NIKON FEMALE FACETS MENTORIN CHRISTINE GARCIA URBINA ALIAS TRICKYTINE

Donnerstag, 11. März 2021

Die Stuttgarterin Christine Garcia Urbina (trickytine.com) startete 2017 in die Selbstständigkeit als Bloggerin und entwickelte mit viel Liebe zu Foodstyling und Foodfotografie ein starkes Blog-Business, in dem sie ihre Kreativität voll ausleben kann und stets Neues dazulernt. Als Mentorin bei Nikon Female Facets freut sie sich darauf, ihre Leidenschaft für gutes Essen und spannende Food-Projekte mit euch zu teilen und euch mit Tipps und Einblicken in ihr Leben als selbstständige Bloggerin und Unternehmerin zur Seite zu stehen.

Meine Faszination für die Fotografie kam quasi über Nacht

Als ich mich damals damit beschäftigt habe, einen Blog zu eröffnen, stand das Thema für mich sehr schnell fest: Ich möchte in die Foodfotografie! 2014 war es dann endlich soweit. Ich habe meinen Foodblog trickytine.com ins Leben gerufen und mich damit auf ein spezielles Terrain gewagt, das durchaus einige Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gehört zum Beispiel, dass frische Zutaten nach dem Garen noch knackig und strahlend aussehen und Fisch und Fleisch den perfekten Gargrad für das Foto zeigen. Hier habe ich über die Jahre viel dazugelernt und stets versucht, mich weiter zu verbessern. Dazu gehörte auch die Wahl der Kamera. Anfangs habe ich meine Gerichte ausschließlich mit dem Smartphone fotografiert. Mit der Konzipierung meines Blogs spürte ich aber schnell, dass ich mir für trickytine.com eine starke, wiedererkennbare Foto-Ästhetik aneignen wollte. Und so wuchs meine Faszination für die Fotografie quasi über Nacht. Ich investierte in meine erste Nikon-Spiegelreflexkamera und brachte mir das Fotografieren intuitiv selbst bei.

Eierlikör French Toast Rezept mit Blaubeer-Rosmarin Soße

Christine Garcia Urbina ist die Gründerin und der kreative Kopf des Foodblogs „trickytine.com“.

   

Einladend, ehrlich und mit einer ordentlichen Portion Spontaneität

Für einen erfolgreichen Blog ist es wichtig, sich mit einer eigenständigen Bildsprache von anderen Fotografen abzuheben. Ich würde meinen Stil als einladend, ehrlich, stark und klar beschreiben. Diese Stilistik war schon zu den Anfängen meiner Fotografie, also zur Eröffnung des Blogs 2014, recht ausgeprägt, weil ich immer ein sehr intensives inneres Bild vor Augen hatte, wie meine Aufnahmen aussehen sollen. Das mag vielleicht etwas klischeehaft klingen, aber ich trage die Ideen, speziell für meine Food-Sets, einfach in mir. Ich baue jedes Shooting-Set immer sehr spontan und kurz vor dem Fotografieren in meinem Studio auf. Auch die Food-Props wie Teller, Besteck, Leinen-Servietten und Gläser suche ich stets kurz vor der Aufnahme heraus und kombiniere sie zu meinen Gerichten. Das ist mein eigener kreativer Flow, der sich meist nicht im Vorfeld konzipieren oder vorplanen lässt. Und mittlerweile kann ich diesen kreativen Prozess auch ganz leicht abrufen, weil ich eben schon so viele Food-Sets zubereitet, gestylt und fotografiert habe. Ich arbeite übrigens ausschließlich mit frischen Zutaten und verzichte vollkommen auf artifizielle Styling-Tricks wie beispielsweise die Verwendung von künstlichen Lacken für mehr Glanz. Schließlich möchte ich das ganze leckere Essen nach dem Shooten auch noch genießen!

Emotionalität als wichtiger Baustein für den Erfolg

Die Foodfotografie ist ein wichtiger Pfeiler meines Business, da ich jeden Besucher meines Blogs als allererstes über meine Bilder anspreche. Dabei ist Food natürlich ein hochemotionales Thema: Fotos von dampfenden Suppenschüsseln, einem Stück Schokoladenkuchen auf einem alten Backblech oder einer einladenden Tischszene mit vielen Händen und Momenten von Shared Food spricht in allen von uns etwas tief Verwurzeltes an. Über die Kombination aus Rezepten mit dem speziellen „tricky“-Twist, meiner klaren Bildsprache und einer starken Wiedererkennbarkeit erreiche ich dabei eine breite Anzahl treuer Community-User auf dem Blog und auf Social Media. Das Gleiche gilt auch für meine tollen Partner, mit denen ich bereits langjährig als Botschafterin und Content Creator zusammenarbeite.

Mein Weg zur Fotografie war und ist geprägt von meiner natürlichen Neugier, meiner Passion und meiner Intuition und wird bis heute von einer tollen Lernkurven begleitet. Wenn ich ehrlich bin, gab es zwischendurch auch Momente, in denen ich die Kamera am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte, weil ich einfach nicht mein gewünschtes Ergebnis erzielen konnte. Doch auch das gehört für einen erfolgreichen Weg einfach mit dazu. Jedes Haareraufen und jeder Erfolgsmoment war wichtig für meine Art der Fotografie. Deshalb liebe ich meine Arbeit und empfinde meinen Weg als genau richtig für mich. Wenn ich heute nochmal neu in die Selbstständigkeit starten würde, dann würde ich alles nochmal ganz genauso machen.

