RAY DEMSKI

Ray Demski lebt in München und wird von der Agentur Upfront repräsentiert. Er gehört heute zu den interessantesten Action- und Abenteuerfotografen der Welt.

Ray ist in den kanadischen Rocky Mountains aufgewachsen und war schon immer gerne an der frischen Luft. Im zarten Alter von 14 Jahren ging er mit seiner Familie auf einem 37 m langen Segelboot auf eine siebenjährige Weltreise. Während dieser Zeit nahm er seine erste Kamera in die Hand und dokumentierte fasziniert die Menschen und Landschaften um ihn herum. Außerdem trieb er gerne Sport und begeisterte sich auch für dieses Gebiet.

Im Jahr 2007 hatte er bereits 40 Länder bereist und machte sein Hobby schließlich zum Beruf. Ray ist auf Action- und Abenteuerfotografie spezialisiert und setzt auf seine körperliche Fitness, um immer wieder neue Aufnahmen aus spektakulären Blickwinkeln zu erzielen. Zu seinen bekanntesten Kunden zählen Marken wie BMW, Adidas und Audi. Ray arbeitet auch mit den Sportlern der Red-Bull-Teams zusammen und fotografiert bei vielen Sportevents, zum Beispiel beim Snowboarding und Klippenspringen.

Nasim Eshqi in Okuzini in der Türkei | Nikon D3 + AF-S NIKKOR 14-24 mm 1:2,8G ED | 1/320s | Blende 2,8 | ISO 800

Privat lässt sich Ray von seinen Reisen und den Menschen inspirieren, die er unterwegs trifft. Neulich erst nahm er an einer Expedition in das indische Himalayagebirge mit Bernd Zangerl teil. In 4.000 m Höhe haben sie ihr Lager aufgebaut, um unberührte Felsen aufzunehmen.

In seiner Rolle als europäischer Nikon-Ambassador wird Ray weiterhin die Möglichkeiten der Action- und Abenteuerfotografie erkunden und andere dazu ermutigen, die Welt um sich herum zu entdecken und sich für alles Neue und Unbekannte zu begeistern.

Alex Luger am Indian Creek in Utah | Nikon D750 + AF-S NIKKOR 16-35 mm 1:4 G ED VR | 1/400s | Blende 4,5 | ISO 640

Kampfsportler und -künstler Kenneth Bishop | Nikon D200 + AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8G ED VR II | 1/640s | Blende 5 | ISO 800

Boxer Richman Ashiley übt sich während des Trainings im „Bronx Boxing Gym“ im Schattenboxen. Nikon D850 + AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II | 150 mm | Blende 9 | 1/800s | ISO 1000

Klippenspringer Todor Spasov in Gozo auf Malta | Nikon D810 + AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8G ED | 1/640s | Blende 4 | ISO 640

Andreas Millinger während er beim Aufstieg auf „The Shield“ von El Capitan im Nationalpark Yosemite in Kalifornien Hunderte von Metern über dem Boden hängt | Nikon D800 + AF-S NIKKOR 16-35 mm 1:4 G ED VR | 1/250s | Blende 10 | ISO 250

Alex Luger & Hanno Schluge im Monument Basin, Utah | Nikon D810 + AF-S Nikkor 300 mm 1:2,8D IF-ED II | 1/2000s | Blende 2,8 | ISO 160

Lucas Wilson in Berlin auf der Einführungsveranstaltung der Nikon D750 | Nikon D750 + AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8G ED VR II | 1/500s | Blende 4 | ISO 800

Nasim Eshqi während er bei Sonnenaufgang in der Nähe des Basislagers auf 4000 Metern im indischen Himalayagebirge joggt |Nikon D810 + AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8G ED VR II | 1/640s | Blende 5 | ISO 800

Klippenspringer Todor Spasov in Gozo auf Malta | Nikon D810 + AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8G ED VR II | 1/640s | Blende 5,6 | ISO 1250


Rays Equipment

Nach meiner Ankunft in Europa habe ich mir eine D-SLR gekauft, die Nikon D70. Eigentlich wollte ich in die Filmbranche einsteigen, aber das hat sich direkt geändert, als ich gemerkt habe, was ich für gestochen scharfe Bilder machen konnte. Ich war noch jung, als meine Familie auf Weltreise ging, und kam irgendwann auch in Frankreich an. Dort erhielt ich die Chance, bei der Breakdance-Meisterschaft Battle of the Year France zu fotografieren. Das war etwas ganz anderes als das, was ich bisher an Bord gemacht hatte, und kann wohl als der Tag definiert werden, an dem ich meine „Actionbegeisterung“ entdeckt habe. Ab diesem Moment war ich dabei.

