Tine verbindet die idealen Eigenschaften für eine Foodbloggerin – stets hungrig und immer neugierig. Auf ihrem Blog trickytine.com und ihren Social Media Kanälen dreht sich alles um köstliche Soulfood-Rezepte und ästhetisches Foodstyling. Außerdem gibt sie dort Einblicke in ihr Businessmodell als selbstständige Bloggerin und Unternehmerin.


Wie & wann bist du zur Fotografie gekommen und welche Rolle spielt die Fotografie bei deiner Arbeit?

Die Fotografie spielt für mich eine unglaublich wichtige, schöne und antreibende Rolle. Zum Start meines Blogs im Jahr 2014 habe ich die ersten Food-Sets noch mit dem Smartphone fotografiert. Schnell war mir jedoch klar: ich möchte unbedingt hochwertige und ästhetische Fotografie erlernen. So investierte ich in meine erste Nikon Spiegelreflexkamera und in ein klassisches AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G und legte einfach intuitiv mit der Fotografie los. Womöglich ist dies auch der Grund, warum ich mich so eng und emotional mit Nikon verbunden fühle. Mit meinen Nikon Kameras und Objektiven bildete ich mich quasi selber aus und entwickelte aus dem Bauch heraus meinen eigenen Foodfotografie-Stil.


Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung?

Als Studiokamera habe ich seit 2016 eine Nikon D750. Mittlerweile darf ich als Nikon Family Mitglied auch mit der Z 7 arbeiten und bin sehr begeistert von der Z-Serie!


D750 | 1/250s | f/2.5 | ISO 800

 

D750 | 1/250s | f/3.5 | ISO 160

D750 | 1/400s | f/2.2 | ISO 125

D750 | 1/250s | f/2.8 | ISO 400

D750 | 1/250s | f/3.5 | ISO 320

Mit welchem Objektiv fotografierst du am liebsten & warum?

Für klassische Food-Sets, die ich in unserem Studio fotografiere, arbeite ich gerne mit dem NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S. Da ich meine Sets mit natürlichem Licht fotografiere, ist die Lichtstärke 1:1,8 natürlich super hilfreich und ich liebe die Schärfe und Detailtreue sehr. Da ich zudem großer Fan von Top-Down Shots bin, hilft mir der Weitwinkel mit 35 mm, das komplette Set abzulichten – und dies ohne zu große Verzerrungen. Auf meinen kulinarischen Reisen bin ich mit dem NIKKOR Z 24-70 mm 1:4 S unterwegs.

Was treibt dich an? Woher nimmst du deine Inspiration?

Mein größter Antrieb ist wohl meine natürliche Neugier. Zudem habe ich immer große Freude daran, mir motivierende Ziele zu setzen und neue Dinge zu lernen. Sich stets wiederholende und immer gleichbleibende Tätigkeiten langweilen mich ziemlich rasch. Meine beste Food-Inspiration ist mein immer gesund ausgeprägter Appetit auf Soulfood und gute Lebensmittel. Außerdem inspiriert mich die Natur sehr, die mit ihren Jahreszeiten die köstlichsten und fotogensten Nahrungsmittel hervorbringt.

Was / Wann / Wo fotografierst du am liebsten?

Am liebsten fotografiere ich meine Rezepte in meinem Studio in Stuttgart. Dafür gehe ich davor in Ruhe auf dem Markt einkaufen. Dann bereite ich mit Muße die Zutaten vor, koche oder backe an meinem großen silbernen Gasherd und halte die Zubereitungsschritte fotografisch fest. Das fertig gestylte Food-Set fotografiere ich dann immer direkt an unserer großen Fensterscheibe, kurz vor Mittag. Dann ist das Licht am allerschönsten.


Was macht dich zu einem Original?

Das ist eine gute Frage, die ich gerne mit dem Feedback einer meiner Followerinnen beantworten möchte: „Tine, wenn ich so durch meinen Instagram Feed scrolle – deine Bilder erkenne ich immer sofort!“
Ich denke, das ist wohl das schönste Kompliment an jeden Fotografen. Aus der Flut an hervorragendem Bild Content auf Social Media Kanälen herauszustechen und eine starke Wiedererkennbarkeit zu haben – das ist meiner Meinung nach etwas sehr besonderes.

D750 | 1/250s | f/2 | ISO 320

Z 7 | 1/320s | f/2.8 | ISO 160

Z 7 | 1/250s | f/4 | ISO 800

Z 7 | 1/320s | f/4 | ISO 250

 

Was war für dich die bisher herausforderndste Situation?

Meine Stilistik und mein Know-how habe ich mir über die letzten Jahre angeeignet. Von daher hatte ich eigentlich immer Herausforderungen. Der Sprung von der Automatik zum manuellen Modus beispielsweise ging mit hunderten von überbelichteten, unterbelichteten, unscharfen Fotos einher – begleitet von frustrierten Momenten, an denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Aber all die Hürden nahm ich als Aufforderung zum Springen und final kann ich sagen, dass meine Lernkurve zum Thema Foodfotografie extrem steil war und ist.

Welchen Tipp würdest du Anfängern im Bereich Foodstyling und Foodfotografie geben?

Mein Tipp ist: probiere dich immer wieder aus. Nimm dir Zeit und beobachte, woran dein Blick hängen bleibt. Welche Lebensmittel oder Gerichte machen dir Freude? Ich persönlich mag es auch, im Set eine kleine Geschichte zu erzählen. Ist das Gericht auf einem einzelnen Teller angerichtet, oder isst du in Gemeinschaft? Welche Gewürze hast du verwendet? Auch hochwertige Props wie schöne Keramikteller oder Leinenservietten lassen Food schön und hochwertig aussehen. Außerdem rate ich gerne zu einem kontrollierten kleinen Chaos im Set. Das können ein paar Salzflocken sein, die neben dem Teller liegen. Einige Brotkrümel. Oder auch ein kleiner Ölfleck vom Dressing. Das macht ein Set für mich echt und wirkt authentisch.

Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

Wenn ihr mir diese Frage zu meinem Blogstart im Jahr 2014 gestellt hättet, wäre meine Antwort wohl gewesen: "Dass ich ausschließlich blogge, meinen alten Job kündigen werde und von dem leben kann, was ich liebe." – Dies alles habe ich dann tatsächlich innerhalb von drei Jahren umgesetzt und bin seit 2017 selbständig. Mittlerweile habe ich sogar ein Team, die mein Business voller Freude und Power mit mir voranbringen und es noch größer und schöner machen.

Welche spannenden Projekte stehen bei dir als nächstes an?

2020 begann extrem dynamisch und unser Kalender füllt sich rasch mit super spannenden Projekten, Dreharbeiten und kulinarischen Reisen. Das Schöne daran ist, dass ich den Großteil dieser Projekte mit wirklich großartigen Partnern umsetzen kann, mit denen ich bereits seit Jahren in langfristig ausgelegten Kooperationen verbunden bin. Auf einer Basis von Freundschaft, Vertrauen und dem Fokus auf gemeinsames Wachstum zu arbeiten, das füllt mich aus, spornt mich an und macht mich glücklich.

Z 7 | 1/320s | f/4.5 | ISO 500

D750 | 1/320s | f/3.2 | ISO 320

Z 7 | 1/250s | f/4 | ISO 1000

WHAT'S IN MY BAG

TINE

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