#CREATEYOURLIGHT: OUTDOOR-PORTRÄTFOTOGRAFIE UND DIE KUNST DES HARMONISCHEN ZUSAMMENWIRKENS

Montag, 06. September 2021

Brett Florens ist Mode- und Hochzeitsfotograf, Kathrin Schafbauer ist Sport-, Mode- und Lifestyle-Fotografin. Gemeinsam suchen sie in den Straßen von Santa Cruz de Tenerife nach dem besten Licht, um sich gegenseitig im Freien zu porträtieren. Erfahrt in diesem Artikel, wie sich die beiden bei allen Aspekten vom Posieren bis zur Nutzung des Lichts gegenseitig inspirieren und Porträts aufnehmen, deren Lichteinsatz Aufnahmen im Studio in nichts nachsteht.

Dieses Mal bei #CreateYourLight geht es um das Fotografieren im Freien bei natürlichem Licht und den Umgang mit den Personen, die ihr aufnehmen möchtet. Brett und Kathrin brauchten als Equipment lediglich die spiegellosen Vollformatkameras Nikon Z 5 und Nikon Z 6II sowie zwei außergewöhnliche Z-Objektive: das NIKKOR Z 85 mm 1:1,8 S-Porträtobjektiv und das NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S-Weitwinkelobjektiv.

Im Folgenden erhaltet ihr Tipps zur Verwendung einer Wand als Reflektor, zu den besten Kameraeinstellungen und dazu, wie ihr euer Motiv so anleitet, dass ihr Porträts in perfekter, jedoch vollkommen natürlich wirkender Pose erzielt. Darüber hinaus erfahrt ihr, wie ihr durch die Zusammenarbeit mit anderen Fotografen eure Skills im Porträtbereich erweitern könnt.



DIE STRASSE IST EURE SOFTBOX

Sucht nach reflektiertem Licht, um weich und gleichmäßig beleuchtete Porträts aufzunehmen.

Die Nase zur Sonne! Sorgt dafür, dass sich euer Modell dem Licht zugewandt positioniert.
„Man findet auch an ungewöhnlichen Orten tolles Licht.“ (Brett)

Beim Fotografieren im Freien kann es schwierig sein, das optimale Licht zu finden. Wenn ihr ausdrucksstarke Porträts mit der Textur eines verwitterten Gesichts wollt, kann das direkt einstrahlende Licht bei hohem Sonnenstand von Vorteil sein. Wenn es dagegen darum geht, kleine Schönheitsfehler zu verdecken, sollte man Bereiche mit indirektem Licht wählen. 

Im Video seht ihr, wie Brett und Kathrin in einer Gasse optimale Bedingungen bei hohem Sonnenstand gefunden haben. Dort gab es Schatten und das Sonnenlicht wurde von einer großen weißen Wand reflektiert. Dies wirkte wie eine riesige Softbox und schuf ein wunderschön cremiges Licht. Im Video erfahrt ihr außerdem, wie ihr das Sonnenlicht für schmeichelnde Seitenlichteffekte einsetzen könnt.


ANLEITEN LERNEN

Sagt der Person, die ihr aufnehmt, was sie mit ihren Händen tun soll.

Kathrin verfolgt meistens einen anderen Ansatz: Sie lässt gern ihre Modelle tun, was sie wollen, damit sie sieht, wie sich eine Person bewegt, und gibt dann nur kleine Hinweise, z. B. für eine Drehung, um das beste Licht zu nutzen. Sie arbeitet immer mit einer Aufwärmphase, damit sich die porträtierte Person vor dem Posing entspannen und in die Situation einfinden kann. „Ich sage meinen Modellen immer, dass die ersten Aufnahmen nur dazu da sind, das richtige Licht zu bekommen.“ Außerdem „spiegelt“ sie ihre Motive: „Ich tue immer das, was auch das Modell tun soll, z. B. lächeln oder bestimmte Gesichtsausdrücke annehmen oder Handbewegungen machen. Ich mache den Modellen vor, was ich mir wünsche. Ich posiere also gewissermaßen selbst und nehme damit dem Modell die Scheu davor.“