Die Nikon D850 eröffnet mir unglaublich viele Möglichkeiten, daher setze ich sie sehr gerne ein. Sie ist ideal für beeindruckende Nahaufnahmen und bietet mir die Auflösung und den Dynamikumfang, den ich mir von einer kompakten und extrem schnellen Kamera wünsche.

Die Nikon D500 ist erstaunlich leicht, auch dann noch, wenn sie mit den ebenfalls leichten DX-Objektiven kombiniert wird. Wenn ich ein Shooting für Abenteuerfotografie leite, bin ich oft mitten im Geschehen. Wenn ich zum Beispiel Kletterer fotografiere, dann muss ich auch klettern. Da ist eine leichte Kamera wie die D500 ideal, denn die Ausrüstung darf einen einfach nicht behindern. Ich bin auch von den 4K-Möglichkeiten dieser Kamera begeistert und habe schon einige fantastische Aufnahmen für ein paar Filme gemacht, an denen ich gerade arbeite.

Die Nikon D5 ist eine großartige Kamera, die ich als Nikon-Ambassador gerne ausführlich testen möchte. Sie begeistert durch ihre hohe Bildqualität mit großem ISO-Bereich und ist daher perfekt für Aufnahmen bei schwachem Licht. Außerdem wartet sie mit einer schnellen Bildfrequenz auf und eignet sich damit ideal für Actionaufnahmen oder Fotos von Bewegungen und Sequenzen. Außerdem kann man mit ihr hervorragende 4K-Videos erstellen.

AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8 G ED

Dieses unglaublich scharfe Objektiv verwende ich mit am liebsten, denn es ist sehr vielseitig und ich kann oft ein ganzes Projekt damit abwickeln. Ein Zoomobjektiv mit einer derart hohen Bildqualität ist nur schwer zu finden.

AF-S NIKKOR 70-200 mm 1:2,8 G ED VR II

Dieses professionelle Telezoomobjektiv habe ich fast immer dabei. Dank einer Lichtstärke von 2,8, dem Bildstabilisator und einer fantastischen Auflösung lässt es sich auch sehr gut in schlecht beleuchteten Umgebungen einsetzen. Dieses Objektiv nutze ich wirklich sehr häufig.

 

Alex Luger am Indian Creek in Utah | Nikon D810 + AF-S NIKKOR 24-70 mm 1:2,8G ED | 1/250s | Blende 4,5 | ISO 1000

 

RAYS Foto-Tipps

Tief in das Thema eintauchen

Ihr müsst euch unbedingt intensiv mit dem Thema und dem Motiv beschäftigen, das ihr fotografieren wollt. Gerade bei der Sportfotografie ist es wichtig, die Regeln und die technischen Aspekte des Sports zu begreifen, um die besten Aufnahmen zu machen. So könnt ihr immer den richtigen Moment erfassen. Actiongeladene Sportfotografie erfordert schnelle Reaktionen und man kann es sich nicht leisten, etwas zu verpassen. Deshalb ist es auch so wichtig, sich vorher mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben. Manchmal hilft es auch, einfach mitzumachen, und das tue ich häufiger – besonders, wenn ich Kletterer fotografiere. Ich lerne aber auch gerne die Sportler selbst kennen, die ich fotografiere, und über die Jahre habe ich zu einigen von ihnen eine enge Beziehung aufgebaut. Ihr Vertrauen zu gewinnen, ist unglaublich wichtig. Nur so wird man zu einem echten Insider und kann kreative Konzepte umsetzen.

