CHRISTIAN AMMANN

Christian Ammann wurde 1975 in Zürich geboren und wusste mit zwölf Jahren schon, dass er Fotograf werden wollte. Der Nikon-Ambassador mit irischen Wurzeln studierte Fotografie in Zürich, seit 1996 ist er als selbstständiger Fotograf tätig. Christian erhielt diverse Preise, hat sich einen Namen als internationaler Fashion- und Beauty-Fotograf gemacht und arbeitet heute für die großen Modemarken dieser Welt (zum Beispiel Chanel, L’Oréal, Max Factor, H&M, TAG Heuer, Cartier). Für seine Auftraggeber ist der Fotograf und Filmemacher überall auf der Welt tätig. Christian macht auch eindrucksvolle Porträts und hatte schon Stars wie Samuel L. Jackson, Robbie Williams und Iggy Pop vor der Linse. Seine Bildstrecken werden regelmäßig in namhaften Magazinen publiziert. Christian Ammans Stil zeichnet sich durch einen eleganten, zeitlosen Look sowie äusserst präzise Lichtführung und Farbgebung aus. Im Interview mit uns verrät er uns interessante Details zur Zusammenarbeit mit Promis und zur Entstehung großer Modeshootings.

D800 | 1/100s | f/9 | ISO 640

D3X | 1/250s | f/8 | ISO 200

D5 | 1/3s | f/13

D810 | 1/200s | f/11 | ISO 800

D850 | 1/640s | f/16 | ISO 200

D800 | 1/160s | f/13 | ISO 125

D3S | 1/25s | f/2.8 | ISO 200

D810 | 1/200s | f/20 | ISO 31


Christians Equipment

Mit zwölf wusste ich, dass ich Fotograf werden wollte. Deshalb bekam ich eine Nikon FM2 von meinen Eltern, mit der ich zu fotografieren begann. Mir gefiel, meine Sujets in Szene zu setzen – mein Bruder und meine Schwester waren tolle Versuchsobjekte. Mein Bruder erinnert sich bis heute, dass ich ihn gebeten habe, sich in einen Sumpf zu legen und Schlamm zu essen. Die Filme habe ich dann im Badezimmer entwickelt und die Bilder vergrößert. Nach meiner Matura in Irland ging ich in die Schweiz nach Zürich, um Fotografie zu studieren. Gleich nach meiner vierjährigen Ausbildung habe ich mich selbstständig gemacht – das ist nun schon 20 Jahre her.


Die Batterielaufzeit ist echt unglaublich. Trotz Temperaturen um den Nullpunkt kann ich mehrere Sets durchshooten, ohne die Batterie wechseln zu müssen. Eher friert mein Model, als dass beim Akku der erste Strich weg ist.

Die Bildqualität kann für meine Zwecke nie gut genug sein. Daher bin ich mit dem 45,4-MP-Auflösung sehr zufrieden. Doch auch das Filmen in 4K ohne Crop ermöglicht mir weitere Bildwinkel, und ich filme auch sehr gerne im Slow-Mo-Modus mit 120 Bildern pro Sekunde. Darauf habe ich echt schon lange gewartet. Damit lassen sich fantastische Stimmungen einfangen, von denen ich früher nur träumen konnte.

Für meine Filmaufnahmen stelle ich den Fokus gerne manuell ein, bevor ich mit dem Model arbeite. Dafürgreife ich auf einen Assistenten zurück, der vorab den Platz des Models einnimmt. Mit dem Fokus-Peaking im Live-Modus kann ich noch viel genauer und schneller arbeiten - so bin ich absolut sicher, dass die Schärfe auch stimmt. Wie das Fokus-Peaking auf dem massiv verbesserten Monitor umgesetzt wurde, ist echt der Hammer!

D850 entdecken

Christian's Nikon-Equipment

Neben meiner D850 dürfen folgende Objektive bei keinem Shooting fehlen:


5 fragen an Christian

WAS fasziniert dich an der Fashion-Fotografie?

Die Fashion-Fotografie lässt mir sehr viel Freiraum. Hier kann ich außergewöhnliche Themenwelten inszenieren, eigene Konzepte einfließen lassen und sehr kreativ sein. Von meiner Seite kommt viel Input – und ich habe Profis vor der Linse, die meine Ideen auch umsetzen können. Das ist für mich wie Kunst, ich kann wiederkehrende Motive verwirklichen und eigene Vorstellungen realisieren. In der Fashion-Fotografie kann ich auch mit Licht und Technik die Grenzen ausreizen. Kein anderer Bereich der Fotografie erlaubt es mir, so viel von meinem Know-how, meiner Kreativität und meinen Emotionen einzubringen.