REDEN IST WICHTIG

Der Gesichtsausdruck kann über Gelingen oder Misslingen entscheiden. Wie könnt ihr also dafür sorgen, dass sich euer Motiv entspannt, damit ihr spontane Reaktionen und Emotionen einfangen könnt? Ob ihr ein professionelles Model fotografiert oder es mit einer Person zu tun habt, die noch nie für einen Fotografen posiert hat – wenn ihr eure „Regie“-Fähigkeiten verbessert, erzielt ihr bessere Ergebnisse.
Brett hat normalerweise klare Vorstellungen, wie seine Aufnahme werden soll. „Ich gebe meinen Modellen immer Anweisungen. Wichtig dabei ist, mit positiver Sprache zu arbeiten. Wenn ich jemanden bitte, die Hand ans Gesicht zu legen, und die Person tut das anders, als ich es mir vorgestellt hatte, sage ich nicht etwa ‚Nein, so nicht‘, sondern bitte das Modell einfach, zum Beispiel die Hand zu drehen.“ Die Klarheit von Anweisungen ist ebenfalls sehr wichtig. „Wenn ich will, dass mein Modell die Hände aus den Taschen nimmt, bitte ich darum und sage gleichzeitig dazu, dass die Person die Arme verschränken soll. Ich sage nicht einfach ‚Stecke nicht die Hände in die Taschen‘, weil das Modell dann nicht konkret weiß, was es mit den Händen überhaupt tun soll.“


Gebt dem Modell die Möglichkeit, sich anzulehnen.

Kathrin und Brett fotografieren mit unterschiedlichen Konzepten und Methoden, stimmen aber darin überein, dass die Kommunikation mit der porträtierten Person sehr wichtig ist. Komplette Stille beim Suchen nach den richtigen Kameraeinstellungen hilft nicht gerade beim Entspannen.

Beim Fotografieren mit dem Modell zu sprechen, hilft ihm, sich zu entspannen.

Brett ist zwar ans gefilmt werden, nicht aber ans fotografiert werden gewöhnt. Die Art, wie Kathrin beim Shooting mit ihm kommuniziert hat, hat ihm geholfen, sich vor der Kamera wohlzufühlen. „Sie hat mir immer gesagt, was sie gerade macht. Das war wichtig für mich. Es reichen einfache Erklärungen wie ‚Als Nächstes kommt eine Nahaufnahme‘ oder ‚Ich bin gerade beim Fokussieren‘. Denn wenn man vor einer Kamera steht und die Person dahinter sagt keinen Ton, sondern drückt nur auf die Tasten, wird man schnell unsicher. Dann fragt man sich sofort, ob man vielleicht etwas falsch macht.“ 

Wenn ihr wisst, wie ihr euer Modell am besten anleitet, werdet auch ihr selbstsicher agieren – und das strahlt auf euer Modell aus. Brett hat das selbst erlebt. „Ich kannte Kathrin noch nicht persönlich, bin aber natürlich davon ausgegangen, dass sie weiß, was sie tut. Sie nahm die Kamera in die Hand, schaute mich an und sagte: ‚OK, ich stelle mir Folgendes vor‘ und nicht ‚OK, also was könnten wir denn jetzt machen?‘“


KONZENTRIERT EUCH AUF DAS MOTIV, NICHT AUF DIE KAMERA

„Denkt immer daran: Ihr müsst nicht manuell fokussieren“, sagt Brett. „Die Automatikeinstellungen von Nikon-Kameras sind sensationell!“ 

Brett und Kathrin empfehlen, sich sorgfältig damit vertraut zu machen, wie die Kameraeinstellungen bei unterschiedlichen Lichtbedingungen funktionieren. Man kann beim Fotografieren nicht locker plaudern, wenn man ständig nach einer bestimmten Taste suchen muss oder nicht weiß, welche Einstellung man gerade verwenden soll. 