Neue Perspektiven suchen

Wichtig ist auch, neue Perspektiven zu suchen und sich von der Umgebung inspirieren zu lassen. Kreativität ist Trumpf: Ihr solltet immer etwas Neues liefern und euch mit eurer Aufnahme von anderen absetzen. Hier sind Mut und Risikobereitschaft gefragt: Ihr könnt zum Beispiel ferngesteuerte Kameras einsetzen. Das mache ich vor allem gerne, wenn ich Kletterer fotografiere, da ferngesteuerte Kameras Aufnahmen aus Winkeln ermöglichen, die ich unmöglich selbst erreichen könnte. Außerdem kann man damit aus mehreren Positionen gleichzeitig aufnehmen. Das ist aber noch nicht alles: Wenn ich zum Beispiel Kletterer fotografiere, dann bringt es nichts, wenn ich vom Boden aus aufnehme. Damit ich die besten Aufnahmen machen kann, lasse ich mir von den Sportlern ihre eigenen Fähigkeiten beibringen. Als ich selbst geklettert bin, konnte ich einige fantastische Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen. Dazu gehört auch eines meiner Lieblingsbilder, auf dem ich an einer 910 m hohen, steil abfallenden Felswand des El Capitan im Nationalpark Yosemite hänge.

Boxer Atu Ricketts und Emmanuel Fofo Mawuli beim Sparring während des Trainings in der „Charles Quartey Boxing Foundation“. Nikon D850 + AF-S NIKKOR 24 mm 1:1,4G ED | 24 mm | Blende 4 | 1/1250s | ISO 1250

Flexibilität ist Trumpf

Ihr solltet eine ganz genaue Vorstellung von der Aufnahme haben, die ihr fotografieren wollt. Der Schlüssel zur kreativen und erfolgreichen Fotografie ist die Vision, unabhängig vom Thema. Aber ihr müsst auch flexibel und offen gegenüber dem sein, was um euch herum gerade geschieht. Manchmal beginne ich mit einem bestimmten Bild im Kopf, aber wenn ich dann mit einem Sportler rede, ändert sich oft die ganze Perspektive. Sie geben einem häufig die besten Ideen, die wir dann einfach nur noch umsetzen müssen.

Boxer Issah Inusa in einer Pause zwischen zwei Runden beim Training im Fitnesszentrum „Attoh Quarshie Boxing Gym“. Nikon D5 + AF-S NIKKOR 24–70 mm 1:2,8G ED | 1/800 s | Blende 2,8 | 70 mm | ISO 6400

Eins werden mit der Ausrüstung

Oft bleiben euch nur wenige Sekunden Zeit, um die perfekte Aufnahme zu machen. Ihr solltet also genau wissen, was ihr in diesem einen Moment tun müsst. Macht euch vorher mit eurer Ausrüstung vertraut, damit ihr absolut sicher seid, welche Kamera, welches Objektiv und welche Einstellung richtig ist. An meinen Nikon-Kameras schätze ich besonders, dass ich fast alles tun kann, ohne den Blick vom Sucher nehmen zu müssen. Das ist besonders bei Sportfotografien ideal, da ich es mir nicht leisten kann, auch nur einen Moment zu verpassen. Ihr müsst die einzelnen Funktionen genau kennen und wissen, was in welcher Situation am besten funktioniert. Der Gebrauch der Kamera sollte selbstverständlich werden.

Vorbereitung ist alles

Von großer Bedeutung ist es aber auch, sich vorher mit den verschiedenen Aspekten des Fotoshootings vertraut zu machen: die Location, das Timing, das Thema und das Zusammenfügen aller Teile. Wer gut vorbereitet ist, erledigt seine Arbeit auch besser und kommt schneller an die besten Aufnahmen. Wenn ihr euch gut vorbereitet und eure Ideen mit allen Involvierten durchsprecht, ist das unglaublich hilfreich, denn so kann jeder alles dafür geben, dass ihr die beste Aufnahme macht. Je besser ihr vorbereitet seid, desto mehr Zeit bleibt euch, flexibel zu reagieren, falls sich die Umstände ändern.

Leichtgewichtsklasse

Wenn ihr Abenteuersportler fotografiert, müsst ihr unbedingt auf die richtige Ausrüstung achten. Denn ihr möchtet auf keinen Fall, dass eure Ausrüstung euch aufhält, im Weg ist oder womöglich kaputtgeht. Wenn ihr also zum Beispiel auf einen Berg klettern müsst oder Klippenspringer fotografieren werdet, dann nehmt nur die allernotwendigste Ausrüstung mit. Das macht euch die Arbeit sehr viel einfacher. Auch mir fällt es manchmal schwer, auf einige Dinge zu verzichten, denn ich möchte am liebsten immer das beste Equipment für den Job dabeihaben. Aber es ist auch wichtig, die Ausrüstung an das Shooting anzupassen. Deshalb halte ich mich an die alte Alpinistenregel, möglichst wenig Gepäck mitzunehmen.

WHAT'S IN MY BAG

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