternenhimmel fotografieren. Teneriffa ist dafür unter den Top 3 Orten der Welt und besonders oben am Teide könnt ihr die Milchstraße mit bloßem Auge wunderschön erkennen – ihr werdet begeistert sein, wenn die Vorschau vom ersten Foto am Kameradisplay erscheint.

Hast du ein Lieblingsfoto von deiner Reise?

Wenn ich mich für eins entscheiden müsste, dann wäre es das von uns beiden auf dem T3 Bus an einem kleinen Aussichtspunkt zum historischen Ort Masca. Ungefähr eine Stunde zuvor waren wir am westlichsten und wahrscheinlich auch windigsten Punkt der Insel, deshalb war die kleine Pause, um die Sonne zu genießen für mich einer der schönsten Momente.


Was war ein Highlight deiner Reise?

Da gab’s definitiv mehrere. Allein das Auto war für mich ein Highlight und nachdem wir am Morgen nach unserer Nacht am Fuße des Teide den Motor erst nach einer Stunde zum Laufen gebracht haben, war die Freude groß. Grundsätzlich waren es aber die kleinen Dinge, die die Reise so speziell gemacht haben. Beispielsweise abends die Transition vom Sonnenuntergang zum Sternenhimmel bei einem Glas Wein zu beobachten, war faszinierend.

Wirst du wieder nach teneriffa reisen?

Teneriffa ist definitiv ein Reiseziel, das meine Erwartungen übertroffen hat und ich werde dort auf jeden Fall in den nächsten Jahren zurückkehren. Besonders die Ruhe, die wir dort schon im September genießen konnten, ist erstaunlich; an keinem der sonst so touristischen Orte war wirklich viel los. Einen Urlaub im Campervan würde ich auch wieder machen, denn ich wüsste beim nächsten Mal aber auf jeden Fall im Vorhinein, worauf ich mich genau einstellen sollte.

Mehr von Simon und seinen Reisen könnt ihr hier entdecken:

 
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