Was war die herausforderndste Situation für dich als Fotograf?

Herausforderungen gibt es immer wieder! Zum Beispiel bei –15 Grad auf einem gefrorenen See ein Model im Abendkleid fotografieren; mit Stars arbeiten, die nur eine Minute Zeit haben; sich mit dem Art Director arrangieren, der vor Ort sein Farbkonzept ändert und nun lieber Schwarz statt Weiß hätte, wenn man schon in einem schneeweißen Raum mit weißem Boden, weißen Wänden, Möbeln und Accessoires steht; aus einem Helikopter fotografieren, wenn das Schmieröl im Objektiv gefriert; 68 Outfits an einem Tag in verschiedenen Locations in Szene setzen. Dabei kann ich mich aber immer auf meine 20-jährige Erfahrung und meine tolle Ausrüstung verlassen: Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und mit den Kameras von Nikon bin ich extrem flexibel. Ich kann locker bis ISO 2.500 bei offener Blende fotografieren – und die Bilder werden gestochen scharf, ohne an Qualität einzubüßen. Zudem bin ich sehr gut in der Lichtführung, das hilft mir enorm in solchen Situationen.

Du realisierst auch immer wieder Videoproduktionen. Erzähle uns ein bisschen mehr darüber.

Ich filme immer mehr – Videos sind der Fotografie im Grunde sehr ähnlich. Mir gefällt, dass alles in Bewegung ist und auch noch die Komponente Ton dazukommt. Ich filme ausschließlich mit meinen Nikon-DSLR-Fotokameras. Meistens fotografiere ich das Hauptmotiv und filme die Szenerie – so bekommen meine Kunden umfassende und einheitliche Medien. Ich mag, wie ich beim Filmen anhand mehrerer Szenen eine Geschichte erzählen kann und nicht alles in ein einziges Bild packen muss.

D850 | 1/400s | f/14 | ISO 250

Wie läuft ein Shooting für eine große Werbekampagne in etwa ab?

Diese Shootings sind meist mit aufwendiger Planung verbunden. Ich habe für eine große Kosmetikfirma eine Kampagne produziert, die hier als Beispiel dienen kann. Anfangs war ich einer von zehn internationalen Top-Fotografen, die zu diesem Auftrag eine individuelle Idee und eine Offerte eingereicht haben. Die Konkurrenz kam aus New York, Berlin, Paris, Madrid, London und Tokio. Ich habe mich schließlich mit meinem Konzept durchsetzen können, und schon ging es daran, die Produktion zu organisieren. Alles lief auf internationaler Ebene: Meine Agentin war in Deutschland, meine Produzentin in London, ich selbst war in Zürich. Der Kunde saß in Deutschland, Genf, London, Connecticut und im Mittleren Osten, die Agentur in Dubai, London und im Libanon. Die Make-up-Artistin kam aus Dubai, die Stylistin aus Irland, der Hair-Artist aus Mailand, die Set-Designer aus London, meine Assistenten ebenfalls aus London und Zürich. 35 Personen waren am Set, die Organisation der drei Shooting-Tage dauerte rund einen Monat. Es wurden sicher tausend E-Mails verschickt, wir verbrachten Dutzende Stunden mit Konferenzschaltungen. Ist das Budget einmal abgesegnet, bist du als Fotograf verantwortlich dafür, dass es nicht überschritten wird – denn niemand wird für die Zusatzkosten aufkommen. Und gerade wenn verschiedene Währungen und aufwendige internationale Buchungen im Spiel sind, lauert da manche Falle. Und neben der ganzen Organisation sollst du als Fotograf dann auch noch kreativ sein und auf Kundenwünsche eingehen …

Du arbeitest oft mit Celebritys, neben Samuel L. Jackson zum Beispiel mit Robbie Williams, Iggy Pop und Moby. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit?

Das ist immer sehr verschieden. Bei einigen hat man sehr wenig Zeit, da sind Vorbereitung und Flexibilität alles. Einmal hatte ich für ein Shooting mit Peter Gabriel Blitzlampen aufgestellt, aber kurz bevor er hereinkam, hieß es seitens des Managements: „No lights!“ Also haben wir mit den Jalousien an den Fenstern eine besondere Lichtstimmung erzeugt. Es gibt aber auch ganz tolle Shootings, bei denen man mehr Zeit hat, wie eben mit Samuel L. Jackson in London. Hier hat mir besonders gefallen, dass er auf jedem Bild einen anderen Ausdruck zeigt – und zudem war er äußerst freundlich und nett. So ein Shooting ist ein Highlight.

WHAT'S IN MY BAG

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