Sobald sich der Tag dem Ende neigt und die Dämmerung anbricht, ist die Zeit für nächtliche Schnappschüsse gekommen. Unter Fotografen ist das als „Blaue Stunde“ bezeichnete Zeitfenster, also der Moment kurz nach Sonnenuntergang, besonders beliebt. Damit auch ihr eurer Familie und euren Freunden kristallklare Aufnahmen mit schönen Glanzlichtern präsentieren könnt, verraten wir euch in unseren Tipps, worauf es beim Fotografieren im Dunkeln ankommt.

Benutzt immer ein Stativ

Insbesondere nach Sonnenuntergang hat man nur wenig Zeit, um den perfekten Moment einzufangen. Nichts ist ärgerlicher als ein verwackeltes, unscharfes Bild. Damit ihr sicherstellen könnt, dass eure Aufnahme auch bei langen Belichtungszeiten knackig scharf ist, nutzt in jedem Fall ein geeignetes Stativ, das ihr auf festem Untergrund platziert. Ein sauberes Foto bei Nacht aus der Hand heraus zu schießen gelingt meist nur bis zu einer Belichtungszeit von ca. 1/15 Sekunde. Helfen kann euch bei längeren Belichtungszeiten aber auch der Bildstabilisator, der bei Nikon-Objektiven mit VR gekennzeichnet ist. Die Nikon-Kameras Z 6 und Z 7 haben sogar einen internen Stabilisator verbaut.

Selbstauslöser und Bildstabilisator einstellen

Solltet ihr keinen Fernauslöser besitzen, ist es ratsam, den Selbstauslöser zu nutzen. Diesen stellt ihr auf 2 Sekunden ein. So stellt ihr sicher, dass ihr die Kamera nicht beim Auslösen versehentlich bewegt. Schaltet zusätzlich auch den Bildstabilisator am Nikon-Objektiv aus, wenn es sich auf einem Stativ befindet. Um auch das letzte Risiko einer Verwacklung zu beseitigen, lässt sich der Spiegel bei einigen Kameramodellen hochklappen. Diese Funktion nennt sich Spiegelverriegelung oder Spiegelvorauslösung und sorgt dafür, dass der Spiegel bei der Aufnahme bereits hochgeklappt ist.

Die besten Nachtaufnahmen bekommt ihr definitiv mit einem Stativ hin.

Kölner Dom, Belichtungszeit: 25 Sekunden

Schaltet den Autofokus aus

Grundsätzlich könnt ihr den Autofokus zum Setzen des Initial-Fokus nutzen. Ist das erledigt, deaktiviert ihr die Autofokus-Funktion eurer Kamera. Damit stellt ihr sicher, dass der Fokus genau am richtigen Punkt sitzt. Alternativ könnt ihr den Fokus per Live-View-Modus auch manuell einstellen. Zudem könnt ihr so bequem näher ans Motiv heranzoomen und es für eine maximal präzise Fokussierung vergrößern. Je nach gewünschter Tiefenschärfe wählt ihr eine entsprechend hohe Blendenzahl.

Ein niedriger ISO-Wert sorgt für ein satteres Schwarz

Der sogenannte ISO-Wert stellt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors dar. Je höher dieser Wert liegt, desto empfindlicher reagiert der Sensor auf Lichteinfall. Da Objekte wie Straßenlaternen oder beleuchtete Gebäude bei Nacht viel Licht abstrahlen, muss die Empfindlichkeit entsprechend nach unten korrigiert werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Details aufgrund von Überbelichtung verloren gehen. Außerdem entsteht so ein satteres Schwarz und keine Körnung, die auch als Bildrauschen bezeichnet wird. Geeignete ISO-Werte für Nachtaufnahmen liegen bei 100-200. Dafür müsst ihr länger belichten – hier hilft das Stativ.

Nutzt ein Weitwinkelobjektiv

Um gute Ergebnisse zu erzielen, solltet ihr ein lichtstarkes Nikon-Weitwinkelobjektiv für nächtliche Aufnahmen nutzen. Je weiter sich eine Blende öffnen lässt, umso lichtstärker ist das Objektiv, mit dem ihr arbeitet. Denn je offener die Blende, desto mehr Licht kann gleichzeitig auf den Sensor fallen, was gerade in der Nacht enorm wichtig ist. Offene Blenden liegen im Bereich von f1.4 bis f2.8. Bei Langzeitbelichtung wählt ihr eine Blende von f/10 – f/13. Dafür bestens geeignet ist das lichtstarke Nikon AF-S NIKKOR 16-35 mm 1:4G ED VR Zoomobjektiv. Für den angehende Fotografen oder preisbewussten Käufer ist das Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm 1:4,5-5,6 G VR eine sehr günstige Alternative. In Verbindung mit einer Vollformat, wie die Nikon D750, erzielt ihr sehr gute Ergebnisse.

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