PERFEKTER EINSTIEG IN DIE SPIEGELREFLEX-FOTOGRAFIE – TEIL 5

Donnerstag, 23. April 2020

In unserem großen Spiegelreflex-Guide erklären wir euch einfach und leicht verständlich, wie ihr großartige Aufnahmen mit eurer Nikon-DSLR ablichtet. Im fünften Teil unserer Serie sagen wir euch, wie ihr eure Fotos noch besser in Szene setzt.

Spannung und Aufmerksamkeit mit der Drittelregel

Warum ziehen einige Bilder die Blicke stärker in ihren Bann, während andere Aufnahmen eher langweilig wirken? Das Geheimnis erfolgreicher Fotos liegt meist in einer gekonnten Bildkomposition. Und diese ist einfacher zu erreichen, als ihr mitunter denkt. Denn eure Nikon-Kamera unterstützt euch dabei von Anfang an. Entscheidend für die Unterstützung bei allen Aufnahmen sind die Gitternetzlinien, die ihr euch über das Menü eurer Nikon-Spiegelreflex im Live-View auf dem Monitor einblenden lassen könnt – im Sucher sind sie indes immer sichtbar. Der Klassiker der Bildgestaltung ist die Drittelregel. Dabei wird euer Motiv in neun gleich große Felder mithilfe von feinen Linien eingeteilt. Alles, was sich auf diesen befindet, erhält in der Bildaussage eine stärkere Wirkung. Positioniert also etwa bei einer Porträtaufnahme im Querformat das Auge der Person auf dem Schnittpunkt oben rechts. Dadurch wird euer Gegenüber viel intensiver in Szene gesetzt, als wenn sich das Auge irgendwo im Bild befinden würde.

Bei Landschaftsfotos lässt sich etwa der Horizont auf der unteren Querlinie platzieren, um eine ausgewogene Bildkomposition zu erschaffen, gerade, wenn der Himmel sehr spannend ist. Würdet ihr indes den Himmel in der Mitte positionieren, wäre die Wirkung viel langweiliger und schwerfälliger. Alternativ könnt ihr den Horizont auf die obere Linie setzen, wenn die Landschaft noch stärker im Vordergrund stehen soll.

Ruhe und Harmonie mit dem Goldenen Schnitt

Ist euch die Drittelregel vertraut geworden, könnt ihr euch dem Goldenen Schnitt zuwenden. Als Faustregel gilt, dass die vertikalen und horizontalen Linien jeweils etwas weiter in die Mitte gerückt werden als bei der Drittelregel. Die bildwichtigen Motivteile orientieren sich nach der Regel des Goldenen Schnitts dann entlang der Schnittkanten oder auch diagonal am mittleren Rechteck. Bilder, die der Aufteilung des Goldenen Schnitts entsprechen, wirken harmonisch und ausbalanciert.

Das entsprechende Bild wirkt ruhig und ausgewogen. Dies ist auch der wichtigste Unterschied zwischen der Drittelregel und dem Goldenen Schnitt: Der Goldene Schnitt steht für Harmonie und Ruhe, die Drittelregel für Spannung und Aufmerksamkeit. Entscheidet also, welches dieser beiden Gestaltungsmittel gerade am besten zu eurem Bild passt und fotografiert es mit eurer Nikon-Spiegelreflexkamera, etwa mit der D5600 oder der D3500.

Regeln kennen, Regeln brechen

Kurzum: Versucht – gerade zu Beginn – die Drittelregel möglichst häufig anzuwenden, um ein Gefühl für die Komposition und deren Wirkung zu erhalten. Wie bei allen Gestaltungsregeln in der Fotografie ist die Anwendung der Drittel-Regel stets vom Motiv und der Gestaltungsabsicht abhängig; Regeln bewusst zu brechen kann zu besseren Bildern führen. Hier gilt es einfach, mutig zu sein und auch alternative Blickwinkel und Aufteilungen auszuprobieren.

Farbkontrast und Linienführung

Um eure Aufnahmen noch stärker zu machen, solltet ihr bei allen Motiven nach sichtbaren und unsichtbaren Linien Ausschau halten. Etwa einem Zaun, der sich durch das Bild zieht oder Personen, die sich in die Augen schauen. Der Betrachter wird vor allem Linien in euren Bildern folgen, sodass ihr die Blicke entsprechend in die von euch gewünschte Richtung lenken könnt.

Auch helle Bereiche haben eine magische Anziehungskraft. Positioniert diese etwa bei der Gestaltung mithilfe der Drittellinien in eurem Sucher oder im Live-View auf einem Schnittpunkt, um die Wirkung weiter zu erhöhen. Ebenso könnt ihr durch eine kurze Brennweite von zum Beispiel 18 mm, wie es etwa das AF-P DX NIKKOR 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR bietet, Linien noch mehr betonen. Gerade dann, wenn ihr eine tiefe Aufnahmeposition mit eurer Nikon-Kamera einnehmt und leicht nach oben fotografiert.

Auffällig sind auch Farbkontraste, die in euren Motiven abgelichtet sein können. Etwa Komplementärfarben wie Rot und Grün. Sie bringen mehr Spannung in eure Fotos. Kalte Farben sorgen zudem für eine eher kühle Atmosphäre im Bild, während warme Töne entsprechend eine gemütliche Stimmung ins Bild zaubern.

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