Donnerstag, 21. Februar 2019

Capture The Journey: Bärenstarkes Finnland

Zusammen mit Secret Escapes haben wir Nikon-Fotograf André (Formgestalter) auf eine Abenteuerreise nach Finnland geschickt. Seine Mission: Herausfinden, wie fotogen Finnland ist. Im September 2018 machten sich André und seine Freundin auf den Weg, um mit der Unterstützung von Visit Finland das Land kennen zu lernen. Seine Reise führte ihn von Kuusamo, südlich von Lappland, über Helsinki nach Espoo. Immer mit dabei: Nikon Z 7 & D850.

Z 7 | 1/160s | f/8 | ISO 640

Finnland war für mich schon immer der Inbegriff von wilder, ungezähmter Natur mit unzähligen Seen, imposanter Wald- und Moorlandschaften, einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Hinzu kommt der Kontrast aus skandinavischem Design und moderner Architektur, wenn es in die Hauptstadt Helsinki geht. Bereits Anfang diesen Jahres zog es mich in den Wintermonaten ins finnische Lappland und ich konnte es daher kaum erwarten dieses Land während der Herbstmonate erneut zu erkunden.

D850 | 1/250s | f/2.8 | ISO 64

Unser Flug startete in München über Helsinki nach Kuusamo im Norden Finnlands. Die Reise dorthin begann alles andere als entspannt und reibungslos. Aufgrund heftigen Windes und Unwetters kamen wir mit 3 Stunden Verspätung am Flughafen in Helsinki an. Nahezu alle Flüge wurden an diesem Tag gestrichen. Als die Entscheidung fest stand, dass unser Flug trotz der heftigen Wetterbedingungen stattfinden sollte, war ich erleichtert und angespannt zugleich. Die Anspannung während unseres knapp 2-stündigen Anschlussfluges in einer kleinen Propellermaschine nach Kuusamo hielt leider bis zur letzten Minute an. Um es kurz zu machen: es war der turbulenteste Flug, den ich je miterlebt habe und ich war heilfroh, als wir wieder auf dem Boden waren.

Bei Ankunft war es kurz vor Mitternacht, keine Menschenseele war auf dem Flughafengelände zu sehen, nur eine handvoll Autos. Draußen tobte ein heftiger Sturm und es goss wie aus Eimern, doch der herzliche Empfang von einer Verantwortlichen von Visit Finland hatte uns das schlechte Wetter vorerst vergessen lassen.

Noch in der Nacht wurde die Reiseroute, die von der finnischen Tourismusbehörde in Abstimmung mit Secret Escapes geplant wurde, für die nächsten Tage besprochen. Von Herbstwanderungen über Kanufahren mit anschließendem Outdoor-Lunch bis hin zur Bärenbeobachtung an der russischen Grenze standen aufregende Aktivitäten auf dem Plan. Die Vorfreude war groß und ich konnte es kaum erwarten am nächsten Morgen zu starten.

Mit im Reisegepäck war auch die neue Nikon Z 7 mit den Objektiven NIKKOR Z 24–70 mm 1:4 S, dem NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S und dem FTZ Bajonettadapter. Zusätzlich hatte ich meine AF-S Nikkor Objektive AF-S NIKKOR 14–24 mm 1:2,8G ED, AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8E ED VR, AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8E FL ED VR und das AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR immer dabei. Bereits einige Wochen vor Reisebeginn konnte ich die neue Nikon Z 7 während der Release-Veranstaltung in London testen und war umso gespannter darauf sie in Finnland unter „echten“ Bedingungen in Gebrauch nehmen zu können.

Z 7 | 1/250s | f/5.6 | ISO 140

Z 7 | 1/100s | f/8 | ISO 64

Von Kuusamo  Airport aus ging es weiter mit dem Auto nach Ruka, hier sollten wir die nächsten Tage unsere Basis haben. Leider war die Wettervorhersage ziemlich schlecht und uns erwartete die ersten Tage ein Mix aus grau verhangenem Himmel und jede Menge Regen.

