NIKON FEMALE FACETS: TRÄUMERISCHE PORTRÄTS MIT NIKON FAMILY FOTOGRAFIN JESSICA KOTTE

Montag, 30. August 2021

Auf ihren Social-Media-Kanälen nimmt Jessica Kotte alias @bluesummerbird ihre Follower mit ihren Bildern auf eine Reise in eine idyllische und harmonische Traumwelt. Im Rahmen der #NikonFemaleFacets spricht sie mit uns über die Ideen hinter ihren Bildern und wie die Pandemie ihre Fotografie beeinflusst hat.

Corona hat mich in meiner Arbeit eingeschränkt

„Wie viele andere hat auch mich die Ausgangssperre im Zuge der Pandemie in meiner Arbeit eingeschränkt. Für gewöhnlich mache ich meine Shootings immer zum Sonnenuntergang, weil ich es liebe, mit Licht und Schatten zu arbeiten und die Atmosphäre, die ich kreieren möchte, bei Sonnenuntergang besser zum Ausdruck kommt.
Allerdings musste ich einige Shootings, bei denen die Kunden von weiter weg anreisen, leider verschieben, um nicht gegen die Ausgangssperre zu verstoßen.
Dennoch war es mir immer wichtig, den Kopf nicht hängen zu lassen und das Beste aus der Situation zu machen. Oftmals habe ich meine Ideen mit mir selbst als Model vor der Kamera umgesetzt. Es war immer wieder eine kleine Herausforderung, meinem Freund ganz genaue Anweisungen zu erteilen, um die Idee in meinem Kopf zu verwirklichen. Mit dem Endergebnis war ich aber immer sehr happy.
Gerade die aktuelle Situation zeigt uns, dass unsere Kreativität gefordert ist und manchmal auch das einfachste Equipment genügt, um mit den Dingen, die man zu Hause hat, einzigartige Bilder zu schaffen.
Mein Tipp an euch: Die Golden Hour, sprich die letzte Stunde vor Sonnenuntergang, eignet sich besonders, um euren Bildern eine warme und harmonische Stimmung zu verleihen.“

Mein Weg zur Porträtfotografie

„Anfangs habe ich sehr gerne Blumen und Regentropfen im Garten meiner Großeltern fotografiert. Doch dank Instagram erkannte ich schnell meine Begeisterung für die Porträtfotografie. Früher war Instagram noch eine reine Fotografen-Plattform, auf der jeder seine Arbeit geteilt hat. Ich habe mich inspirieren lassen und bin dann mit meiner jüngeren Schwester losgezogen und habe begonnen, Porträts von ihr zu schießen.
Heute hole ich mir meine Inspiration neben Instagram auch aus meinem Umfeld.
Im Allgemeinen probiere ich leidenschaftlich gerne neue Dinge aus und finde auch die Atmosphäre, die man bei der Reisefotografie schaffen kann, sehr spannend. Aber auch die Beauty- und Studio-Fotografie klingen für mich sehr interessant, da es Bereiche sind, in denen man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.“

Fotografie verbindet

„Durch den Stil meiner Bilder werde ich hauptsächlich von Frauen kontaktiert und die Anfragen von Männern halten sich in Grenzen. Demnach habe ich das große Glück, noch nicht mit Vorurteilen gegenüber Frauen in der Fotografie konfrontiert worden zu sein. Es kommt aber schon mal vor, dass ich aufgrund meines jungen Alters in der Fotobranche nicht ganz ernstgenommen werde. Bei Anfragen bleibe ich immer meiner Persönlichkeit treu und trete jedem Kunden offen und freundlich gegenüber. Ich musste aber lernen, dass ich mein Auftreten in gewissen Situationen anpassen und sachlich verhandeln muss, um ernst genommen zu werden.
Ich habe das Gefühl, dass viele nach wie vor ein sehr einseitiges Bild eines Fotografen haben, wodurch es für den einen oder anderen den Eindruck erwecken mag, dass Fotografie altmodisch und langweilig sei. Hierin sehe ich aber zeitgleich auch meinen großen Vorteil. Durch meinen Stil hebe ich mich von der Masse ab und zeige einer Vielzahl von Menschen, dass jeder seine Fotografie individuell ausleben kann. Es gibt kein richtig oder falsch.
Ich für meinen Teil kenne meine technischen Einstellungen und setze mich mehr mit der Szenerie und der Atmosphäre, die ich zum Ausdruck bringen möchte, auseinander. Es wird aber auch andere Fotografen geben, die sich viel mehr mit dem technischen Know-how beschäftigen und ebenfalls wunderschöne Bilder schaffen. Trotz der unterschiedlichen Herangehensweisen ist das Endergebnis beider einzigartig und nicht weniger gut als das andere.
Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, dass Fotografie verbindet und sowohl die Fotografie von Männern als auch von Frauen unglaublich vielfältig und facettenreich ist.“

