CHRISTMAS LIGHTS MIT KROLOP & GERST - #CREATEYOURLIGHT

Dienstag, 22. Dezember 2020

Die Feiertage stehen vor der Tür und manche würden sagen: Es gibt keine bessere Zeit, um kreativ zu werden! Unser Geschenk an euch: Wir teilen gemeinsam mit dem Fotografen-Duo Krolop & Gerst und dem Create Your Light-Team Ideen, welche Motive sich anbieten und wie ihr sie am besten fotografisch in Szene setzt. Es gibt nichts Schöneres als das Geschenk der Fotografie. Da es in diesem Jahr für viele von uns schwieriger war, zu verreisen und Freunde sowie Familie zu besuchen, ist es eine großartige Idee, Fotos und Erinnerungen mit unseren Lieben zu teilen, die vielleicht weiter weg wohnen. Außerdem ist es ein wunderschönes Geschenk, sich kreativ mit der Fotografie zu beschäftigen und neue Ideen zu sammeln. Man kann bereits mit sehr einfachen Aufbauten und Kameraeinstellungen eine Menge Spaß haben und tolle Ergebnisse erzielen.

Die Bilder, die ihr während unserer #CreateYourLight-Challenges mit uns geteilt habt, haben uns viel Freude und Inspiration gebracht. Wir sind gespannt, was ihr euch für die Weihnachtszeit einfallen lasst. Unsere Tipps zeigen euch, wie ihr für einzigartige Aufnahmen während der Feiertage mit dem Licht spielen könnt, um atemberaubende Porträts und vieles mehr zu fotografieren und für die Ewigkeit einzufangen.

Verwandelt euer Smartphone in eine Softbox

Manchmal liegen die besten Dinge zum Fotografieren direkt vor uns. Wenn ihr euch mit der Bildgestaltung und dem Thema Farben beschäftigt, könnt ihr selbst mit Alltagsgegenständen und saisonaler Dekoration schöne Bild-Kompositionen erschaffen. Ein guter Tipp ist es, Objekte mit kontrastreichen, aber komplementären Farben zu wählen, wie zum Beispiel Rot und Grün, und diese dann diagonal anzuordnen. Wenn ihr einen kleinen „Wow-Faktor“ hinzufügen möchtet, könnt ihr euer Motiv interessanter gestalten, indem ihr Tropfen ergänzt, die wie Wasser aussehen, wenn sie das Licht reflektieren. Alles, was ihr dazu braucht, ist ein wenig Glyzerin, welches ihr in den meisten Lebensmittelgeschäften und Supermärkten findet, und eine Lichtquelle. Der Vorteil: Glyzerin-Tropfen halten länger auf einer Oberfläche als Wassertropfen. Ihr könnt aber auch Wasser verwenden, wenn ihr kein Glyzerin bekommen solltet. Sprüht die Tropfen einfach auf die Objekte, die ihr fotografieren möchtet.

Als Lichtquelle könnt ihr euer Smartphone wie eine Softbox verwenden! Eine Softbox ist ein gängiges Werkzeug, das Profis verwenden, um das Licht zu streuen. Softboxen sind aber oft ziemlich teuer. Um Geld zu sparen, könnt ihr stattdessen eine App herunterladen, die den Bildschirm eures Smartphones in einer bestimmten Farbe leuchten lässt. Wenn ihr saisonale Farben wie Rot und Grün in eurem Arrangement verwendet, dann passt ein weißer Bildschirm gut dazu. Wenn ein Freund oder ein Familienmitglied mitmachen möchte, könnt ihr eine zweite Lichtquelle einbringen: In dem Fall empfehle ich eine wärmere Farbe, wie etwa Orange. Es wird so aussehen, als würde im Hintergrund ein Kamin glühen!

Für eine optimale Bildqualität stellt eure Nikon auf ein Stativ, sodass ihr eine lange Belichtungszeit (vier Sekunden funktionieren gut) bei einer Blende f/11 aufnehmen könnt. Die ISO-Empfindlichkeit stellt ihr auf ISO 100. Legt vor der Aufnahme den Fokusbereich fest, dunkelt den Raum ab und aktiviert den Selbstauslöser eurer Kamera. Wenn ihr nun den Bildschirm eures Smartphones in der gewählten Farbe leuchten lasst und das Smartphone während der Aufnahme leicht bewegt, dann wird die Lichtquelle im Bild am Ende größer erscheinen, als sie tatsächlich ist. Damit erzeugt ihr einen wirklich schönen Effekt. Das war's! Eine supereinfache Methode, um tolle Festtagsbilder mit Alltagsgegenständen zu fotografieren.