D850 | 1/320s | f/2.8 | ISO 64

Den ersten Morgen starteten wir gleich von Ruka aus mit einer kleinen Wanderung rund um die naheliegenden Seen und Moorlandschaften und wurden trotz des miesen Wetters nicht enttäuscht. Der Anblick auf die dichten Wälder im bunten Herbstgewand und den unzähligen Seen war einfach nur grandios. Mittendrin trafen wir immer wieder auf Rentiere, verschiedenste Singvögel und wilde Beeren- und Pilzarten. Die ersten Versuche mit der Z 7 liefen völlig problemlos und ich war begeistert von dem einfachen Handling. Mit dem FTZ Bajonettadapter arbeiteten die F-mount Objektive völlig verlustfrei und auch das schnelle Objektivwechseln ist jederzeit leicht möglich.

Für den zweiten Tag war eine Kanutour auf dem Oulanka-River geplant. Dieser führt auch durch den gleichnamigen Nationalpark, der für seine artenreiche Pflanzenwelt bekannt ist.

Der darauf folgende Tag stellte sich aber als ein absolutes Highlight heraus. Wir fuhren von Ruka in Richtung Nordosten zum Bearwatching. Die Wahrscheinlichkeit wilde Bären zu dieser Jahreszeit zu sehen wird auf sehr hoch eingestuft. Die Bären sind, bevor sie endgültig ihre Winterruhe beginnen, sehr aktiv und  gehen vor allem zur Sonnenuntergangszeit nochmal auf Futterzug.

Ich hatte zuvor noch nie wilde Bären gesehen, geschweige denn fotografiert und war dementsprechend aufgeregt und gespannt. Rund 2 km östlich der russischen Grenze - mitten im Nirgendwo - trafen wir unseren Guide. Gemeinsam wanderten wir dann zu einer kleinen, gut getarnten Holzhütte, in der wir Stellung bezogen und unser Equipment in Position brachten. Wir kamen gegen 16:00 Uhr an und bereits nach einer Stunde sichteten wir den ersten Bären. Es war ein absolut einmaliges Erlebnis den König des Walden mit eigenen Augen und in seiner natürlichen Umgebung beobachten zu können.

Der Braunbär gilt als eines der größten an Land lebenden Raubtiere unserer Erde und dieses beeindruckende Lebewesen ist gerade ca. 100 Meter vor mir aus dem Wald zu einer lichten Wasserstelle gekommen – ein unglaubliches Gefühl!

Z 7 | 1/100s | f/5.6 | ISO 1600

Z 7 | 1/320s | f/6.3 | ISO 800

Ich war sogar so begeistert, dass ich für einen kurzen Moment das Fotografieren vergessen hatte. Nach und nach kamen tatsächlich weitere Bären zum Vorschein. Selbst der Guide, der ein ambitionierter Hobbyfotograf war, sagte uns begeistert, dass dieser eines der besten Tage dieses Jahres gewesen sei. Ein Muttertier samt ihrer drei kleinen Bärenkinder kam ebenfalls zur Lichtung und bescherte uns einen ganz besonderen Moment. Auch für unseren Guide war dies eine Seltenheit und dementsprechend waren in der Hütte nur noch Geräusche verschiedener Auslöser zu hören und jeder war voll und ganz auf das Fotografieren konzentriert. Ich hatte bei den meisten Bildern das AF-S NIKKOR 200–500 mm 1:5,6E ED VR mit FTZ Bajonettadapter auf meiner Z 7 in Gebrauch. Der Autofokus erkannte jede noch so kleine Bewegung und arbeitete mit höchster Präzision - auch bei immer schlechter werdenden Lichtverhältnissen.

Die Bärenbeobachtung zog sich bis nach Sonnenuntergang und selbst bei einsetzender Dunkelheit und demensprechender Anpassung der ISO, gab es keinerlei Abstriche in der Qualität.

Ich finde die Bärenserie spricht für sich und ich persönlich bin von den Ergebnissen sowie von dem verwendeten Equipment überzeugt. Mit unglaublichen Bildern im Gepäck machten wir uns auf den Rückweg nach Ruka, um am nächsten Morgen fit für den angekündigten Sonnenaufgang zu sein.

