PERFEKTER EINSTIEG IN DIE SPIEGELREFLEX-FOTOGRAFIE – TEIL 4

Donnerstag, 20. Februar 2020

Holt alles aus eurer Nikon-Spiegelreflexkamera heraus. In unserem Guide erklären wir euch Schritt für Schritt, wie euch von Beginn an fantastische Aufnahmen gelingen. Im vierten Teil unserer Serie für DSLR-Einsteiger verraten wir euch, wann es sich lohnt, im Nikon NEF-Format zu fotografieren.

So stellt ihr die Bildqualität ein

Im Aufnahme-Menü eurer Nikon-Spiegelreflexkamera, zum Beispiel bei der Nikon D3500 oder D5600, könnt ihr die Bildqualität an eure Bedürfnisse anpassen. Zur Wahl stehen NEF (RAW) + JPEG Fine, NEF (RAW), JPEG Fine, JPEG Normal und JPEG Basic. Während Letztgenanntes sich durch eine besonders geringe Dateigröße und eine hohe Kompression auszeichnet, habt ihr bei NEF (RAW) + JPEG Fine die meisten Möglichkeiten, um aus euren Aufnahmen die bestmögliche Bildqualität herauszuholen. Dabei werden zwei Bilder gesichert: ein NEF-(RAW)-Bild und ein JPEG-Bild. Bei der Wiedergabe wird euch allerdings nur das JPEG-Bild angezeigt. Wichtig: Ein Löschen des JPEG-Bildes bewirkt auch das Löschen der NEF-(RAW)-Datei. Zudem könnt ihr das NEF-(RAW)-Bild nur mit einem Computer und der passenden Bildbearbeitungs-Software wie etwa Nikon Capture NX betrachten. Bei den anderen Bildqualitäts-Modi werden entsprechend nur JPEG-Aufnahmen in den angegebenen Qualitätsstufen beziehungsweise das NEF auf der Speicherkarte eurer Nikon-DSLR abgespeichert.

Übrigens, über das Info-I auf der Rückseite eurer Nikon-Kamera gelangt ihr auch direkt in das Quick-Menü. Hier lassen sich wichtige Einstellungen direkt und ohne Zugriff aufs Menü ändern. Markiert die gewünschte Option, ändert die Parameter und drückt im Anschluss auf „OK“.Bei der Bildqualität gebt ihr darüber hinaus die gewünschte Bildgröße an. Zur Wahl stehen „L“, „M“ und „S“. Dabei gilt: Je höher die Auflösung, desto größer ist das mögliche Druckformat und desto größer ist auch die Dateigröße auf der Speicherkarte. Fotografiert im Idealfall – je nach Motiv und Situation – in Größe „L“ und im Modus „NEF (RAW) + JPEG Fine“, „JPEG Fine“ oder „NEF“ – bei Letzterem wird automatisch die Dateigröße „L“ gewählt.

Das Besondere an NEF-(RAW)-Aufnahmen

Kameraeinstellungen wie Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Picture-Control-Konfiguration werden als Informationen separat von den RAW-Daten des Bildsensors gespeichert. Diese Einstellungen könnt ihr später beliebig oft variieren, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Dazu kopiert ihr die Bilder eurer Nikon-Spiegelreflexkamera auf einen Computer und verändert die Einstellungen mithilfe von Softwares wie ViewNX-i oder Capture NX-D; diese Nikon-Programme könnt ihr kostenlos im Nikon Download-Center heruntergeladen. Außerdem könnt ihr im Bildbearbeitungsmenü eurer Nikon-DSLR die Funktion NEF-(RAW)-Verarbeitung verwenden und die Fotos direkt in der Kamera entwickeln und als JPEG abspeichern. NEF-(RAW)Dateien werden im NEF-Dateiformat aufgezeichnet (Dateiendung »*.nef«).

Welche Motive sich besonders eignen

Aufnahmen im qualitativ besonders hochwertigen NEF-(RAW)-Format bieten sich für eine Vielzahl von Motiven an. Vor allem bei Landschaftsfotos zur Goldenen oder Blauen Stunde. In diesen Situationen ist das Licht der tiefstehenden Sonne meist eine Herausforderung für den Weißabgleich eurer Nikon-DSLR, sodass ihr dank der NEF-Datei die Farben später noch exakt an eure Wünsche anpassen könnt. Darüber hinaus ist die Bildqualität bei NEF so hoch wie möglich, da im Gegensatz zum JPEG-Format mehr Tiefen und Lichter aufgezeichnet werden. Entsprechend höher fällt die Dateigröße auf, da eure Nikon-Kamera viel mehr Details im Nikon-RAW-Format abspeichert. Ergo ist es der Modus der Wahl, wenn es darum geht, Motive bestmöglich aufzunehmen. Etwa Porträts, Nachtaufnahmen, Stillleben, Wildlife, Natur und vieles mehr. Einzige Ausnahme sind besonders schnelle und bewegte Motive, die ihr im Serienbildmodus fotografieren wollt. Bedingt durch die große Dateigröße lichtet eure Nikon-Kamera weniger Bilder pro Sekunde ab, als bei der Einstellung „JPEG Fine“. Wenn es euch also auf entsprechend viele Aufnahmen einer Bewegung ankommt, solltet ihr im JPEG-Modus fotografieren. Für (fast) alle anderen Fälle gilt: NEF beziehungsweise NEF und JPEG Fine.

Nachbearbeitung ist Pflicht

Im Gegensatz zum bereits voll entwickelten JPEG, das der Prozessor eurer Nikon-Kamera für euch erledigt, müsst ihr bei NEF-Aufnahmen noch selbst Hand anlegen. Etwa im Programm Capture NX-D. Hier gilt es, die Belichtung, Farben, Kontrast und Schärfe zu entwickeln. Aus diesem Grund nennt man das RAW-Format auch „digitales Negativ“. Doch der zeitliche Mehraufwand lohnt sich, da ihr mit herausragenden Aufnahmen belohnt werdet und auch kritische Lichtsituationen spielend meistert. Etwa Bilder im Gegenlicht oder im Dämmerlicht.

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