Lichterketten und Bokeh

Lichterketten sorgen als festliche Lichter für ein schönes Bokeh auf euren Bildern. Dabei ist das kreative Spiel mit den Bokeh-„Kugeln“ einfacher, als ihr vielleicht denkt. Mit ein paar LED-Lichtern und einem guten Objektiv lässt sich eine Menge erreichen. Nikon Z-Objektive wie das NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S erzeugen wunderbar weiche Bokeh-Kreise. Dabei ist es für die Aufnahme entscheidend, wo ihr die LED-Lichter im Verhältnis zum Objektiv positioniert. Je näher die Lichter zum Objektiv stehen, desto größer erscheinen die Bokeh-Kreise. Sind sie weiter weg, wirken auch die Unschärfekreise kleiner.

Außerdem ist es wichtig, wie ihr die Lichter anordnet. Einen dreidimensionalen Effekt erreicht ihr am besten über einen „Lichttunnel“. Ordnet die Lichter so an, dass sie einen Tunnel bilden, und positioniert das Objektiv anschließend so, dass ihr genau in den Tunnel hineinfotografiert. Das fertige Bild zeigt größere Bokeh-Kreise im Vordergrund, die nach hinten in kleinere Kreise übergehen, wodurch ein echtes Gefühl von Tiefe entsteht. Ihr könnt diese Idee zwar mit jedem LED-Licht ausprobieren – mit nicht dimmbaren Lichtern mit fester Farbtemperatur funktioniert es aber am besten, da die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass die Lichter während der Aufnahme flackern. 

Im Video erfahrt ihr noch mehr Tipps zum Thema Bokeh! Schaut euch z. B. an, wie Martin Krolop einen Ring aus Lichterketten nutzt, um ein eigenes Bokeh-Overlay zu erstellen, welches ihr dann in Photoshop zu jedem beliebigen Bild hinzufügen könnt. Das macht so viel mehr Spaß, als dafür eine fertige App zu benutzen.

Obst, Papierbasteleien und Spielzeug-Rennautos

Wie können sich eure Feiertagsfotos von anderen abheben? Mit ein paar guten, altmodischen Papierbasteleien und Spielzeug-Rennautos! Schneeflocken sind eine großartige Möglichkeit, euren Bildern ein winterliches Festtagsgefühl zu verleihen. Dabei könnt ihr mit Papier euren ganz eigenen Schneeflocken-Filter erstellen. Schneidet einfach eine kleine Schneeflockenform in ein Stück Papier und befestigt sie mit Tesafilm an der Vorderseite eures Objektivs. Möglicherweise müsst ihr mit der Größe des Schneeflockenmusters etwas experimentieren, bis ihr den Effekt erhaltet, der euch am besten gefällt.

Der Aufnahme-Aufbau ist ziemlich einfach: Nehmt eine alte Holzkiste, ein interessantes Objekt, das ihr in der Mitte darauf platzieren könnt (ein „Anisstern“ funktioniert hier ganz gut) und einige LED-Lichterketten. Ihr platziert den Anisstern auf der Kiste und arrangiert die Lichterketten im Hintergrund, um die vorher beschriebenen Bokeh-Kreise zu erzeugen. Damit auch der Anisstern genug Licht bekommt, könnt ihr sie mit der Taschenlampen-Funktion eures Smartphones anleuchten. Wenn ihr nun den selbst gebastelten Schneeflockenfilter vor das Objektiv haltet, verwandeln sich die Bokeh-Kreise in Schneeflocken aus Licht! Der Trick bei dieser Aufnahme ist, darauf zu achten, dass der Papierschneeflockenfilter die Frontlinse berührt - so erhaltet ihr eine klar definierte Schneeflockenform in eurer Aufnahme.

Und die Autos? Wenn ihr gerne mit der neuen Autorennbahn eures Kindes spielt, dann schaut euch das Video an. Ihr werdet sehen, wie ihr Bilder erstellen könnt, die aussehen, als ob wirklich ein Auto-Rennen stattfindet.

