KIRA STEIN

Emotionen sind Kira Steins größte Inspiration. Und es sind genau diese Emotionen, die die Paar- und Hochzeitsfotografin mit ihrer Arbeit einfangen und transportieren will. Im Nikon Family-Interview erzählt Kira von emotionalen Hochzeiten, freundschaftlichen Shootings und ihrem ganz persönlichen Fotografie-Stil.

Kira und ihr Hund

Wie und wann bist du zur Fotografie gekommen?

Als ich 14 war, hat mein Onkel mir eine Digitalkamera geschenkt. Damit fing das Experimentieren an und es dauerte nicht lang, bis ich die ersten Menschen vor meine Kamera bat. Nach und nach habe ich für mich herausgefunden, dass mein Herz für Paare und Hochzeiten schlägt und ich die Emotionen und besonderen Momente einfangen möchte. 2016 habe ich mich dann voll selbstständig gemacht und seitdem viele wunderbare Menschen fotografieren und viele tolle Hochzeiten miterleben dürfen.


Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung und mit welchem Objektiv fotografierst du am liebsten?

Ich fotografiere hauptsächlich mit der Nikon Z 6II und die Festbrennweite NIKKOR Z 50 mm 1:1,2 S. Außerdem gehören noch zwei Nikon D 750 und das AF-S 35 mm/1,4G als weitere Festbrennweite und das Zoom-Objektiv AF-S 24-70mm/2,8G ED sowie der FTZ-Adapter und zwei Blitze zu meiner Ausrüstung. Zu 90 Prozent habe ich jedoch mein heiß geliebtes NIKKOR Z 50 mm 1:1,2 S drauf. Diese Brennweite liefert zuverlässig gute Porträts, lässt aber auch Ganzkörperaufnahmen zu. Und ich liebe das Bokeh und die absolute Schärfe!

D750 | 50mm | 1/160s | f/1.4 | ISO 320

D750 | 50mm | 1/500s | f/1.4 | ISO 160

D750 | 50mm | 1/1600s | f/1.4 | ISO 400

D750 | 35mm | 1/800s | f/1.8 | ISO 100


Was treibt dich an? Woher nimmst du deine Inspiration?

Emotion! Ja, das klingt abgedroschen, aber ich liebe es, Emotionen festhalten zu dürfen. Bei Paarshootings und Hochzeiten ist das natürlich meistens pure Freude, es kann aber auch eine Träne sein, die der Braut über die Wange kullert oder ganz intime Momente, wenn zum Beispiel das Brautpaar sich zum ersten Mal sieht oder der Opa seiner Enkelin mit Tränen in den Augen zur Hochzeit gratuliert. Diese besondere Verbindung zwischen zwei Menschen, die nur die beiden fühlen können, irgendwie in Bildern festhalten und transportieren, das liebe ich!


D750 | 50mm | 1/4000s | f/1.8 | ISO 125

D750 | 50mm | 1/2500s | f/1.4 | ISO 125

Was, wann und wo fotografierst du am liebsten?

Wie die meisten liebe ich den Sonnenuntergang. Vor allem bei der Paarfotografie sorgt er für eine ganz besondere Stimmung. Ich fange aber auch langsam an, die blaue Stunde, also die Zeit nach dem Sonnenuntergang besonders zu schätzen. Das Licht ist hier ganz weich und besonders. Am liebsten fotografiere ich Paare oder Hochzeitspaare zu diesen Zeiten. Wenn man eine tolle Location hat, ist das Bild perfekt - ich bevorzuge vor allem natürliche Umgebungen, also zum Beispiel Wiesen mit hohen Gräsern, Berge, generell Stellen mit weitem Ausblick.


 

Was macht dich zu einem Original?

Ich bin nicht nur Dienstleister, ich bin vor allem auch Mensch. Mit manchen meiner Kunden bin ich heute eng befreundet und das ist auch mein Grundsatz. Zwischen Fotografin und Kunden soll eine menschliche, ja vielleicht sogar freundschaftliche Beziehung entstehen, die dafür sorgt, dass die Fotos umso natürlicher werden. Gemeinsam verbringen wir eine gute Zeit und ganz nebenbei entstehen auch noch schöne Fotos, die die Stimmung widerspiegeln. Ich würde meine Bilder als natürlich, ungezwungen und warm beschreiben.


Was war für dich die bisher herausforderndste Situation als Fotograf?

Vor ein paar Jahren habe ich ehrenamtlich eine Hochzeit im Krankenhaus auf der Palliativ-Station begleitet. Emotional war das die für mich herausforderndste Situation. Diese besonderen Momente für die Familie der Braut und des Bräutigams festhalten zu dürfen war eine absolute Ehre. Es war aber auch eine ganz besondere Herausforderung, da ich selbst sehr sensibel und emotional bin. Da die Braut im Sterben lag, musst ich mich zwischendurch auch mal zurückziehen und ein paar Minuten durchatmen, um dann wieder voll professionell weiter machen zu können. Die Braut verstarb leider zwei Tage nach der Hochzeit, umso wertvoller finde ich, dass die Familie nun konservierte Erinnerungen an diesen besonderen Tag hat.


Fotografierst du lieber große Hochzeitsfeiern oder kleine intime Trauungen?

Grundsätzlich finde ich, dass jede Hochzeit genauso gut ist, wie sie ist – jede:r soll seine Hochzeit planen, wie er oder sie will. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, bei welcher Art Hochzeit ich mich wohler fühle, würde ich immer zu kleineren, intimeren Hochzeiten tendieren. Hier gibt es einfach mehr Raum für echte Emotionen und wenig „Erwartungsdruck“. Das macht es grundsätzlich entspannter - und das bedeutet auch mehr Zeit und Spielraum für schöne Fotos.

Wie findest du die passenden Locations für deine Paarshootings?

Ich gehe gerne mit meinem Hund an Orten spazieren, wo ich vorher noch nicht war. Dann entdecke ich ständig neue Stellen, die sich für ein Shooting eignen. Manchmal gucke ich mir auch bestimmte Locations mit Google Maps an und schaue, ob ich zum Beispiel schöne Aussichtspunkte finde. Meine Freunde wissen auch mittlerweile, wo ich gerne shoote und empfehlen mir Orte, die sie entdeckt haben.

Welches Fotoprojekt möchtest du unbedingt mal umsetzen?

Ich durfte schon so viele wunderbare Momente begleiten, doch eine Strand- oder Berghochzeit stehen noch auf meiner Wunschliste. Ich habe auch schon Heiratsanträge oder Schwangerschaftsverkündungen fotografieren dürfen, das würde ich jederzeit wieder machen! Diese Emotionen mitzuerleben und einzufangen, sind ein unbeschreibliches Gefühl.

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