5 TIPPS FÜR STARKE STREETFOTOS

Dienstag, 17. September 2019

Street Photography, das Fotografieren im klassischen Reportagestil auf der Straße, ist unglaublich vielschichtig und eine echte fotografische Herausforderung. Wir verraten dir, wie du mit deiner Nikon-Kamera abstrakte, emotionale und richtig starke Straßenfotos aufnimmst, worauf du unbedingt achten solltest und welche Fotoausrüstung auf keinen Fall fehlen sollte. Los geht’s!

Perfekte Objektive für großartige Streetfotos

Wenn du auf den Spuren von Fotojournalismus-Ikonen wie Henri Cartier-Bresson oder Robert Capa wandeln möchtest, solltest du zu einer lichtstarken Festbrennweite zwischen 28 und 50mm greifen. So bist du für das Freihandfotografieren optimal gerüstet und musst dich zudem der Herausforderung stellen, nur mit einer Brennweite zu fotografieren. Zudem bringt dir die Brennweitenspanne den klassischen Reportage-Look in deine Bilder. Für Aufnahmen bei schwachem Licht oder Fotos mit geringer Tiefenschärfe sind Festbrennweiten mit einer hohen Lichtstärke von 1:1,8 oder 1:1,4 ebenfalls zu empfehlen. Professionelle Leistung mit butterweicher Hintergrundunschärfe und weitem Bildwinkel bring euch das AF-S NIKKOR 28 mm 1:1,4 E ED. Ein super weiches Bokeh liefert auch das Profi-Weitwinkelobjektiv AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,4G. Wenn ihr noch weniger Gewicht sowie einen kleineren Preis vorzieht, dann könnt ihr ohne Kompromisse auch zum AF-S NIKKOR 35 mm 1:1,8G ED greifen. Besonders leicht, kompakt und preisgünstig begleitet euch das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G. Auch für das Z-System begleiten euch hier am besten das NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S oder das NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S. Noch mehr Objektiv-Inspiration findet ihr in unserer NIKKOR-Objektivübersicht für Street & Reportage-Fotografie.

Die Street Photography kann gerade zu Beginn eine Herausforderung sein. Stellt euch eine persönliche Challenge und fragt zum Beispiel zehn Personen vorab um Erlaubnis. Foto: Huy Tran | Model: Kristina Winterholler

Habt keine Angst vor Menschen

Straßenfotos leben von besonderen Augenblicken und Begegnungen mit und zwischen Menschen. Sie sind euer Hauptaugenmerk und Garant für wirklich herausragende Bilder. Kleiner Einsteigertipp: Um die erste Scheu zu überwinden und etwas Selbstvertrauen zu tanken, könnt ihr euch eine persönliche Challenge setzen und Menschen vor der Aufnahme aktiv ansprechen. Ein Ziel könnte beispielsweise sein, zehn fremde Personen zu fotografieren, die ihr vor der Aufnahme um ihre Erlaubnis fragt. Das ist dann zwar kein Fotojournalismus mehr im klassischen Sinn, der von natürlichen Momenten lebt, sondern ein inszeniertes Straßenporträt, was aber immer noch seinen Reiz hat. Fangt dann an Personen unbemerkt zu fotografieren und auf die Einzigartigkeit einer jeden Person zu achten. Hier hilft euch übrigens auch der lautlose Aufnahmemodus, wie ihn etwa die Nikon D850, Z 6 und Z 7 bieten. In jedem Fall solltet ihr euch nach der Aufnahme von porträtierten Person einen DSGVO-konformen Mustervertrag zur Nutzung des Bildes unterschreiben lassen. Ansonsten dürftet ihr das Bild nicht veröffentlichen.

Bezieht die Sonne kreativ in eure Bilder mit ein. Etwa als starkes Gegenlicht oder durch Reflexionen auf einem Schaufenster. Aktiviert D-Lightning in eurer Nikon-Kamera, um den Dynamikumfang direkt bei der Aufnahme zu optimieren. Foto: Zerletti

Bildgestaltung: Achtet auf den Hintergrund

Legt besonderen Augenmerk auf den Hintergrund eurer Bilder. Er ist essenziell für eine gelungene Komposition und eine starke Bildsprache. Versucht entweder einen möglichst ruhigen Bildhintergrund zu finden, wie eine einfarbige Wand, und wartet dort ab bis ihn eine interessante Person betritt oder sich ein besonderer Moment ergibt.