Klassische Indoor-Porträts

Ihr möchtet in dieser Festtagssaison schöne Fotos von der Familie und Freunden aufnehmen? Oder wie wäre es mit ein paar kreativen Selbstporträts, die ihr an eure Lieben schickt? Alles, was ihr für ein klassisches Schwarz-Weiß-Porträt braucht, ist eure Nikon-Kamera, einen Hintergrund aus einfachem schwarzem Stoff und ein gutes Porträtobjektiv. Ein 50mm- oder 85mm-Objektiv ist ideal, wenn ihr mit einer Vollformat-Z-Kamera fotografiert. Wenn ihr mit der Z 50 im DX-Format arbeitet, empfehle ich ein 35mm-Objektiv. Sucht euch einen Raum, in dem die einzige Lichtquelle ein Fenster ist – vorzugsweise eins, das mit lichtdurchlässigen Vorhängen abgedeckt ist, um das Licht besser zu streuen. Es spielt keine Rolle, wie stark lichtdurchlässig die Vorhänge sind, da es hauptsächlich darauf ankommt, direktes Sonnenlicht auf dem Gesicht der Person zu vermeiden. Sollten eure Vorhänge zu viel Licht blockieren, könnt ihr auch jede Art von lichtdurchlässigen Stoffen verwenden. Hauptsache, der Stoff ist groß genug, um das Fenster abzudecken und dabei ausreichend Licht für eine schöne Beleuchtung durchzulassen.

Stellt euch euer Fenster wie eine riesige Softbox vor, die ihr nicht bewegen könnt. Es liegt also an euch und eurem Model, eine geeignete Position zu finden. Krolops Tipp: Stellt euch selbst mit dem Rücken zum Fenster und positioniert euer Model leicht seitlich zu euch. Dabei ist es wichtig, für eine gute Ausleuchtung möglichst nah an das Fenster heranzugehen. Den genauen Aufbau könnt ihr auch im Video sehen. Spielt für abwechslungsreiche Porträts mit dem Aufnahmewinkel. Von stimmungsvollen Bildern mit seitlichem Licht bis hin zu schmeichelhaften Beauty-Aufnahmen, bei denen euer Motiv direkt ins Licht blickt, ist alles möglich. Eure Position bleibt stets die gleiche – ihr steht so nah wie möglich mit dem Rücken am Fenster, könnt euch dabei aber dennoch im 180-Grad-Winkel um das Model herumbewegen. Achtet darauf, dass ihr das Licht stets im Rücken habt.

Für Porträts ist es auch ein guter Tipp, den Kontrast in der Kamera zu reduzieren: Wenn jemand nicht professionell geschminkt ist, wirkt ein weicherer Kontrast schmeichelhafter. Mit dem gleichen einfachen Aufbau und der SnapBridge-App, mit der ihr die Kamera über euer Smartphone fernsteuern könnt, habt ihr die Möglichkeit, auch schöne Selbstporträts aufzunehmen! Alles, was ihr dafür braucht, ist eine stabile Oberfläche für eure Kamera und eine möglichst nahe Position am Fenster. Danach nehmt ihr eure Pose ein und könnt loslegen!

Künstlerische Aufnahmen mit Kerzenrauch

Ihr möchtet gerne eine schöne künstlerische Aufnahme ausprobieren, auf der sich der Rauch einer brennenden Kerze dank einer perfekten Beleuchtung vor einem schwarzen Hintergrund abhebt? Der Trick dabei: Das Licht muss von hinten kommen. Alles, was ihr dazu braucht, ist die Kerze, ein schwarzer Hintergrund und eine kleine Softbox. Für die Beleuchtung habe ich eine 60-Watt-LED-Leuchte verwendet und sie in der Softbox platziert. Stellt euch vor, dass eure Kerze der Mittelpunkt eines Ziffernblatts ist: Positioniert die Softbox mit dem LED-Licht etwa auf zwei Uhr und überprüft dann euer Bild im elektronischen Sucher oder in der Live-View-Ansicht. Ihr wollt ja vermeiden, dass die Softbox im Bildausschnitt zu sehen ist. Wenn ihr keine Softbox habt, erfahrt ihr im Video, wie ihr euch eine eigene bauen könnt. Mit diesem Aufbau könnt ihr den Rauch sehr schön vom schwarzen Hintergrund abheben. Im Grunde ist jede Lichtquelle geeignet. Dennoch wirkt weiches Licht etwas schöner. Um den Rauch ausreichend lange zu erzeugen, verwendet am besten jedes Mal eine circa zwei Zentimeter lange Kerzenschnur. Nach dem Ausblasen der Kerze lasst den Rauch aufsteigen und macht dann eure Aufnahme.