Studium und Fotografie vereinen

„Von klein auf, habe ich sehr viel Zeit und Mühe in die Fotografie gesteckt, um mich stets weiterzuentwickeln und immer besser zu werden.
Mit meinem Abitur habe ich einen großen Meilenstein in meinem Leben bewältigt und wollte mich gleich darauf voll und ganz meiner Selbstständigkeit widmen. Nach einigen Überlegungen entschloss ich mich trotz anfänglicher Bedenken, vorerst Kommunikationsdesign in Frankfurt zu studieren. Das Besondere an meinem Studiengang ist, dass es hauptsächlich Kurse beinhaltet, in denen ich mich kreativ ausleben kann. Darin sehe ich den großen Vorteil, dass es sehr gut mit der Fotografie vereinbar ist. Besonders in der Bearbeitung meiner Bilder habe ich in meinem Studium gelernt, wie ich meine Message besser zum Ausdruck bringen kann. Ich ertappe mich häufig dabei, wie ich meinen fotografischen Stil auch auf die Arbeiten in meinem Studium übertrage.  
Selbstverständlich darf die Fotografie neben meinem Studium nicht zu kurz kommen. Ich habe das Glück, dass ich mir meine Zeit selbst einteilen kann, somit bekomme ich aktuell sowohl das Studium als auch die Fotografie unter einen Hut. Mein großes Ziel ist es, mich nach meinem Studium vollständig meiner Leidenschaft zu widmen.“

 

Es ist wichtig, offen und flexibel zu bleiben

„Die besten Ideen kommen mir größtenteils während des Autofahrens. Meistens erkunde ich die Dörfer in meiner Umgebung und halte Ausschau nach Feldern, die auf dem ersten Blick nicht direkt sichtbar sind.
Meine Ideen halte ich alle schriftlich fest und überlege mir anschließend, wie ich diese bestmöglich in die Realität umsetzen kann. Erfahrungsgemäß würde ich sagen, dass es wichtig ist, offen und flexibel zu bleiben, denn manchmal fallen einem spontan die besten Ideen ein.
Ich erinnere mich gerne an einen Trip nach Holland zurück, auf dem bei Sonnenuntergang inmitten eines Tulpenfeldes wunderschöne Bilder entstanden sind, welche völlig ungeplant waren.
Im Laufe der Jahre hat sich durch die Fotografie meine Wahrnehmung in gewisser Weise verändert. Wenn ich einen schönen Ort sehe, nehme ich den Ort nicht als solches war, sondern sehe eine schöne Location und das fertige Bild vor Augen. Früher war es mein größter Wunsch, irgendwann einmal in die Stadt zu ziehen, doch durch die Fotografie habe ich die Natur wertschätzen gelernt und könnte es mir heute nicht mehr vorstellen.“

 

Tipps für junge Fotografinnen

„Jeder jungen Fotografin würde ich ans Herz legen, sich mit Social-Media-Plattformen wie Instagram, Tiktok oder Facebook zu beschäftigen. Dort findet man viele Gleichgesinnte, von denen man viel lernen kann, um sich weiterzuentwickeln. Besonders Instagram hat mich immer wieder inspiriert, neue Dinge auszuprobieren und dazu motiviert, weiter zu machen. Ich würde euch raten, eure Bilder mit der Öffentlichkeit zu teilen und immer euer Ding durchzuziehen. Von negativen Kommentaren darf man sich nicht unterkriegen lassen. Letzten Endes wird man von Mal zu Mal besser und eure Arbeit wird sich sehen lassen können.“

 

Must-haves für Porträt-Fotografen und -Fotografinnen

Festbrennweiten!
„Ich arbeite mit den unterschiedlichsten Festbrennweiten wie dem NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S, NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S oder dem AF-S NIKKOR 105 mm 1:1,4E ED.
Letzteres ist inzwischen auch mein Lieblingsobjektiv. Ich habe es damals aus dem Bauch heraus gekauft und es passt perfekt zu dem Stil meiner Bilder. Es erzeugt eine sehr schöne Tiefenunschärfe, wodurch die Atmosphäre, die ich erzeugen möchte, verstärkt wird.
Ein absoluter Allrounder ist aber auch das Z 35 mm. Es ist sowohl für Nahaufnahmen als auch für weitwinkeligere Aufnahmen sehr gut geeignet und gerade auf Reisen mit leichtem Gepäck ein Must-have.“

 

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