Oder fotografiert alternativ bei möglichst offener Blende wie etwa f/1,4, f/1,8 oder f/2,8. Dadurch taucht ihr den Hintergrund in Unschärfe und lenkt das Augenmerk auf den Vordergrund: die von euch aufgenommene Person. Fokussiert dabei auf das Auge, um die Schärfe perfekt ins Bild zu bringen. Wenn ihr mit einer Nikon Z 6 oder Z 7 fotografiert, bietet sich dabei vor allem der neue Augen-Autofokus an.

Die Street Photography ist eine Herausforderung, die euch fotografisch weiterbringen wird. Stellt euch der Challenge und lichtet unverfälschte Momente auf der Straße ab. Lasst euch dabei nicht entmutigen, sondern geht weiter euren Weg. Wie der Meister der Reportagefotografie Henrie Cartier-Bresson seinerzeit zutreffend sagte: „Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die Schlechtesten“.

Sonnenlichtspiele in Downtown San Francisco von Hannes Saint-Paul mit der D850

Vorbereitung ist alles

Bei dem Fotografieren auf der Straße müsst ihr hellwach und aufmerksam sein. Spontane Augenblicke und besondere Momente können sich von einem auf den anderen Moment ergeben – und in einzigartigen Bildern münden. Daher gilt: Seid vorbereitet! Am besten nutzt ihr eure Nikon im Blendenprioritätsmodus A/v mit Auto-ISO und kontinuierlichem Autofokus AF-C. In diesem Modus gebt ihr eine offene oder mittlere Blende vor, den Rest erledigt eure Nikon für euch. Der Vorteil: Ihr könnt euch ganz auf das Geschehen konzentrieren, um im perfekten Moment den Auslöser zu drücken. Fotografiert Menschen, interessante Details und spannende Szenen, die euch während eurer Fototour in der Stadt begegnen.

Die Nacht und der Regen können eine Stadt in ein ganz besonderes Licht tauchen. Fotografiert zu unterschiedlichen Tageszeiten und achtet auf einen möglichst spannenden Bildaufbau. Die Gitterlinien im Sucher helfen euch weiter. Foto: Maximilian Streich

Geht mit Respekt auf die Straße

Bei der Street Photography geht es im Kern um natürliche Momente und Augenblicke, möglichst ohne das ihr sie beeinflusst. Ihr fotografiert also in der Regel Personen, ohne sie vorab um Erlaubnis zu bitten. Seid entsprechend selbstsicher, wenn ihr eure Kamera auslöst und stellt euch darauf ein, dass ihr angesprochen werdet. Geht gelassen und gut gelaunt mit der Situation um. Zeigt der Person euer Foto, dass ihr von dieser gemacht habt und erklärt, warum ihr sie fotografiert habt. Vielleicht weil sie besonders schön lächelte, eine tolle Frisur trägt oder vielleicht einen ausgefallenen Look besitzt. Wenn ihr die Bilder später veröffentlichen wollt und euch rechtlich absichern möchtest, solltet ihr euch nach jeder Aufnahme das Einverständnis der Person geben lassen. Dafür gibt es im Netz diverse DSGVO-konforme Musterverträge, die ihr kostenfrei nutzen könnt. Unter den Suchbegriffen „model release dsgvo“ werdet ihr schnell fündig. Ohne Erlaubnis die Bilder zu veröffentlichen ist immer ein Risiko, da jeder in Deutschland das Recht am eigenen Bild besitzt und ihr entsprechende Aufnahmen nicht ohne das Okay des Gegenübers auf Internetseiten oder in soziale Netzwerke online stellen dürft.

Eine lichtstarke Festbrennweite bietet euch einen klassischen Reportagebildwinkel, fokussiert dank Silent-Wave-Motor (SWM) schnell und nahezu lautlos und bietet Fotos mit geringer Tiefenschärfe durch Offenblende f/1,8. Foto: Huy Tran | Model: Lea Theresa

Bezieht in eure Bilder die Umgebung ein. So könnt ihr ganz leicht eine kleine Geschichte mit euren Streetfotos erzählen. Foto: Hannes Saint-Paul

Streetphotography in San Francisco. Foto: Hannes Saint-Paul

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