Ein Teleobjektiv eignet sich für dieses Bild am besten, da es einen engeren Bildwinkel bietet. Ich habe das NIKKOR Z DX 50–250 mm 1:4,5–6,3 VR Zoomobjektiv verwendet und Aufnahmen zwischen 135 und 200mm bei ISO 800 mit einer Verschlusszeit von 1/160 Sekunde gemacht. Ihr könnt mit den Kameraeinstellungen experimentieren, um zu sehen, welcher Effekt euch am besten gefällt. Eine kurze Belichtungszeit von etwa 1/200 Sekunde oder kürzer friert die Formen des Rauchs ein und sorgt für einen sehr kontrastreichen Look. Eine längere Belichtung von 1/15 Sekunde führt zu mehr milchigen, unscharfen Formen.

„Top Shots“ von den Festtagsplätzchen

Wenn es in eurer Familie jemanden gibt, der gerne backt, dann können ihr ihm oder ihr eine besondere Freude machen, indem ihr die Keks-Kreationen mit einer schönen „Top Shot“-Aufnahme in Szene setzt. Damit das funktioniert, müsst ihr dem Drang widerstehen, das Arrangement zu essen, bevor ihr die Aufnahme macht. Der Rest ist einfach ...

Für meine Keksaufnahmen habe ich zwei Lichtquellen verwendet: eine innerhalb des Bildausschnitts und eine außerhalb. Die Hauptlichtquelle innerhalb des Bildes kam von einigen Lichterketten, die ich um die Kekse herum angeordnet habe. Die zweite, äußere Lichtquelle kam von einer Tageslicht-LED, deren Licht wir mit einer quadratischen 40-cm-Softbox etwas weicher gestreut haben.

Bei diesem Aufbau sind es die Lichterketten, die die Belichtung eures Bildes beeinflussen, da sie sich direkt innerhalb des Bildes befinden. Wenn ihr möchtet, dass die Lichterkette ein warmes Licht abgibt, das interessante Formen von Licht und Schatten erzeugt, müsst ihr mit der LED-Lichtquelle außerhalb des Rahmens spielen. Ich habe meine auf die niedrigste Leistung (1 %) eingestellt. Wenn ihr die Gesamtbelichtung etwas mehr anheben möchtet, könnt ihr die Leistung der externen Lichtquelle etwas erhöhen, bis euch gefällt, was ihr seht.

Ihr könnt euer Bild im elektronischen Sucher oder in der Live-Ansicht (über den LCD-Bildschirm der Kamera) überprüfen, um eine Belichtung zu finden, bei der die Lichterketten im Bild ein schönes und warmes Licht abgeben. Wenn eure externe LED-Lichtquelle nicht gedimmt werden kann, könnt ihr damit experimentieren, sie näher oder weiter wegzubewegen. Wenn ihr ein Stativ verwendet, habt ihr die Möglichkeit, die Kamera so aufzustellen, dass ihr ein Foto aus der Vogelperspektive aufnehmen könnt. Ihr schaut also direkt von oben auf die Kekse hinunter. Diese Perspektive verleiht euren Bildern einen besonderen Look. Im Video zeige ich euch, wie ihr die Zutaten für die Herstellung der Kekse und einige Photoshop-Werkzeuge für eine Fotomontage verwenden könnt, auf der ihr selbst zum Schneeengel werdet.

JETZT SEID IHR DRAN!

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns zeigt, was bei euch winterliche Festtagsgefühle hervorruft. Das können die festlichen Lichter, die Dekorationen oder die Stechpalmen und Tannenzapfen sein. Das kann das Essen sein oder die Menschen, mit denen ihr diese Zeit gemeinsam verbringt. Vielleicht ist es aber auch etwas, das für euch persönlich eine besondere Bedeutung hat. Was auch immer es ist, wir wissen einfach, dass es magisch sein wird! Teilt eure kreativsten und spannendsten Bilder mit der Fotografie-Community unter den Hashtags #CreateYourLight und #CaptureTheHoliday sowie dem Tag @NikonDACH auf Instagram oder in den Facebook-Kommentaren. Wir werden wie immer die besten Bilder auf unseren Kanälen präsentieren.

KROLOP & GERST

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