In den sechs Jahren, in denen ich als trickytine und Bloggerin arbeite, hatte ich das große Glück, dass alle meine Partner und Kunden immer direkt auf mich zugekommen sind und ich komplett auf Akquise verzichten konnte. Der Kontakt entsteht dabei oft über Social Media, den Blog oder Empfehlungen. Im Nachhinein betrachtet ist das natürlich eine perfekte Ausgangslage für langjährige Partnerschaften, da die Kunden mir meist bereits länger folgen und meinen „tricky“-Stil und meine Ausrichtung kennen und schätzen.

Die Nikon Z 7 ist meine „Shooting-Partnerin in Crime“

Mit dem Erfolg meines Blogs ergab sich auch die wunderbare Chance, als Botschafterin für einen solch großartigen Partner wie Nikon zu arbeiten. Ich bin wirklich begeistert von der gesamten Nikon-Z-Serie. Meine Z 7 ist so etwas wie meine beste ‚Shooting-Partnerin in Crime‘. Ich liebe ihre Detailgenauigkeit, ihre Schnelligkeit und ihre unglaubliche Präzision. Sie liegt wahnsinnig gut in der Hand und ich bediene sie seit der ersten Sekunde absolut intuitiv. Dazu kommen hervorragende Objektive. Für meine Food-Sets verwende ich gerne das NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S und das NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S. Für Details und Close-ups liebe ich das NIKKOR Z 85 mm 1:1,8 S. Und für weitwinkligere Aufnahmen, wie zum Beispiel für Tischszenen im Studio, arbeite ich häufig mit dem NIKKOR Z 24 mm 1:1,8 S.

Jede Menge schöne Augenblicke

Wenn ich auf meine bisherige Karriere als selbstständige Unternehmerin zurückblicke, habe ich bereits viele wunderbare Momente erleben dürfen! Dazu gehört ganz klar die Gründung meines Blogs trickytine.com im Mai 2014. Es folgte recht bald der Gewinn des größten deutschen Foodblog-Awards. Auch die Entscheidung, meinen sicheren Job nach elf Jahren für meine Selbstständigkeit aufzugeben, war aufregend und richtig. 2018 habe ich gemeinsam mit meinem Mann Alfonso und meiner Mitarbeiterin Hanna das #teamtricky aufgebaut, das spezielle Konzepte für Kunden entwickelt und habe dabei den Schritt in die Manager-Rolle gewagt. Neben trickytine.com ist mit „the Content Store“ noch ein weiteres Geschäftsmodell entstanden, in dem wir hochwertige Stock-Fotos aus Bereichen wie Lifestyle, Natur, Reise und Food anbieten. Aber das Wichtigste ist, dass ich jeden einzelnen Tag die größte Freude bei meiner „Arbeit“ habe und immer wieder neue kreative Projekte entwickeln kann. Das macht mich ehrlich glücklich, begeistert mich und treibt mich an.

Saftiger Schokokuchen

 

Süßer French Toast Auflauf mit Hefezopf, Rhabarberkompott und Mascarpone-Crème

Orzo Nudelsalat Greek Style, vegetarisch mit Feta, Gurken und Oliven

Nach vorne blicken in Zeiten der Pandemie

Das nicht ganz leichte Jahr 2020 war beruflich durchaus eine Herausforderung, auch wenn ich sagen kann, dass ich hier mit meinem Foodblog wirklich zu den Glücklichen gehörte. Fast alle Kooperationen, die für das Jahr geplant waren, konnten auch umgesetzt werden. Auch die Reichweite von trickytine.com war historisch gesehen sehr stark und wir konnten Rekordzahlen erzielen. Dafür bin ich unglaublich dankbar, denn ich weiß, dass andere selbstständige BloggerInnen, die zum Beispiel das Thema „Travel“ bedienen, 2020 durch den Wegfall von geplanten Reisen und Kooperationen vor echten persönlichen und auch wirtschaftlichen Herausforderungen standen. Mir hat der glückliche Umstand geholfen, dass durch den Lockdown im Frühjahr und im Herbst die Themen Essen, Kochen und Backen in der Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt sind. Viele Menschen wollten backen oder kochen, um sich abzulenken oder auch, weil es ihnen Freude bereitete, sich in der Küche auszuprobieren. Andere wiederum, wie zum Beispiel Familien mit Kindern, mussten öfter am Tag kochen und so waren alle im Home-Office und Home-Schooling dankbar für schnelle 30-Minuten-Rezepte oder smarte Meal-Prep-Ideen von trickytine.

Lasst euch nicht von zu viel Technik verunsichern

Wenn ich Quereinsteigern in die Fotografie eines mit auf den Weg geben möchte, dann ist es der Tipp, nicht zu sehr nach links und rechts zu schauen, was die anderen machen. Hört auf euer Bauchgefühl und macht euer eigenes Ding. Hätte ich mich beispielsweise zu meinen zarten Fotografie-Anfängen mit einem fotografischen Technik-Genie unterhalten, hätte mich das womöglich verunsichert, weil ich nicht so linear funktioniere und mich Handbücher oder technische Tutorials einfach weniger ansprechen als das Erlernen durch direktes Ausprobieren und neugieriges Erforschen der Kamera und der Objektive. Womöglich beherrsche ich selbst heute noch nicht alle technischen Skills einer ausgebildeten Fotografin. Das ist für mich und meine Arbeit aber auch nicht ausschlaggebend. Wenn ich am Ende mein fotografisches Wunschziel mit dem perfekten Bild erreiche und diese Aufnahme viele BetrachterInnen inspiriert, einlädt und erfreut, dann sind für mich die technischen Parameter zweitrangig. Ich feiere lieber die Freude und die Schönheit, die ich mit meiner Kamera festgehalten habe.

MEHR VON CHRISTINE GARCIA URBINA

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