Bei Porträts greifen sowohl Brett als auch Kathrin gerne auf den Gesichtserkennungs- und Augen-AF von Nikon zurück. Weil sie sich darauf verlassen können, dass die Kamera Augen und Gesicht des Porträtmodells optimal fokussiert, können sie sich voll auf ihr Gegenüber konzentrieren. Selbst bei Gegenlicht wird das Gesicht perfekt in Szene gesetzt. 


Der Gesichtserkennungs-AF sorgt für die richtige Belichtung, während ihr euch auf die Gestaltung des Bildausschnitts konzentriert.

Der Augen-AF sorgt für die Fokussierung auf das Auge, während ihr mit eurem Gegenüber kommuniziert.

Die Picture-Control-Konfiguration von Nikon sehen Brett und Kathrin als weiteren großen Pluspunkt. Ihr könnt die Einstellungen individuell anpassen, um genau die Bildgestaltung zu erzielen, die ihr haben möchtet – ohne aufwendige Nachbearbeitung der Aufnahmen. Außerdem sind die Automatikfunktionen auch in kreativer Hinsicht sehr nützlich. Bei Farbaufnahmen setzt Kathrin häufig bestimmte Schwarz-Weiß-Einstellungen ein, um den Kontrast besser auf dem Monitor sehen zu können. 

Weitere Tipps zu den Automatikfunktionen Gesichtserkennung- und Augen-AF, Weißabgleich und Picture-Control-Konfiguration erfahrt ihr ebenfalls im Video.


ZUSAMMENARBEITEN

„Bestimmte Dinge kann man nur von anderen Fotografen lernen, nicht auf YouTube.“ (Brett)

Manchmal sorgen Kleinigkeiten für die größte Inspiration. Von der Kommunikation mit der porträtierten Person bis zum Umgang mit den Gegebenheiten am Set könnt ihr viele Anregungen mitnehmen, wenn ihr Gelegenheiten nutzt, mit anderen Fotografen zusammenzuarbeiten.

Brett hat beeindruckt, wie Kathrins Energie ihn dazu gebracht hat, dem sich ergebenden Fluss zu vertrauen. „Ich sage meinen Modellen in der Regel ziemlich genau, wie sie sich positionieren sollen. Das hätte bei Kathrin aber dazu geführt, dass ihre Persönlichkeit nicht gut genug zum Ausdruck kommt. Ich habe sie einfach tun lassen, was sie wollte, und das sieht man auch auf den Fotos. Für mich hat sich eine neue Welt eröffnet. Ich musste meine Komfortzone verlassen – und habe es genossen.“

Übt, wie man jemanden beim Posieren anleitet.

Umgekehrt hat Brett aber auch Kathrin inspiriert. „Ich lasse meine Motive gern einfach ihr Ding machen, aber hier habe ich eine Menge über Inszenierung und Motivpositionierung gelernt. Es ist einfach immer extrem interessant zu sehen, wie unterschiedlich Leute arbeiten. Wir inspirieren uns ständig gegenseitig.“

 

Arbeitet mit der Motivation und Energie eures Modells und lasst es sich entfalten.

Brett hat immer allein gearbeitet, ist aber nun zu dem Schluss gekommen, dass Fotografen generell mehr zusammenarbeiten sollten: „Tut euch zusammen und lasst euch durch die Ideen anderer inspirieren! Bucht ein Model oder porträtiert Freunde und Familienmitglieder. Als Fotografen sollten wir uns gegenseitig helfen und besser machen. Die Branche ist so groß und vielgestaltig, dass jeder mit seinem individuellen Stil Platz hat.“




RAUS AUS DEN VIER WÄNDEN! 

Findet den einzigartigen Schatten, probiert neue Posen und entdeckt die Picture-Control-Konfiguration! Egal ob für klassische Kopf-und-Schulter-Aufnahmen oder Umgebungsporträts – lasst das Studio hinter euch und zeigt uns, wie ihr Menschen im Freien fotografiert. Taggt eure Fotos mit #CreateYourLight, um auf unseren Kanälen zu erscheinen. 


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