Z 7 | 1/160s | f/6.3 ISO 100

D850 | 1/160s | f/3.5 | ISO 250

D850 | 1/160s | f/4 | ISO 250

Wir trafen uns morgens um 05:30 mit unserem Guide an der Unterkunft und machten uns auf den Weg zum Startpunkt unseres heutigen Ziels. Schier unendlich lange, unbefestigte Schotterstraßen mussten wir mit dem Auto passieren, um zu dem Wanderparkplatz zu gelangen. Endlich konnten wir gute Vorzeichen auf einen Sonnenaufgang vernehmen und wir begannen die Wanderung voller Hoffnung zu Pähkänäkallio, einem Aussichtspunkt über dem Kitkajoki Fluss. Einige finnische Fotografen sind ja der Meinung, dass dieser Spot einer der Schönsten in ganz Europa sei. Und ich muss sagen: es ist etwas Wahres daran. Als wir am Ziel ankamen und sich die Sonne langsam ihren Weg über die Hügellandschaft bahnte, war mir klar, dass dieser Sonnenaufgang etwas Besonderes werden würde. Die goldenen Herbstfarben erstrahlten im morgendlichen Sonnenlicht und der Fluss schlängelte sich unwirklich durch die dichten Wälder. Für mich zählte dieser magische Anblick und dieser Morgen zu einer der Schönsten diesen Jahres.

Gleich im Anschluss zu unserer Sunrise-Mission fuhren wir weiter in Richtung Myllykoski. Mit der alten Mühle am Kitka Fluss und einer Hängebrücke ist auch dieser Abschnitt des Oulanka Nationalparkes auf jeden Fall einen Besuch wert. Die rauschenden Stromschnellen zwischen den prächtigen und herbstlichen Bäumen machten diesen Ort so speziell. Von hier aus starten auch viele Wanderungen in die umliegenden Wälder ab. Ein Tag würde bei weitem nicht ausreichen, um die gesamte Gegend zu erkunden. Ich war bereits im tief verschneiten Winter an diesem Ort, doch im direkten Vergleich hat diese herbstliche Szenerie einen gewissen Charme, der mir noch besser gefällt als im Winter.
Mit diesen letzten Eindrücken aus Lappland verabschiedeten wir uns von Veera, unserem Guide, und machten uns gegen Mittag auf den Weg in die Hauptstadt des Landes.

Kurz und intensiv – so sind die Herbsttage in Finnland und so erlebten wir auch die vier Tage in Helsinki. Die Metropole an der Ostsee ist nicht nur für seine Architektur und Design bekannt, sondern viel mehr auch für seine Esskultur und die umliegenden stadtnahen Naturlandschaften.

Am späten Nachmittag kamen wir in Helsinki an und wurden mit strahlendem Wetter und angenehmen Temperaturen willkommen geheißen. Die sofortige Umstellung von der einsamen Naturlandschaft zur quirligen und lebendigen Großstadt, fiel uns nicht leicht. Doch von der ersten Sekunde an waren wir begeistert von der pulsierenden Stadt, direkt an der Ostsee. Da erneut äußerst schlechtes Wetter für die nächsten zwei Tage vorhergesagt war, ging es nach dem Check-In in unserer Unterkunft sofort wieder hinaus, um noch die letzten Sonnenstunden des Tages zu nutzen und ein paar Fotos zu machen.

Z 7 | 1/2000s | f/3.5 | ISO 400

Z 7 | 1/160s | f/3.5 | ISO 100

Auf Empfehlung ließen wir den ersten Abend im derzeit angesagtesten Restaurant, das in Anlehnung an die spanischen Tapas, finnische Sapas servierte, ausklingen. Eine Fine Dining Erfahrung der besonderen Art, die eine Vielzahl an lokalen Zutaten darbot. Jede einzelne Sapas war absolut herausragend und überzeugte mit einem besonderen Geschmack. Die Spitzenqualität der Speisen und exklusiven Restaurants ziehte sich wie ein roter Faden durch jeden Tag, den wir in Helsinki verbrachten und so zeigte sich die finnische Hauptstadt kulinarisch von seiner besten Seite.


