Bilder von Landschaften sind wohl die vielseitigste Disziplin der Fotografie überhaupt. Vom Amateur, bewaffnet mit der ersten Kamera, bis hin zum Profi mit Jahrzehnten an Erfahrung tummeln sich in diesem Genre fast alle Fotografen irgendwann einmal. Natürlich gerade, weil es so vielfältig ist, Landschaften lassen sich schließlich immer und überall fotografieren. Wir geben euch fünf Tipps, wie eure Bilder direkt noch besser werden.

1. Die richtige Location – Vorbereitung

Wer schon einmal mit einem professionellen Landschaftsfotografen gesprochen hat, der weiß: Über 90 Prozent der Arbeit entstehen in der Vorbereitung. Viele Fotografen recherchieren einen Ort und besuchen diesen anschließend mehrfach, um ein Gefühl für Licht, Farben und Stimmung zu bekommen. Wer dieses Maß an Perfektion nicht braucht, kann sich auch einfach im Internet Millionen von Anregungen holen. Dann geht es nur noch darum, zu analysieren, unter welchen Umständen das Traumfoto gelingen kann. Ihr wollt Bilder von blühenden Mohnfeldern machen? Dafür gibt es nur ein schmales Zeitfenster von wenigen Tagen. Bereitet euch also entsprechend vor. Weiterer Aspekt: Das Wetter. Hier hilft euch eine kurzfristige Vorhersage über eure Wetter-App oder eine entsprechende Website. Außerdem empfehlen wir einen Plan B, falls das Wetter am geplanten Fototag doch nicht euren Vorstellungen entspricht. Am besten macht ihr euch eine Wunschliste und schaut dann spontan, welches Foto mit dem derzeitigen Wetter umsetzbar ist.

2. Eine ansprechende Komposition

Oft wird behauptet, dass ein Foto über Vorder-, Mittel- und Hintergrund verfügen müsse. Da ist auch viel Wahres dran; wenn sich die Gelegenheit bietet, alle Ebenen einzubeziehen, hilft das der Komposition sehr weiter. So wird der Blick des Betrachters ins Bild geführt. Berücksichtigt aber auch Linien, die sich in euren Bildern finden: Wege und Berge bilden Diagonalen, die den Betrachter ebenfalls durch das Foto führen können. Und auch die Drittelregel sollte nicht außer Acht gelassen werden. Hier teilt ihr das Bild horizontal und vertikal in drei gleich große Teile und positioniert Motive oder den Horizont an den Trennlinien. Bei der richtigen Komposition hilft auch die Brennweite: Ein weitwinkliges Objektiv ermöglicht euch das Spielen mit besonderen Perspektiven und bringt Tiefe im Bild, ein Teleobjektiv vereinfacht die Komposition durch die Möglichkeit, schnell heranzoomen zu können und betont einzelne, interessante Bildausschnitte besser.

3. Wichtiges Zubehör

Landschaftsfotografie ist eine langsame Fotografie: Wer sich gründlich vorbereitet, kann sich vor Ort die notwendige Zeit lassen, die richtige Komposition auszuwählen. Damit dabei auf die notwendige Perfektion geachtet werden kann, setzt ihr am besten ein Stativ ein. So lassen sich kleine Veränderungen in Ruhe umsetzen und ein Bild in allen Facetten kreieren. Stative ermöglichen überdies längere Belichtungszeiten, was insbesondere für ruhige Wasseroberflächen wichtig ist. Wenn es für Langzeitbelichtungen zu hell ist, kommt der sogenannte ND-Filter zum Einsatz. Profi-Landschaftsfotografen schwören zudem auf Polfilter; diese entfernen Reflexionen im Wasser oder auf Blättern und machen das Bild insgesamt deutlich satter. Verlaufsfilter sind bei Sonnenauf oder -untergängen besonders praktisch, da sie einen dramatischeren Himmel erzeugen.

4. Die richtige Kamera-Objektivkombination

Profi-Fotografen schwören für die beste Bildqualität auf Kameras mit großem Dynamikumfang und vielen Megapixeln, wie die Nikon Z 7 oder D850 bieten. Aber auch die 24,2 Megapixel einer Nikon D5600 reichen für Landschaftsfotos in optimaler Qualität aus. Wichtig ist, dass ihr wisst, was ihr mit dem Foto später machen wollt. Möchtet ihr es groß ausdrucken und in eure Wohnung hängen, greift lieber zu mehr Megapixeln, wenn ihr die Fotos online zum Beispiel auf Instagram zeigen wollt, reichen weniger Megapixel aus. Besonders wichtig ist das Objektiv, welches für Landschaftsbilder scharfe Ergebnisse liegern sollte. Hier schlägt die Stunde des AF-S NIKKOR 14-24 MM 1:2,8G ED, das als lichtstarkes Weitwinkel in die Ausrüstung jedes Landschaftsfotografen gehört. Wer auf etwas Lichtstärke verzichten kann, bekommt mit dem AF-S DX NIKKOR 10-24 MM 1:3,5-4,5G ED einen passenden Ersatz, der auch etwas kleiner ist. Im Teleobjektiv-Bereich sieht es ähnlich aus: Kompromisslos geht es beim AF-S NIKKOR 70-200/2,8E FL ED VR zu, alternativ bietet sich das kompakte AF-P NIKKOR 70-300mm 1:4.5-5.6E ED VR an.

5. Fotografieren, um zu bearbeiten

Landschaftsfotos werden in der Regel noch nachbearbeitet. Fotografiert daher direkt so, dass sich eure Bilder für die anschließende Arbeit noch gut eignen. Stellt die Kamera auf das RAW-Format (NEF) und achtet penibel darauf, dass keine Bereiche im Bild zu dunkel oder zu hell werden. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, hilft eine Belichtungsreihe, die später als HDR zusammengefügt werden kann. Auch hier können Filter sehr hilfreich sein. Versucht außerdem, die ISO-Zahl für die höchste Bildqualität möglichst niedrig zu halten, um Bildrauschen zu vermeiden – dabei hilft euch das Stativ weiter. Schließt die Blende um etwa zwei Stufen, damit die Bilder maximal scharf werden. Die Belichtungszeit ist in der Regel sekundär. Habt ihr Bilder in hoher Qualität aufgenommen, macht die anschließende Bearbeitung mehr Spaß – und die Ergebnisse werden eure Freunde faszinieren.

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