Einen Besuch wert ist auch die erste und älteste Markt- und Verkaufshalle von Helsinki: Vanha Kauppahalli. Das direkt am Wasser gelegene, denkmalgeschützte Gebäude enthält Verkaufsstände von rund 120 Einzelhändlern.

Z 7 | 1/200s | f/1.8 | ISO 400

Ein weiteres Highlight in Helsinki ist Allas Sea Pool. Das öffentliche Freibad liegt mitten im Hafenbecken und ist lediglich durch ein paar hölzerne Latten vom direkten Ostseewasser abgetrennt. Das Gebiet  rund um den Hafen ist unglaublich „finnisch“ und beschreibt das skandinavische Lebensgefühl sehr gut.
Am nächsten Tag erwartete uns, wie schon vom Wetterbericht vorhergesagt, typisch nordisches Wetter: es regnete ununterbrochen und der kalte Wind wehte uns nur so um die Ohren. Perfekt, um die finnische Saunakultur am eigenen Leibe zu erfahren. Vom Festland in Helsinki ging es mit einer kleinen Fähre in nur 10min Fahrtzeit auf die winzig kleine Insel Lonna, die man in gerade einmal 10 Gehminuten umrunden kann. Dort befindet sich eine kleine, aber feine Sauna, die 2016 eröffnet wurde und als eines meiner absoluten Must-Sees gilt. Nach einem Aufguss in der bis knapp 100 Grad heißen Sauna ist ein Bad in der Ostsee gar nicht mehr so schlimm und das anschließende Gefühl einfach nur unbeschreiblich gut. Sehr zu empfehlen ist auch ein anschließender Besuch im Restaurant oder der Waffelbar!

Am nächsten frühen Morgen stand eine abenteuerliche Rib Boat Tour auf dem Schärenmeer an. Finnland ist das Land mit dem größten Archipel und ich war sehr beeindruckt von den unzähligen, aber doch unterschiedlichen Inseln. Unser Guide Leif führte uns unter anderem nach Vallisaari und Kuninkaansaari, diese sind mit die schönsten Ausflugsziele nahe der Festungsinsel Suomenlinna (Unesco Weltkulrurerbe) und mit dem Boot oder Schiff in nur wenigen Minuten zu erreichen. Festungen, Gebäude und eine Vielzahl an verschiedenen Tier- und Pflanzenarten erzählen die Geschichte einer funktionierenden Koexistenz von Mensch und Natur.


Mir hat es vor allem die Insel Vallisaari angetan. Ein wahrhaftiges Outdoor Paradies mit dichten Wäldern und schönen Stränden. Es gibt einen Wanderpfad, der um die gesamte Insel führt und immer wieder atemberaubende Blicke auf die umliegende Landschaft und das entfernte Helsinki freigibt. Sogar Elche, die im Winter über das Eis auf die Insel gelangen, sind mit ein wenig Glück zu sehen.

Z 7 | 1/250s | f/6.3 ISO 400

Unweit von Helsinki befindet sich die Stadt Espoo. Espoo ist mit knapp 280.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Finnlands und wird unter Einheimischen auch als das Silicon Valley Finnlands bezeichnet, da hier viele Unternehmen der IT- und High-Tech-Industrie angesiedelt sind. Doch etwas abseits des Industriegebietes befinden sich viele Naherholungsgebiete und Nationalparks mit unzähligen Möglichkeiten für outdoor Liebhaber. Wir machten eine unvergessliche Wandertour im Nuuksio National Park und erkundeten die Umgebung auch zu Wasser auf einen der vielen Seen per Kajak und Ruderboot.

D850 | 1/160s | f/4.5 | ISO 100

Eine gute Woche waren wir in Finnland unterwegs und natürlich reichte die Zeit bei weitem nicht aus, um nur ansatzweise dieses wunderschöne und zum großen Teil noch ursprüngliche Land zu entdecken. Mein nächster Aufenthalt im hohen Norden ist deshalb bereits jetzt schon wieder in Planung.

Mehr von André und seinen Reisen findet ihr hier:

 
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